Plinius: Botanik • Medizin und Pharmakologie

Urheberrecht bzw. Copyright waren in der Antike unbekannt. So kommt es, dass wir in den Büchern zur Botanik und zur Pharmakologie der Naturgeschichte des Plinius immer wieder Passagen finden, in denen der Autor – so, wie man später ihn selber ebenfalls aus- und abschreiben sollte, ohne ihn jedes Mal beim Namen zu nennen – in…

Michel de Montaigne: Tagebuch einer Badereise

1580 beschloss Montaigne, der an häufigen, durch Nierensteine verursachten Koliken litt, seinem Leiden durch eine ausgedehnte Badereise ein für alle Mal den Garaus zu machen. Er hatte sich diese Badereise selber verschrieben; Ärzten misstraute er. (In Anbetracht des damaligen medizinischen Wissensstandes und der Ausbildung der sog. „Ärzte“ wohl zu Recht.) Ein weiterer Antrieb dafür, eine…

Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher: Ästhetik (1832/33) / Über den Begriff der Kunst (1831-33)

Er hat – auch parallel zu Hegels Ästhetik-Vorlesungen – immer mal wieder an der Universität Berlin über dieses Thema gelesen. Aber obwohl er ein paar Mal über Ästhetik las, hat Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher zu Lebzeiten nichts davon veröffentlicht. Im vorliegenden Buch haben wir seine Notizen zu einer kleinen Vortragsreihe Über den Begriff der Kunst…

Ulrike Gastmann / Christian Bosse: Das Kamasutra des Mulls

Ja, richtig gelesen: des Mulls, nicht des Mülls. Obwohl ein Mull, wenn ich richtig gezählt habe, ein einziges Mal erwähnt wird. Und das Kamasutra gar nicht. Müll hingegen des öfteren. Ich weiß nicht, wie bekannt die beiden Autoren außerhalb Leipzigs sind. Ich bin auf sie gestoßen im Rahmen des Rahmenprogramms „Leipzig liest“ der Leipziger Buchmesse….

Hermann von Pückler-Muskau: Acht Frühlings- und Sommertage aus dem Leben Mischling’s

Fürst Pückler hat nicht nur das gleichnamige Eis erfunden. Er war vor allem ein grosser Reisender vor dem Herrn. Seine Bücher über eben diese Reisen veröffentlichte er unter dem Pseudonym Semilasso oder auch Der Verstorbene. Es waren denn auch diese Bücher, die ihn weiteren Kreisen bekannt machten. Sie sind bis heute stilbildend und richtungsweisend für…

Adolf Muschg: Der weiße Freitag

Biografie oder Roman? Essay oder Autobiografie? Im Untertitel nennt Muschg dieses Werk eine Erzählung vom Entgegenkommen. Das macht die Sache nicht besser, im Gegenteil. Abgesehen von der sicher bewusst gewählten Schwammigkeit, die sich hinter der literarischen Pseudo-Form Erzählung versteckt, und die meine Eingangsfragen bewusst nicht beantwortet, stellt der Untertitel ein weitere, zusätzliche Frage in den…

Fanny und Robert Louis Stevenson: Südseejahre

Was klingt, als ob Robert Louis Stevenson und seine Frau Fanny einen gemeinsamen Bericht geschrieben hätten über ihre Zeit auf Opolu, einer der Samoa-Inseln, besteht in Tat und Wahrheit aus unabhängig voneinander entstandenen Texten. Das Grundgerüst stellt Fanny Stevensons Tagebuch dar; wo darin Lücken sind (und es sind grosse Lücken darin – dazu s. gleich…

Gustave Flaubert: Bouvard und Pécuchet

Bouvard und Pécuchet war Gustave Flauberts letzter Roman. Er sollte unvollendet bleiben, auch wenn offenbar nicht viel mehr als das Schlusskapitel fehlte. Es ist die Geschichte zweier Pariser Kopisten (eben: Bouvard und Pécuchet), die, durch Erbschaft an ein wenig Geld gekommen, beschliessen, ihre Arbeit aufzugeben und sich aufs Land, in die Normandie, zurückzuziehen, wo sie…

Heinrich Christian Boie / Luise Justine Mejer: Briefwechsel 1776 – 1786. Band 2: Juli 1782 – Juni 1784

In den zwei Jahren, die dieser Band des Briefwechsels von Boie und Mejer umfasst, geschieht so einiges. Vor allem drei Grossereignisse sind hervorzuheben – bei einem davon sind Boie nur passiv und Mejer eigentlich gar nicht betroffen, es wird von aussen an sie herangetragen; beim zweiten sind allerdings beide betroffen, es ist auch sozusagen hausgemacht;…