Fantasy, die:

Fantasy ist der neudeutsche Begriff für ein literarisches Genre, das sich dadurch auszeichnet, dass man es nicht definieren kann. So sind denn v.a. zwei einander fast völlig widersprechende Auffassungen gängig, dessen, was Fantasy ist.

Zum einen wird Fantasy alles genannt, wo mehr als nur ein bisschen platte Realität und/oder eine Liebesschmonzette abgehandelt wird. Märchen, Epen, die Bibel … Fantasy, die Spielweise von Esoterikern jeder Couleur. Christliche Fundamentalisten, die Gottes Reich und Strafe herbeisehnen. Pangermanische Heiden, die die Herrschaft des Ariertums herbeisehnen. Harmlose Spinner, die an eine echte Existenz von Feen und Elfen glauben, an eine Widergeburt etc. Newt Gingrich schreibt ebenso in diesem Genre, wie es Sir Arthur Conan Doyle tat.

Dann gibt es den ganz engen Begriff von Fantasy. Hier wird nur akzeptiert, was irgendwie nach Tolkien riecht. Seltsame Völker müssen abgehandelt werden, mit seltsamen („magisch“ genannten) Fähigkeiten: Zauberer, Elfen, Zwerge … Das Setting muss eine fremde Welt sein, ein anderer Planet. Eine Queste darf nicht fehlen. Eskapistische Literatur halt. Schematische, weil: Wirkliche Überraschungen, ungewöhnliche Wendungen im Plot, würden den Leser verschrecken.

Dieser Beitrag wurde unter Das Flaubert'sche Wörterbuch abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Kommentare zu Fantasy, die:

  1. Pingback: Robert E. Howard: Conan | litteratur.ch

  2. Pingback: Christian von Aster: Der letzte Schattenschnitzer | litteratur.ch

Kommentare sind geschlossen.