Briefe von und an Lessing 1770-1776

1770: Lessing wirft das Handtuch. Er gibt auf. Er erklärt seinen Versuch, als freier Schriftsteller nur vom Ertrag seiner Feder zu leben, als gescheitert. Denn, als ihm der Posten eines Bibliothekars an der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel angeboten wird, schlägt er ein. Es ist (wie er sich wohl gesagt hat), von allen Möglichkeiten, die…

Jean Paul: Vorschule der Ästhetik, nebst einigen Vorlesungen in Leipzig über die Parteien der Zeit / Kleine Nachschule zur ästhetischen Vorschule

Mit Jean Paul hat sich zum ersten Mal in der Geschichte der deutschen Literatur ein Vertreter der schreibenden Zunft selber in grossem Ausmass zu den Grundlagen seines Schreibens geäussert. Jean Pauls Vorschule ist, wie wir es uns von Jean Paul gewohnt sind, ein Mischmasch aus verschiedenen, oft disparat wirkenden Teilen. Da ist einerseits – und…

Karl Philipp Moritz: Anton Reiser

Anton Reiser braucht – hoffe ich doch – nicht extra vorgestellt zu werden. Ich habe den Text nun zum dritten oder vierten Mal gelesen und bin jedesmal mehr entzückt davon. 1785-1790 in vier Teilen erschienen, ist der Roman so modern wie sonst keiner aus jener Zeit. Er erinnert in vielem an Kafka, in noch mehr…

C. M. Wieland: Schriften zur deutschen Sprache und Literatur II

Band II der von Remtsmaa und andern herausgegebenen Schriften zur deutschen Sprache und Literatur bringt vorwiegend Äusserungen Wielands zur Literatur – also Literaturkritik im weitesten Sinn. Der Band beginnt mit der ungeheuerlichen Kritik Wielands an Uz und mit ihm an den Anakreontikern (von 1752), wo Wieland – noch völlig der bigotte Christ – Uz nicht…

Die Horen. Jahrgang 1796. Zweytes Stück

Herr Lorenz Stark Ähm … öh… Wer? Wie? Was? Da war doch …? – Ach ja: Eine Fortsetzung des Charaktergemäldes aus dem 10. Stück von 1795. Worum ging es gleich schon wieder? Hm … ja, richtig: die Geschichte um den missratenen Sohn. Bzw. missratenen Vater. In dieser Nummer finden wir vor allem ein Gespräch zwischen…

Die Horen. Jahrgang 1795. Zehentes Stück

Noch hat der Herausgeber Schiller sein Pulver nicht ganz verschossen – auch wenn es im Forum Mitleser gibt, die diese Nummer der Horen als “langweilig” bezeichnet haben. Ich finde, dass sie immer noch weit über dem zu erwartenden Durchschnitt liegt und sogar echte Schmuckstücke vorzuweisen hat. Dazu gehört zwar Herr Lorenz Stark. Ein Charaktergemälde von…

Die Horen. Jahrgang 1795. Drittes Stück

Erstes Stück ohne einen Beitrag von Goethe oder Schiller. Den Anfang macht Herder mit Das eigene Schicksal Seinen Artikel leitet er folgendermassen ein: Man hört so oft die Worte: “der Mensch hat doch ein eignes Schicksal” “sein Schicksal verfolgt ihn; es hat ihn ereilet” oder: “das ist nun einmal mein Schicksal; ich muß mich drein…