Winter

Winter ist der legitime und logische Nachfolger von Autumn – also eine weitere Anthologie mit jahreszeitbezogenen Texten der Folio Society, erschienen dieses Jahr in London. Erscheinungsort und -verlag erklären, warum die Mehrzahl der Texte von britischen bzw. US-amerikanischen Autoren stammt. Man kann die enthaltenen Texte in 2×2 Kategorien einteilen. Längs (sozusagen) in Lyrik (schwergewichtig, wie…

Evelyn Waugh: Vile Bodies [Lust und Laster / auch: …aber das Fleisch ist schwach]

Waughs zweiter Roman Vile Bodies erschien 1930 und brachte ihm den literarischen Durchbruch. Mit der Übersetzung des Titels (mit beiden Übersetzungen!) kann ich mich, nebenbei gesagt, nicht so recht anfreunden: Lust und Laster klingt viel zu verdorben für die harmlosen Dinge, die diese Gruppe junger Leute, um die sich der Roman dreht, treiben – nachts…

Emilio Lussu: Ein Jahr auf der Hochebene

Emilio Lussu berichtet von einem Jahr während des Ersten Weltkrieges, ein Jahr, das er auf einer Hochebene gegenüber den österreichischen Stellungen zugebracht hat. Nach diesem Jahr ist er der einzige noch lebende Offizier seiner Kompanie und wird schließlich an einen anderen Frontabschnitt versetzt. Lussu erhebt keinen literarischen Anspruch, er beschreibt schlicht den alltäglichen Kriegswahnsinn. Was…

Christopher Clark: Die Schlafwandler

Christopher Clark (Australier) analysiert in diesem umfangreichen Werk den Weg in die “Urkatastrophe” des 20. Jahrhunderts (der Titel des Werkes ist von Hermann Broch entlehnt, obschon nirgendwo darauf hingewiesen wird: Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass dies Zufall gewesen sein sollte, weil Broch diesen Titel bei seiner Romantrilogie im gleichen Sinne wie Clark verwendet…