Richard Katz

Richard Katz gehört zu meinen frühesten Leseerlebnissen. Der gebürtige Deutschprager war wohl zwischen den beiden Weltkriegen der bekannteste Autor von Reiseliteratur. Seine Werke erreichten hohe Auflagen und standen wohl in jedem Haushalt herum. So ist es kein Wunder, wenn selbst in meinem Elternhaus – wo zwar gelesen wurde, aber nur wenig – ein oder zwei Bände herumstanden.

Katz verstand es, seine Reiseerlebnisse so zu schildern, dass der Leser mitgerissen wurden, auch oder gerade weil er ja nichts erlebte bzw. schilderte, was Otto Normalverbraucher nicht auch hätte erleben können. Was ihn von diesem Otto unterscheidet, ist die Tatsache, dass er hinschauen konnte. Dass er so vorurteilsfrei war, Vorurteile zu anerkennen, zu akzeptieren. Ja, er vertrat die Meinung, dass Vorurteile wohl nicht nur unumgänglich waren im gegenseitigen Umgang der Völker und Nationen miteinander, sie waren seiner Meinung nach wohl auch nötig. Katz ist zwei oder drei Mal um die Welt gereist. Sein Hauptinteresse galt dabei dem Fernen Osten. Er erlebte und schilderte die Diskrepanz zwischen Japanern und Europäern, Javanern und Europäern … Katz reiste zu einer Zeit, als der Kolonialismus noch im Hochschwange war, sah aber bereits voraus, dass die Tage des Kolonialismus gezählt waren – keine 100 Jahre mehr gab er ihm im Jahre 1929.

Katz’ Reiseberichte sind bis heute lesbar, da er in seinen Schilderungen absichtlich alles vermied, was mit Tagesaktualität verbunden war. So bleiben die Schilderungen der Völker zeitlos und werden zu wirklich grosser Reiseliteratur.

Richard Katz im Internet zu finden, ist nicht einfach. Die Wikipedia-Artikel auf Deutsch und Englisch sind kurz und wenig informativ. (Der englische ist sowieso nur eine Übersetzung des deutschen.) Offenbar beruhen die beiden Artikel mehr oder weniger auf der einzigen einigermassen ausführlichen Quelle: Einer Reihe von Artikeln über diverse deutschsprachige Reiseschriftsteller, die ein mir unbekannter Mensch mit Pseudonym “Dikogoros” ins Web gestellt hat, und die im Laufe der Jahre schon diverse Male Host und Internetadresse gewechselt hat, auch zwischendurch wohl mal ganz verschwunden ist. Dieser Seite gibt es m.M.n. nichts hinzuzufügen, weshalb ich mal ganz einfach auf den aktuellen Standort derselben verweise:

http://diki.cwahi.net/katz.htm

Ich hoffe, sie bleibt dort einige Zeit erhalten. Katz verdient eine ausführliche Seite in den Weiten des WWW …

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2 Kommentare zu Richard Katz

  1. P.H. sagt:

    Leider muss ich heute – 5 Jahre nach Veröffentlichung dieses Aperçus – feststellen, dass der Link zu Dikogoros’ Darstellung von Richard Katz abermals tot ist. Schade, sehr schade…

  2. Pingback: Richard Katz: Ein Bummel um die Welt | litteratur.ch

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