Gregor Schaefer: Käse & Wein. Ein köstliches Paar

Untertitel sind Glücksache…

Ich habe das kleine Büchlein (nicht viel grösser als ein Reclam-Heftchen zu Faust I, aber fester Pappdeckel) neulich geschenkt erhalten – zusammen mit einer Flasche Wein, einem Stück Parmesan-Käse und, was mich am meisten freute, einem Set von Käsemessern.

Das Büchlein beinhaltet auf rund 85 illustrierten Seiten eine Einführung, Käserezepte und ein Glossar. Es ist ein eindeutig für Anfänger in der Käse- und/oder Weinkultur gedachtes Werk. Die Rezepte einfach gehalten; meist sind es auch einfache Speisen, die uns vorgeschlagen werden – auch wenn der Autor sich sogar zu einem Tournedos Rossini versteigt. Schaefer ist Pragmatiker und scheut sich im übrigen auch nicht davor, z.B. als Saucengrundbestandteile Fertigprodukte zu empfehlen.

Am interessantesten war für mich (der ich nicht nach Rezept kochen kann!) aber die Einführung. Einmal mehr bin ich über eine Differenz der Kulturen gestolpert, die ich im Alltag gern vergesse. Ähnlich wie jene norddeutsche Dame, die an einer hiesigen Weinmesse lautstark trockenen Wein verlangte, um ihre Kennerschaft zu demonstrieren, und dabei nicht realisierte, dass hierzulande trockener Wein Standard ist, und selbst Nicht-Kenner gar nicht auf die Idee kämen, einen lieblichen oder süssen Wein zu verlangen, hat mich Schaefer schockiert mit der Aussage, dass zu Käse selbstverständlich auch anderer als roter Wein getrunken werden könne. Denn ich sehe mich seit ein paar Jahren dem gegenteiligen Phänomen gegenüber gestellt. Aus einer Kultur stammend, wo zu Käse selbstverständlich weisser Wein getrunken wird, musste ich in den letzten Jahren lernen, dass man zu Käse (ausnahmsweise – dachte ich zuerst – aber die Ausnahme scheint auch hierzulande zur Regel zu werden) Roten trinken kann.

Noch heute aber trinke ich zu Käse – wenn’s denn schon Rotwein sein muss – am liebsten einen leichten Landwein, weil ich der Meinung bin, dass die meist recht kräftigen Käsearomen die zwar auch kräftigen, aber über weniger Durchsetzungsvermögen verfügenden Aromen des Weins gern totschlagen.

Das Büchlein ist liebevoll gestaltet, und die Rezepte sind interessant; das eine oder andere davon wird mir sicher mal zur Anregung dienen…

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