Sigismund Krzyżanowski: Münchhausens Rückkehr

Es gibt literarische Figuren, die zum Mythos geworden sind. Die meisten dieser Mythen stammen – was unsern Kulturkreis betrifft – aus dem antiken Griechenland: Prometheus, Odysses etc. Die Neuzeit, also die Zeit seit der Renaissance, hat kaum weitere Mythen hervorgebracht. Am bekanntesten noch Don Juan, der ewige Frauen-Verführer. Vor allem im deutschen Sprachraum gesellt sich…

H. G. Wells: Wenn der Schläfer erwacht [When the Sleeper Wakes]

Genealogisches Jewgeni Samjatins Roman Wir gilt als Vater der beiden grossen dystopischen Romane des 20. Jahrhunderts: George Orwells 1984 und Aldous Huxleys Brave New World. Huxley allerdings behauptete, Wir erst ein paar Jahre gelesen zu haben, nachdem er seinen eigenen Roman geschrieben hatte. Das würde darauf hinweisen, dass Brave New World ein direkter Nachfahre des…

Jorge Luis Borges: 25. August 1983 und andere Erzählungen

Normalerweise werden die Bände der Bibliothek von Babel immer mit einem Vorwort des Herausgebers Jorge Luis Borges eingeleitet. Das ist hier nicht der Fall. Hier stammt es von Martin Gregor-Delling; viel wichtiger und interessanter als diese Einleitung ist aber das am Schluss folgende Interview, das María Esther Vázquez mit Borges geführt hat (Borges gleich Borges),…

Yevgeny Zamyatin: We [dt.: Wir / OT: Мы]

Vorbild dieses dystopischen Romans in Tagebuchform war When the Sleeper Awakes, H. G. Wells’ dystopischer Roman von 1899. Wir wurde selber dann zum Vorbild der berühmten Dystopie 1984 von George Orwell und – in geringerem Masse – von Ray Bradburys Fahrenheit 451. Aldous Huxley behauptet, Wir erst gelesen zu haben, nachdem er Brave New World…

George Orwell: A Life in Letters and Diaries [Sein Leben in Briefen und Tagebuch-Auszügen]

Ausgewählt und herausgegeben von Peter Davison. London: Folio Society, 2017. Diese Edition wurde speziell für die Folio Society erstellt; es gibt sie demnach nicht auf Deutsch, und der deutsche Titel stammt von mir. Chronologisch geordnet und in verschiedene Grosskapitel unterteilt, werden hier Auszüge aus Orwells Tagebüchern und verschiedene seiner Briefe präsentiert. Wo nötig, hat der…

Kurd Lasswitz: Auf zwei Planeten

Sandhofer hat bereits zurecht darauf hingewiesen, dass es sich bei diesem Buch nicht um ein großes sprachliches Kunstwerk handelt. Aber es ist in einer ganz anderen Hinsicht von Bedeutung und unterscheidet sich darin auch von SF-Romanen (wie etwa jenen von H. G. Wells): Indem es hier nicht (oder nur teilweise) um Eroberung und Beherrschung eines…

E. M. Forster: Die Maschine steht still [The Machine Stops]

Klappentext kann man es eigentlich nicht nennen, denn meine Ausgabe des kurzen Texts Die Maschine steht still von Edward Morgan Forster1) ist zwar Hardcover (Leinen), aber hat keinen Schutzumschlag, a fortiori also keine Klappen. Der ‘Klappentext’, den ich meine (und auf den schon andere hingewiesen haben), ist auf dem hinteren, äusseren Buchdeckel zu finden: Die…

The Folio Science Fiction Anthology (2016)

Herausgeber und Kommentator der einzelnen Beiträge: Brian W. Aldiss. Anthologien bieten dem Leser die Möglichkeit, neue Autoren kennen zu lernen, unbekannte Texte bekannter Autoren oder zumindest unbekannte Facetten bekannter Autoren. Andererseits bergen sie auch das Risiko, dass unter Bekanntem wie Unbekanntem sich auch einiges an – na ja – Schrott verbirgt. Der englische Science-Fiction-Autor Brian…

John Carey: Haß auf die Massen. Intellektuelle 1880 – 1939

Vorweg: Der deutsche Titel ist einfach nur reißerisch und gibt in keiner Weise den des englischen Originals wider: “The Intellectuals and the Masses. Pride und Prejudice among the Literary Intelligentsia”. Dies entspricht auch sehr viel besser dem Inhalt des Buches, das sich hauptsächlich mit den englischen Literaten des angegebenen Zeitraumes beschäftigt (weniger mit den Philosophen…