Ulrike Gastmann / Christian Bosse: Das Kamasutra des Mulls

Ja, richtig gelesen: des Mulls, nicht des Mülls. Obwohl ein Mull, wenn ich richtig gezählt habe, ein einziges Mal erwähnt wird. Und das Kamasutra gar nicht. Müll hingegen des öfteren. Ich weiß nicht, wie bekannt die beiden Autoren außerhalb Leipzigs sind. Ich bin auf sie gestoßen im Rahmen des Rahmenprogramms „Leipzig liest“ der Leipziger Buchmesse….

Hermann von Pückler-Muskau: Acht Frühlings- und Sommertage aus dem Leben Mischling’s

Fürst Pückler hat nicht nur das gleichnamige Eis erfunden. Er war vor allem ein grosser Reisender vor dem Herrn. Seine Bücher über eben diese Reisen veröffentlichte er unter dem Pseudonym Semilasso oder auch Der Verstorbene. Es waren denn auch diese Bücher, die ihn weiteren Kreisen bekannt machten. Sie sind bis heute stilbildend und richtungsweisend für…

Adolf Muschg: Der weiße Freitag

Biografie oder Roman? Essay oder Autobiografie? Im Untertitel nennt Muschg dieses Werk eine Erzählung vom Entgegenkommen. Das macht die Sache nicht besser, im Gegenteil. Abgesehen von der sicher bewusst gewählten Schwammigkeit, die sich hinter der literarischen Pseudo-Form Erzählung versteckt, und die meine Eingangsfragen bewusst nicht beantwortet, stellt der Untertitel ein weitere, zusätzliche Frage in den…

Fanny und Robert Louis Stevenson: Südseejahre

Was klingt, als ob Robert Louis Stevenson und seine Frau Fanny einen gemeinsamen Bericht geschrieben hätten über ihre Zeit auf Opolu, einer der Samoa-Inseln, besteht in Tat und Wahrheit aus unabhängig voneinander entstandenen Texten. Das Grundgerüst stellt Fanny Stevensons Tagebuch dar; wo darin Lücken sind (und es sind grosse Lücken darin – dazu s. gleich…

Gustave Flaubert: Bouvard und Pécuchet

Bouvard und Pécuchet war Gustave Flauberts letzter Roman. Er sollte unvollendet bleiben, auch wenn offenbar nicht viel mehr als das Schlusskapitel fehlte. Es ist die Geschichte zweier Pariser Kopisten (eben: Bouvard und Pécuchet), die, durch Erbschaft an ein wenig Geld gekommen, beschliessen, ihre Arbeit aufzugeben und sich aufs Land, in die Normandie, zurückzuziehen, wo sie…

Heinrich Christian Boie / Luise Justine Mejer: Briefwechsel 1776 – 1786. Band 2: Juli 1782 – Juni 1784

In den zwei Jahren, die dieser Band des Briefwechsels von Boie und Mejer umfasst, geschieht so einiges. Vor allem drei Grossereignisse sind hervorzuheben – bei einem davon sind Boie nur passiv und Mejer eigentlich gar nicht betroffen, es wird von aussen an sie herangetragen; beim zweiten sind allerdings beide betroffen, es ist auch sozusagen hausgemacht;…

Netzwerk der Aufklärung. Neue Lektüren zu Johann Heinrich Merck

Herausgegeben von Ulrike Leuschner und Matthias Luserke-Jaqui. Berlin, New York: Walter de Gruyter, 2003 Dieses Buch versammelt verschiedene (ich weiss nicht, ob alle) Vorträge, die am 25. März 2002 an einem wissenschaftlichen Kolloquium zum Thema Johann Heinrich Merck in Darmstadt gehalten worden sind. Dieses Kolloquium war auch der Startschuss für eine neue Edition der Briefe…

Johann Heinrich Merck: Gesammelte Schriften. Band 5: 1779-1780

230 Seiten Originaltext stehen deren 640 mit Anmerkungen, Kommentaren etc. gegenüber – alleine schon das zeigt, mit welchem Aufwand und welcher Sorgfalt das Herausgeberteam um Ulrike Leuschner den fünften Band der Werkausgabe (erschienen 2016, bei Wallstein) gestaltet hat. Mercks Werk in den beiden Jahren 1779 und 1780 besteht vor allem aus Rezensionen. Merck rezensierte so…

Patrick O’Brian: Joseph Banks

Marinehistorische Romane aus der Zeit der Napoleonischen Kriege haben Patrick O’Brian berühmt gemacht. Die Geschichten um einen irische Schiffsarzt-Naturforscher und einen englischen Schiffskapitän scharen bis heute eine treue Fangemeinde auch im deutschsprachigen Raum um sich. So ein Mann ist prädestiniert, die Biografie des Weltumseglers und Naturforschers Banks, der ja (auch) zur Zeit Napoléons lebte, zu…