Leipziger Buchmesse 2018 – 2

Schnee in Leipzig. Und das am 16. März … Nicht des Schnees wegen allerdings liess ich es heute ein wenig ruhiger angehen. Dies war vielmehr der Tatsache geschuldet, dass ich mein für dieses Jahr vorgesehenes Programm schon gestern erledigen konnte und auch am Abend noch ins südliche Leipzig an eine Lesung gehen wollte. (Ich hatte…

Tanja Brandt: Wo die Liebe hinfliegt

“Wohlfühlbuch” … Ich weiss nicht, ob ein Verlag oder ein Buchhändler zuerst auf die Idee gekommen ist, diesen Begriff als Marketinginstrument einzusetzen, oder ob er nicht doch in einem Blog oder einem Forum zuerst verwendet worden ist. Jedenfalls assoziiere ich damit weitere Begriffe, die meist parallel dazu verwendet werden: Kuscheldecke, Kerze, Tasse Tee. Als “Wohlfühlbuch”…

Fritz Mauthner: Der Atheismus und seine Geschichte im Abendlande. 3. Band: Drittes Buch (1. bis 11. Abschnitt): Aufklärung in Frankreich und in Deutschland – Die große Revolution

Für Mauthner ist die Geschichte des Atheismus eine Sammlung von Geschichten atheistischer Persönlichkeiten; und er hat so seine Lieblinge und seine Bêtes noires. Ersteres wie letzteres teilt er mit praktisch allen Philosophiegeschichten seiner Zeit. Mauthner ist allerdings ein Amateur und zelebriert seine Parteilichkeit nachgerade. (Wenn er übrigens den professionellen Philosophiegeschichtsschreibern vorwirft, dass da einer vom…

Eva Ashinze liest aus ihrem Winterthur[-]Krimi «Der Fall Maria Okeke»

Noch eine Veranstaltung im Rahmen von «Zürich liest ’16». Diesmal in einer Winterthurer Buchhandlung. (Die Veranstaltung ist ohne Bindestrich zwischen Winterthur und Krimi ausgeschrieben; ich finde, da gehört einer hin.) Den Roman selber, Der Fall Maria Okeke, habe ich bereits besprochen. Ich mochte ihn nicht so sehr. Ein Grund mehr für mich, hinzugehen, als ich…

Jean Paul: Vorschule der Ästhetik, nebst einigen Vorlesungen in Leipzig über die Parteien der Zeit / Kleine Nachschule zur ästhetischen Vorschule

Mit Jean Paul hat sich zum ersten Mal in der Geschichte der deutschen Literatur ein Vertreter der schreibenden Zunft selber in grossem Ausmass zu den Grundlagen seines Schreibens geäussert. Jean Pauls Vorschule ist, wie wir es uns von Jean Paul gewohnt sind, ein Mischmasch aus verschiedenen, oft disparat wirkenden Teilen. Da ist einerseits – und…

Robin Sloan: Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra [Mr. Penumbra’s 24-Hour-Bookstore]

Clay Jannon ist Web-Designer. Er hat sogar einen (kleinen) Preis für seine Arbeit gewonnen. Aber sein Arbeitgeber ging Pleite, jetzt ist er arbeitslos und stromert durch San Francisco. Da sieht er in einer Seitengasse an der Ladentür einer Buchhandlung den Zettel: AUSHILFE GESUCHT Spätschicht Spezielle Anforderungen Gute Zusatzleistungen Clay meldet sich und wird angenommen. Ab…

Der Bücherhof in Helmbrechts

Helmbrechts – auch wenn es in meinen Ohren klingt wie der Titel einer Familien-Soap aus den frühen Jahren des deutschen Fernsehens (“Die Helmbrechts”) – ist in Tat und Wahrheit eine Ortschaft im Frankenland. Auf dem Weg dahin kommt man an Hof vorbei, an Bayreuth, an Wunsiedel. Die Landschaft des Jean Paul also, aber auch die…

Jaron Lanier: Wem gehört die Zukunft?

Silvester ist traditionsgemäss der Tag des Rück- und Ausblicks. Anstatt nun mein Teebeutelchen ein zweites Mal zu wässern, habe ich beschlossen, Jaron Laniers Buch Wem Gehört die Zukunft? Du bist nicht der Kunde der Internet-Konzerne, du bist ihr Produkt! kurz Revue passieren zu lassen. Es passt wunderschön zum Thema Rück- und Ausblick: Ausblick – schon…

Besuch der Frankfurter Buchmesse 2014 (Tag 2)

Tag 2 unterscheidet sich von Tag 1 vor allem dadurch, dass mir die Füsse bedeutend weniger weh taten. Ich kenne mittlerweile die grobe Struktur des Messe-Aufbaus und somit die kürzesten Wege von A nach B. Die Indies habe ich gestern dann gefunden – d.h., das ist hier folgendermassen: Indie-Verlage haben ganz einfach eigene Stände, so…

Bernhard Fischer: Johann Friedrich Cotta. Verleger – Entrepreneur – Politiker

Gefragt nach den Protagonisten der deutschen Klassik, werden einem Goethe in den Sinn kommen, und Schiller natürlich. Dann wahrscheinlich noch Herder. Schon weniger wahrscheinlich Wieland. Wilhelm von Humboldt habe ich auch schon nennen gehört – als Gesprächspartner vor allem Schillers, in Zusammenhang mit Fragen der klassischen Ästhetik. Aber Cotta? Wer ist Cotta? Diese Lücke in…