Weihnachtsmarkt, der:

Ich gehöre nicht zu den Menschen, die irgendwie an oder unter Weihnachten leiden. Das mag daran liegen, dass ich Feiertage mehr oder weniger gepflegt ignoriere. Und mit ihnen auch die meisten der entsprechenden Märkte. Manchmal aber, so wie gestern zum Beispiel, packt mich der Furor des Ethnologen, und ich reise studienhalber an so einen Markt, an einen Weihnachtsmarkt. Keinen grossen, allerdings. (Ich war mal in Nürnberg – allerdings war das am Sonntagmorgen früh. Nur etwa die Hälfte der Stände war schon geöffnet, Glühwein und Besoffene wurden noch versteckt.) Überhaupt: Glühwein… Meiner Meinung nach ein Relikt aus dem Mittelalter. Da damals jeder Wein ein Krätzer war, war es nur zu natürlich, dass man ihm mit allem Möglichen aufzuhelfen suchte: Kräuter, Zucker, Kuhdung… Im 21. Jahrhundert ist der Wein entweder zu gut dazu, oder man sollte ihn gar nicht trinken. Nürnberg also war von der Tageszeit her untypisch, und als ich gestern Abend den hiesigen Weihnachtsmarkt besuchte, war es kühl, und es regnete. Ergo: Kaum was los. Ein paar verlorene Passanten, ein paar verfrorene Standbetreiber. 21 Stände. Am lustigsten schien man es in der Fondue-Hütte zu haben, wie überhaupt die Stände eigentlich mit Weihnachten sehr wenig zu tun hatten. Man wollte verkaufen: Backformen, Kerzen, Hosenträger und mehr oder weniger exotisches Essen. Das dann aber auch nicht wieder so exotisch, dass meine Neugierde darauf geweckt worden wäre.

Wir gingen schliesslich in ein Restaurant um die Ecke essen.

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