Literaturcamp Heidelberg 2017 (1)

Heute nun öffnete das Literaturcamp Heidelberg von Susanne Kasper & Co. offiziell seine Türen. (Auch hier bin ich zuerst um 45° in die falsche Richtung marschiert, jener offenbar nicht sehr ortskundigen Mitarbeiterin der Tourist Information vor Ort sei Dank. Nun, ich bin angekommen.)

Zuerst wurden die sog. „Sessions“ vergeben – das was an ’normalen‘ Tagungen ‚Referat‘ heisst. Jede und jeder, die oder der wollte, konnte ein Thema anmelden. Und es wollten von den 197 Teilnehmerinnen und Teilnehmern sehr, sehr viele. Zusammen mit dem Umstand, dass die Technik zickte, wurde dieser Programmteil deshalb etwas langfädig, auch wenn dem Organisationskomitée zu Gute zu halten ist, dass es sich an den vorgegebenen Zeitrahmen hielt. Von den 5 Slots, in denen die Referate an diversen Örtlichkeiten des Dezernat 16 gehalten wurden, habe ich nur den letzten 3 beigewohnt. Zum Mittagessen habe ich mich verabschiedet, rasch noch verschiedene Dinge im Hotel erledigt und dann in der Stadt gegessen. Überpünktlich zu ‚meiner‘ ersten Session um 15.00 Uhr war ich wieder vor Ort.

Diese Session wurde gehalten von einer Doktorandin der Literaturwissenschaft (Namen sind Schall und Rauch; ich vergesse sie immer sofort wieder, tut mir leid), und ihr Ziel war es, uns beliebt zu machen, dass doch die Blogs etwas literaturwissenschaftlicher daher kommen sollten, damit sie auch von der akademischen Literaturwissenschaft ernst genommen würde. Warum das so sein sollte, konnte sie mir allerdings nicht plausibel machen. Ihr Beispiel war eine kürzlich in diversen Blogs losgetretene Diskussion an Hand der Biss zum-Trilogie von Stephenie Meyer, die ein recht veraltetes Bild einer Beziehung und der Rolle der Frau darin portiert – ohne dass die meisten Bloggerinnen, die darüber berichteten, zu dieser Rolle auch nur ein Wort verloren. Diese Diskussion wurde dann doch noch in den Blogs geführt; an den akademischen Literaturinterpreten ist sie bis heute vorbeigelaufen. Das ist sehr schade für die Akademiker, aber dass wir Blogger ihnen helfen sollten, aufs hohe Ross zu steigen, will mir nicht einleuchten.

Die nächste Session wollte uns Tipps und Tricks verraten, wie unser (Word-Press-)Blog im sog. ‚Google Ranking‘ höher steigen lassen können. (Einen der Tricks, nämlich sich zu vernetzen und zu verlinken, kann ich nur schon deshalb nicht ausführen, weil mich auch hier mein Namensgedächtnis schmählich im Stich lässt.)

Schliesslich hörte ich noch einer Webdesignerin und Bloggerin zu zum Thema Wie pimpe ich mein Word-Press-Blog – eine Session, die für fortgeschrittene Blogger gedacht war. Dass dann darin auch Blogger – ich verwende absichtlich die männliche Form (es war nämlich ein Mann!) – sassen, die eine WordPress.com- nicht von einer WordPress.org-Installation unterscheiden konnten, wunderte mich allerdings nicht. Viel Neues habe ich auch hier nicht erfahren. Einiges kannte ich zumindest in der Theorie schon, anderes habe ich bereits ausgeführt, noch anderes werde ich nie ausführen.

Bei beiden Sessions habe ich mich offen gesagt, ein wenig darüber verwundert, mit welcher Leichtigkeit Plugins empfohlen wurden, die ich selber nie installieren würde, weil mir ihr Hintergrund und ihre Herkunft allzu bedenklich erscheint.

Es gab dann noch Night-Sessions (inkl. eine zum Thema Whisky-Tasting), die ich aber wieder geschwänzt habe. Ich war nochmals in der Heidelberger Altstadt, bin ein bisschen flaniert, habe diesmal sogar das Schloss – von weitem! – und die Neckarbrücke gesehen, habe noch etwas gegessen und zum Abschluss meine eigene Spirituose, nämlich einen Gin, getastet. (Bulldog – war nicht schlecht, konnte mich aber nicht vom Hocker hauen.)

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