Alice Schmidt: Tagebücher der Jahre 1948/49

Flüchtlinge, die nach Deutschland einzuwandern suchen, gibt es nicht erst seit dem 21. Jahrhundert. Es gab sie schon nach dem Zweiten Weltkrieg. Man nannte sie „Umsiedler“, und es handelte sich um Menschen, die von einem Teil Deutschlands – dem Osten – in einen andern Teil Deutschlands – den Westen – flüchteten, weil sie sich ein…

Arno Schmidt: Fouqué und einige seiner Zeitgenossen

Ich gehe nicht immer mit seinen Urteilen konform. Zu selbstherrlich wollen sie mir manchmal scheinen, zu apodiktisch. Oft fällt er seine Urteile auch in Unkenntnis wichtiger Details. Er hat einmal irgendetwas über einen Autor gehört und trägt das weiter. Dieses „Irgendetwas“ kann sein Urteil über des Autors Werke gehörig beeinflussen. Im vorliegenden Fall aber bin…

Adelbert von Chamisso, Friedrich de la Motte Fouqué, Karl Wilhelm Salice-Contessa: Der Roman des Freiherrn von Vieren / Karl Wilhelm Salice-Contessa: Das Bild der Mutter / E. T. A. Hoffmann: Der Doppeltgänger

Erklären wir zunächst den recht umständlichen Titel unseres Aperçus – dann haben wir auch schon das Buch vorgestellt: 1814 traf sich einmal pro Woche ein Kreis von Literaten in Berlin. Dies geschah in einem Kaffeehaus oder in der Wohnung von Ernst Theodor Wilhelm Hoffmann, einem Juristen in preussischen Diensten, der aus Verehrung zu Mozart seinen…

Leipziger Buchmesse 2018 – 1

Wider Erwarten und Planung war es ein ziemlich gefüllter erster Tag an der diesjährigen Buchmesse. Zuerst habe ich, ganz kurz, beim Galiani-Verlag einen Blick in die gerade erschienene Neu-Übersetzung der Werke von Laurence Sterne geworfen. Die Übersetzung war in ihrer Kategorie für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. (Gewonnen hat eine andere Übersetzung, die mich…

Arno Schmidt. Eine Bildbiographie

Herausgegeben von Fanny Esterházy. Mit einführenden Texten von Bernd Rauschenbach. Gleich zu Beginn wird Arno Schmidts Diktum, wonach jedem Autor spätestens 50 Jahre nach seinem Ableben eine Biografie zu widmen sei, ins Spiel gebracht. Nun seien es aber noch keine 50 Jahre (Schmidt starb 1979), und das vorliegende Buch sei auch nicht die von Schmidt…

›Marginalien… 224. Heft

Frühlingsgefühle scheinen die Herausgeber der Marginalien gepackt zu haben; jedenfalls ist das erste Heft des Jahrgangs 2017 ein Stück dicker als die Vorgänger des letzten Jahres. Wenn man allerdings genauer hinauschaut, wird man feststellen, dass dies nur der Verwendung dickeren Papiers geschuldet ist – die Anzahl Seiten ist immer noch dieselbe. Was – neben den…

›Marginalien… 222. Heft

Heft 222 bringt ungefähr dieselbe Mischung aus Verlagsgeschichte, Biografien über / Erinnerungen an Illustratoren und Vereinsinterna wie schon Heft 221. Und auch dieses Heft kann die Wurzeln der Pirckheimer-Gesellschaft in der DDR nicht verleugnen. An Beiträgen, die ein weiteres Publikum interessieren könnten, finden wir: Einen Bericht über eine Ausstellung zum Thema Dada. (Nicht die in…

Ferdinand Beneke: Die Tagebücher. III/6: Beilagen 1815 und 1816

Obwohl Band III/6 zwei Jahre umfasst, ist er doch nur noch ungefähr halb so umfangreich wie die beiden Bände III/4 (1813) und III/5 (1814). In Benekes Leben ist der Alltag eines Hamburger Bürgers wieder eingekehrt. Zwar beunruhigte Napoléons Rückkehr von Elba auch die Hamburger nochmals. Beneke wurde wieder als Major im Stabe zur Bürgergarde einberufen…

Ferdinand Beneke: Die Tagebücher. III/3: Beilagen 1811 und 1812

1811 ist Ferdinand Beneke ein routinierter Tagebuchschreiber. Das zeigt sich auch den Beilagen, die er seinem Tagebuch hinzufügt. In den frühen Tagebüchern (vgl. Abteilung I) waren diese bedeutend zufälliger und unwichtiger. Und vor allem: Es waren bedeutend weniger. In der Abteilung III nun stehen zwei gedruckten Bänden Tagebuch deren vier mit den Beilagen gegenüber –…

Ferdinand Beneke: Die Tagebücher. III/2: 1814-1816

Obwohl er ebenso drei Jahre umfasst wie III/1, ist III/2 nur etwa halb so dick. Das liegt wohl daran, dass sich die politischen Ereignisse beruhigen. Zwar wird Hamburg erst einige Zeit nach dem Einmarsch der Verbündeten in Paris von den französischen Truppen verlassen, aber danach können die Hamburger, kann Beneke, wieder daran denken, sich in…