Frankfurter Impressionen

Dieser Tage findet ja die Frankfurter Buchmesse statt, und da ich im Frühling die Leipziger Buchmesse krankheitshalber auslassen musste, habe ich beschlossen, dafür im Herbst Messeluft zu schnuppern.

Gestern bin ich mit dem Auto entspannt nach Frankfurt gegondelt. Jedenfalls, nachdem ich meinem Navigationsgerät endlich beigebracht hatte, dass ich über Basel und nicht über Stuttgart fahren möchte. Das heisst, ganz über Basel bin ich natürlich nicht gefahren, ich bin vorher bei Lörrach über die Grenze. Dabei habe ich festgestellt, dass diese (unterdessen auch nicht mehr ganz so neue) Autobahn praktisch vor Johann Peter Hebels Haustüre (bzw. an seinem Geburtsort Wiesental) vorbeifährt. Was er dazu gesagt hätte, dass die A Neunhundert-irgendwas nun quer die Landschaft pflügt, die er in jungen und mittleren Jahren so gerne durchwandert hat? Je nun, ich glaube, er wäre da pragmatisch gewesen.

Von den zu erwartenden Staus abgesehen, verlief die Fahrt ereignislos; ich bin gestern in meinem Hotel angekommen, zu dem nur zu sagen ist, dass das Verhältnis von Preis zu Leistung stimmt. Der Preis ist recht bescheiden.

An der Messe habe ich dann mit Entsetzen festgestellt, dass meine Orientierungspunkte von vor 3 Jahren mir nicht mehr gross helfen können. Ich komme nicht mehr mit der S-Bahn, sondern mit dem Taxi – und deshalb von einer andern Seite hinein. (Dafür sehe ich ein bisschen was von Frankfurt.) Nun, ich habe dann trotzdem auch auf dieser Messe so ziemlich alle meine gesuchten Ziele gefunden. Den Karl-May-Verlag haben sie zwar fast aufs Klo hinaus gestellt, aber der Chef hält dennoch tapfer die Stellung.

2017 ist die Pirckheimer-Gesellschaft zum ersten Mal in ihrer Existenz an der Frankfurter Buchmesse mit einem eigenen Stand vertreten.

Die Pirckheimer-Gesellschaft ist – meines Wissens zum ersten Mal in ihrer Geschichte – mit einem eigenen Stand an der Frankfurter Buchmesse vertreten, und ich denke, so viel Einsatz für gute Buchgestaltung gehört mit einem entsprechenden Bild hier belohnt. (Allerdings liesse sich, offen gesagt, an einer guten Stand-Gestaltung noch ein bisschen arbeiten.)

Die Stand-Betreuerin wollte mich gleich  für die Pirckheimer-Geselllschaft rekrutieren; leider bin ich schon Mitglied. Sie war dann ein wenig enttäuscht, dass sie mich nicht persönlich kannte.  Je nun, es haben mich noch andere Leute an der Messe nicht (mehr ) persönlich gekannt. Ich bin offenbar der Typ Mensch, den man schon vergessen hat, bevor er sich richtig verabschiedet hat. (Was, im Vertrauen gesagt, durchaus auch Vorteile hat.) Ausserdem habe ich selber auch noch keinen ‘Pirckheimer’ life gesehen, ausser den zwei oder drei Exemplaren, die jeweils an den Messsen für die Gesellschaft hinstehen. Wenn es denn ‘Pirckheimer’ waren.

À propos Gestellschaft bzw. Stiftung: Die Arno Schmidt Stiftung war wie 2013 in Frankfurt wieder beim Suhrkamp-Verlag ‘eingemietet’. Ich musste zwar diesmal das Ansichtsexemplar des grossen Arno-Schmidt-Fotobuchs unter der Aktentasche eines älteren Herrn hervorziehen, der sich mit der Vertreterin der Stiftung angeregt über das Miet- und Wohnungswesen Darmstadts unterhielt, aber er ging bald weg, und ich konnte mich tatsächlich noch mit der freundlichen Dame über das Fotobuch unterhalten. Jede Serie hat ein Ende. Auf meiner Wunschliste ist das Fotobuch ja schon gewesen, vielleicht werde ich es mir nun wirklich anschaffen.

Beim Wallstein-Verlag habe ich festgestellt, dass Band 6 der Merck-Werkausgabe frisch erhältlich ist; ich hoffe ihn dann zu Hause ebenfalls vorfinden zu können. Die Büchergilde war überlaufen, ich habe den Grund dafür nicht herausgefunden. Das neue Programm ist bereits seit ein paar Wochen online.

Susanne Kasper diskutiert zum Thema Self-Publishing – den genauen Titel der Veranstaltung habe ich vergessen zu notieren.

Ich habe auch ein paar Bekannte und Freunde aus andern Internet-Foren und -Zusammenhängen getroffen oder zumindest gesehen. ‘Orbanism’, wie das Projekt von Leander Wattig jetzt heisst, verfügt über einen eigenen (und nicht zu kleinen) Stand. Neben Gratis-Selters-Wasser (dem echten!) für alle gibt es dort auch Informationen für und über Self-Publishing. Ich bin zufälligerweise an eine Podiumsdiskussion herangelaufen, bei der auch Susanne Kasper mitdiskutierte. (Oder mitmoderierte? So genau war mir die Rollenverteilung nicht klar. Den Beteiligten wohl auch nicht.) Ich bin kein Self-Publisher, beabsichtige auch nicht, es zu werden, und den eventuell interessanten Punkt zum Thema ‘Self-Publisher und Literatur-Blogs’ scheine ich verpasst zu haben. Und Selters-Wasser schmeckt leicht salzig, was ich auch nicht wusste.

Womit ich zum kulinarischen Schluss komme: Beck’s Bier schmeckt immer noch nicht. Allerdings hat sich für mein Empfinden die Zahl und Diversität der Verpflegungsstände verdoppelt, und so habe ich zu meiner Freude nicht nur die Bio-Bratwurst von 2013 wieder gefunden, sondern auch einen Stand, der ganz passablen Äppelwoi verkauft.

Das war’s für heute von unserem Korrespondenten in Frankfurt.

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Ein Kommentar zu Frankfurter Impressionen

  1. Falls noch nicht bekannt, in der DDR hieß Mineralwasser generell Selters (manchmal Tafelwasser). Den leicht salzigen Gemack erinnere ich noch gut. Im Sommer war in den Geschäften (Kaufhalle & Konsum) dann nicht selters, ähm, selten selbst die Selters ausverkauft. Herhalten mußten dann die buchstäblich verstaubten Sirupflaschen und das Brausepulver, wenn man nicht pures Leitungswasser trinken wollte.

    Viel Spaß noch bei der Buchmesse!

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