›Marginalien… 220. Heft

Schon letztes Jahr bin ich auf die Pirckheimer-Gesellschaft aufmerksam geworden; dieses Jahr habe ich an der Leipziger Buchmesse Anmeldeformulare mit nach Hause genommen. Diese Formulare lagen dann zugegebenermassen einige Monate bei mir herum, bis ich sie endlich abschickte. Offenbar lagen sie dann auch bei den Verantwortlichen der Pirckheimer-Gesellschaft noch ein paar Monate herum, und so habe ich erst vor kurzem meine Bestätigung erhalten, zusammen mit – u.a. – den drei Heften der Vereins-Zeitschrift Marginalien, die 2016 bereits erschienen sind. Das erste Heft, die N° 220, habe ich nun gelesen.

Willibald Pirckheimer (1470-1530) ist ein deutscher Vertreter des humanistischen Renaissance-Universalgelehrten, der nicht nur ein enger Freund Albrecht Dürers war, sondern auch die Wissenschaft vom Buch bzw. der Buchkunst entwickelt hat. Die Bibliophilen-Gesellschaft, die sich 1956 in der damaligen DDR bildete, benannte sich deshalb nach ihm. Sie gehörte zu den staatlich anerkannten und deshalb staatstragenden Verbänden der DDR, hat aber die Wende überlebt und hat heute auch Mitglieder ausserhalb des Raums der ehemaligen DDR.

Die ostdeutschen Wurzeln machen sich zumindest in der N° 220 sehr stark bemerkbar. Ich will nun keineswegs den Satz „In der DDR war nicht alles schlecht!“ äussern, der eine derartige Verallgemeinerung vorstellt, dass er ebenso richtig wie falsch ist. Aber in der Buchgestaltung leisteten die DDR-Verlage vielfach Hervorragendes, und ihre Buchillustratoren hatten überregionalen Ruhm. Dass man manchmal in den Beiträgen der Marginalien 220 etwas Ost-Nostalgie hervorblicken zu bemerken meint, stört ein bisschen, zugegeben. Es ist aber auch zu sagen, dass der am meisten nostalgisch gehaltene Beitrag (persönliche Erinnerungen an Hans Marquardt, der jahrelang Reclam-Ost geleitet hatte) von Hans Altenheim stammt – einem West-Verleger. Generell steht die jüngere Geschichte des deutschen Verlagswesens im Vordergrund dieser Nummer; meist mittels der Lebensgeschichte bestimmter Persönlichkeiten illustriert. Eigentliche Illustrationen sind selbstverständlich ebenso enthalten – Fotografien, aber auch Reproduktionen von besprochenen Buchillustrationen (diese sogar zum Teil in Farbe). Vereinsinterna wie Berichte über Versammlungen der Regionalgruppen oder Nachrufe auf verstorbene Mitglieder fehlen selbstverständlich auch nicht.

Alles in allem nicht ganz das, was ich erwartet hatte, und ich weiss noch nicht, ob es sich lohnen wird, über Heft 221 zu berichten – ich habe nämlich noch keine Zeit gefunden, hinein zu schauen.

 

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