Winter

Winter ist der legitime und logische Nachfolger von Autumn – also eine weitere Anthologie mit jahreszeitbezogenen Texten der Folio Society, erschienen dieses Jahr in London. Erscheinungsort und -verlag erklären, warum die Mehrzahl der Texte von britischen bzw. US-amerikanischen Autoren stammt. Man kann die enthaltenen Texte in 2×2 Kategorien einteilen. Längs (sozusagen) in Lyrik (schwergewichtig, wie…

Tanizaki Jun’ichirō: Liebe und Sinnlichkeit [Ein Essay über die Rolle der Frau und die Geschlechter-Beziehungen in der traditionellen japanischen und in der europäischen Literatur]

Ehrlich gesagt, habe ich mich nicht getraut, den deutschen Titel dieses Essays als Überschrift zu verwenden. Schliesslich ist Liebe und Sinnlichkeit (so lautet er nämlich) kein Sex-Ratgeber und Tanizaki Jun’ichirō ist nicht der japanische Dr. Sommer. Sondern… Mit der erzwungenen Öffnung Japans für den Westen erreichten seit dem Ende des 19. Jahrhunderts auch verschiedene literarische…

Luo Guanzhong: Die Geschichte der Drei Reiche

Über 1’330 Seiten Text, über 1’000 namentlich genannte Charaktere (und über 300 Seiten gelehrte Anmerkungen) – dieser chinesische Roman lässt selbst die diesbezüglich viel geschmähten Russen problemlos hinter sich… Und dabei gilt Die Geschichte der Drei Reiche den Chinesen als einer ihrer vier klassischen Romane. Lange stand ich vor der Frage, ob ich hier nun…

Mo Yan: Der Überdruss

Es kommt selten vor, dass ich die Empfänger eines – irgendeines – Literaturpreises lese. Wenn, dann endet das meist in einer Enttäuschung, weil die Kriterien für gute Literatur einer Jury selten mit den meinen übereinstimmen. Nun gar der Nobelpreis, dessen Kriterium ja in erster Linie nicht einmal unbedingt literarische Qualität in irgendeiner Form ist. Erste…