Wörterbuch der Philosophie. Neue Beiträge zu einer Kritik der Sprache von Fritz Mauthner. Zweite, vermehrte Auflage. Zweiter Band: Gott bis Quietiv

Ironie einer Sortierung nach Alphabet: Wenn auf Goethe Gott folgt… Das Stichwort Gott gibt Mauther die Gelegenheit, sich als Atheist zu positionieren. Dass er dabei die Verwendung der Worthülse ‘Gott’ vergleicht mit der von ‘Phlogiston’, die auch noch verwendet worden sei, nachdem Lavoisier nachgewiesen hatte, dass es für eine Erklärung des Verbrennungsprozesses so eine Substanz…

Johann David Wyss: Der Schweizerische Robinson

Zwei Originalversionen? Man ist versucht, beim Schweizerischen Robinson von zwei Originalversionen zu sprechen. Da ist einerseits das handschriftliche, eigentliche Original, von Johann David Wyss verfasst zwecks pädagogischer Belehrung seiner vier Söhne. In diesem Original tragen die vier Söhne des schiffbrüchigen Schweizer Predigers denn auch dieselben Namen wie die vier Söhne Johann David Wyss’. Dann ist…

Patrick O’Brian: Joseph Banks

Marinehistorische Romane aus der Zeit der Napoleonischen Kriege haben Patrick O’Brian berühmt gemacht. Die Geschichten um einen irische Schiffsarzt-Naturforscher und einen englischen Schiffskapitän scharen bis heute eine treue Fangemeinde auch im deutschsprachigen Raum um sich. So ein Mann ist prädestiniert, die Biografie des Weltumseglers und Naturforschers Banks, der ja (auch) zur Zeit Napoléons lebte, zu…

Robert Burton: The Anatomy of Melancholy. The First Partition

Zu Robert Burtons Zeit (der Engländer lehrte und lebte von 1577 bis 1640 – praktisch ausschliesslich an der Oxford University) war “Melancholie” die Bezeichnung jenes Krankheitsbildes, das später “Depression” genannt wurde, noch später “bi-polare Störung”. Burton allerdings fasst den Begriff “Melancholie” sehr weit und subsummiert darunter praktisch alle Formen von madness. Burton war ein Gelehrter,…

Barthold Heinrich Brockes: Irdisches Vergnügen in Gott. Dritter und vierter Teil. (= Werke, Band 3)

Als mir im Oktober letzten Jahres an der Frankfurter Buchmesse von jener freundlichen Dame des Wallstein-Verlags versichert wurde, ‘meine’ Werkausgaben würden weitergeführt, allerdings erst im Herbst 2015, war sie offenbar der Meinung, ich hätte Band 3 der Brockes-Werkausgabe bereits in Händen. Das war nicht der Fall. (Zur Erklärung: Ich habe diese Werkausgabe über meine Buchhandlung…

Hrn. B. H. Brockes, L., Com. Palat. Caes. und Rahtsherr der Stadt Hamburg, Irdisches Vergnügen in GOTT, bestehend in Physicalisch⸗und Moralischen Gedichten, Erster Theil, nebst einem Anhang etlicher übersetzten Fabeln Des Herrn de la Motte.

Der Hamburger Ratsherr Barthold Heinrich Brockes (1680–1747) stellte zu Lebzeiten einen hell leuchtenden Stern am literarischen Himmel dar. Doch schon bald nach seinem Tod war auch der literarische Stern erloschen. Weshalb dies? Nun, ich denke, dass sein Hauptwerk, Irdisches Vergnügen in Gott, eine Antwort gibt. In den 1740er Jahren (in zum Schluss 9 Teilen) erschienen,…

Johann Heinrich Merck: Gesammelte Schriften. Band 4: 1778

Das Jahr 1778 sieht den Darmstädter Johann Heinrich Merck wohl auf dem Höhepunkt seines Schaffens als Literat, als Literatur- und als Kunstkritiker. Überhaupt war er zu der Zeit Mädchen für alles, wenn es Christoph Martin Wieland darum ging, ein bestimmtes Thema in seinem Teutschen Merkur besprochen zu haben. Viele dieser Kritiken verraten sich durch die…

Griechische Denker. Eine Geschichte der Antiken Philosophie von Theodor Gomperz. Dritter Band.

Der dritte und abschliessende Band von Gomperz’ Geschichte der Antiken Philosophie ist Aristoteles und dessen unmittelbaren Folgen gewidmet. Von den Häuptern der peripatetischen Schule nach Aristoteles werden allerdings nur Theophrast und Stratos behandelt, bevor mit einem allgemeinen Kapitel über Sitte und Sinnesart des hellenistischen Zeitalters das Werk schliesst. Es folgen dann nur noch (allerdings sehr…

Die Philosophie der Griechen in ihrer geschichtlichen Entwicklung. Dargestellt von Dr. Eduard Zeller. (Zweiter Teil, zweite Abteilung: Aristoteles und die alten Peripatetiker)

Er sei eigentlich Aristoteliker, hat Ernst Hoffmann unserm Autor im Nachwort zum vorhergehenden Band über Sokrates und Platon vorgehalten (und damit wohl auch impliziert, dass Zeller den beiden Hauptfiguren vom ersten Teil nicht so ganz gerecht geworden sein könnte). Nun also im zweiten Teil Aristoteles, ein Teil, zu dem auch kein neues Nachwort kommissioniert wurde….

Gottfried Wilhelm Leibniz: Monadologie

Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) ist eine Leitfigur der frühen Aufklärung, so etwas wie einer der ersten modernen Philosophen. Gleichzeitig war er einer der letzten Universalgelehrten in dem Sinne, wie ihn die Renaissance hervorbrachte. Im Gegensatz zum oft auch als Universalgelehrten angesprochenen Goethe verachtete Leibniz die Mathematik nicht nur nicht, er war einer der führenden Mathematiker…