Eva Ashinze liest aus ihrem Winterthur[-]Krimi «Der Fall Maria Okeke»

Noch eine Veranstaltung im Rahmen von «Zürich liest ’16». Diesmal in einer Winterthurer Buchhandlung. (Die Veranstaltung ist ohne Bindestrich zwischen Winterthur und Krimi ausgeschrieben; ich finde, da gehört einer hin.)

Den Roman selber, Der Fall Maria Okeke, habe ich bereits besprochen. Ich mochte ihn nicht so sehr. Ein Grund mehr für mich, hinzugehen, als ich sah, dass heute Frau Ashinze liest. Vielleicht vermöchte sie mir ja Seiten des Romans aufzuzeigen, die mir entgangen sind und die mir den Roman doch noch ans Herz legen könnten. Um es vorweg zu nehmen: Das war nicht der Fall.

Der Reihe nach: Nach der Türöffnung in der Buchhandlung die typische Lese-Situation. Stühle im Halbkreis aufgestellt. Vorne ein Tischchen, ein weiteres Stühlchen dahinter. Auf dem Tischchen das Büchlein, aus dem gelesen werden sollte. Ein Packung Papiertaschentücher (Eva Ashinze war offenbar gerade einer Erkältung genesen.) Das obligate Glas Wasser, das selbstverständlich nicht benutzt wurde. (Das weiss Frau Ashinze offenbar: Nichts ist komischer, als einem Mensch beim Trinken aus einem Wasserglas zuzusehen. Ich glaube, schon Tucholsky hat über das Vortrinken seine Bemerkungen gemacht.) Auf dem Stühlchen die Autorin: ein verängstigtes Häufchen Lampenfieber. (Dabei war es nicht ihre erste Lesung.) Offenbar sind viele Bekannte Eva Ashinzes da, man begrüsst sich jedenfalls fleissig. (Ein Winterthurer Phänomen, auf so etwas kannst du in Zürich lange warten.)

Frau Ashinzes Stimme ist schwach, mag sein, da machte sich noch ihre gerade überstandene Erkältung bemerkbar. Sie liest also ziemlich leise und monoton, aber ohne wirklich störenden Akzent.

Die versprochenen Erhellungen zur Entstehungsgeschichte und zum Hintergrund des Romans beschränken sich darauf, dass Eva Ashinze gesteht, dass sie schon immer Schriftstellerin sein wollte und sich schliesslich sagte: Mit 39 schreibst du deinen Roman oder du wirst ihn nie schreiben. Einen Monat nach ihrem 40. Geburtstag erschien Der Fall Maria Okeke. Und in Bezug auf den Hintergrund legte Ashinze Wert darauf, dass – im Gegensatz zu ihren Protagonistinnen – weder sie noch ihre Mutter Alkoholprobleme hätten.

In der Fragerunde gab sie dann weiter zu, dass sie die Schwedenkrimis mit ihren persönlich vorbelasteten Ermittlern sehr mag – was man Moira, ihrer Ermittlerin ja fast gar nicht anmerkt. Die Teile, die sie aus dem zweiten Roman um ihre Anwältin vorlas (Arbeitstitel: Tod in Winterthur), scheinen jedenfalls auch wieder sehr stark auf die persönlichen Vorbelastungen Moiras einzugehen.

Weder die vorgelesenen Ausschnitte aus dem nächsten Roman, noch die Story, soweit sie von Frau Ashinze skizziert wurde, haben mich so sehr angesprochen, dass ich mir diesen Roman kaufen werde. In Anbetracht dessen habe ich beim anschliessenden Apéro dann auch nur ein Glas Wasser getrunken und zwei Handvoll Chips stibitzt. Danach bin ich still und leise nach Hause gegangen.

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