Wörterbuch der Philosophie. Neue Beiträge zu einer Kritik der Sprache von Fritz Mauthner. Zweite, vermehrte Auflage. Dritter Band: Rationalismus bis Zweck. Personen- und Sachregister

Implizit gibt Mauthner in diesem Band zu, dass er das Wörterbuch nicht nach Stichworten verfasst hat, sondern linear, von vorne nach hinten. Unter dem Stichwort Uhrengleichnis vermerkt er nämlich, dass er, was er ursprünglich hierhin setzen wollte, unterdessen bereits unter dem Stichwort Okkasionalismus im zweiten Band abgehandelt habe und hier das Stichwort Uhrengleichnis nur noch…

Moses Mendelssohn: Ausgewählte Werke. Studienausgabe. Band I: Schriften zur Metaphysik und Ästhetik 1755-1771

Überschneidungen mit den Ästhetischen Schriften in Auswahl sind vorhanden, aber vernachlässigbar, auch deswegen, weil der Herausgeber dieser Auswahl, Christoph Schulte, in seinen einleitenden Bemerkungen jeweils leicht andere Akzente von Mendelssohns Schriften herausstreicht, als Otto F. Best in den seinen. Die Berliner Aufklärung, zu der Mendelssohn gerechnet werden kann (er hat viele seiner Schriften bei Nicolai…

Thomas Hobbes: Leviathan

Homo homini lupus – diesen auf Plautus’ lupus est homo homini, non homo, quom qualis sit non novit [Ein Wolf ist der Mensch dem Menschen, nicht ein Mensch, wenn man sich nicht kennt] zurückgehenden Satz zitiert Thomas Hobbes in seinem Leviathan bekanntlich nicht. Aber er ist die Grundlage seines politischen Denkens. Im Leviathan führt Hobbes…

Hans Albert: Traktat über kritische Vernunft

Der alte Münchhausen hätte es sich wohl nicht träumen lassen, dass sein Name eines Tages zum Begriff einer philosophischen Problemstellung werden sollte. Tatsächlich hat Hans Albert in seinem Traktat über kritische Vernunft im Zusammenhang mit der sog. Letztbegründung von Sätzen folgende Problemstellung das Münchhausen-Trilemma genannt: Angenommen, ich habe einen Satz p, den ich begründen will,…

Zu Röds “Gott der reinen Vernunft”

Ein vorzügliches Buch, das eine mehr als umfassende Analyse des ontologischen Gottesbeweises bietet (im Gegensatz etwa zu Mackies Buch, das sich mit Gottesbeweisen der unterschiedlichsten Herkunft auseinandersetzt, so auch dem kosmologischen, teleologischen oder moralischen Argument). Diese Beschränkung macht das Buch weniger umfangreich, zeigt aber anhand der zu verschiedenen Zeiten vorgetragenen “Beweise” die Entwicklung dieser rationalistischen…

Anthony Kenny: Geschichte der abendländischen Philosophie. Band III: Neuzeit

Band III von Kennys Philosophiegeschichte umfasst die Zeit von 1531 (Erscheinungsjahr von Machiavellis Il Principe / Der Fürst) bis 1831 (Hegels Tod). Diese Epoche – vor allem ihre erste Hälfte – zeichnet sich dadurch aus, dass in ihr die ‘Alte Welt’ definitiv aus den Angeln gehoben wurde. Das kann man ziemlich wörtlich nehmen, indem eine…

Johann Georg Hamann: Sokratische Denkwürdigkeiten

Wir schreiben das Jahr 1759. Hamann ist aus London in die Königsberger Provinz zurückgekehrt. Der Zusammenbruch in England hat bei ihm zu einem Erweckungserlebnis geführt – aus dem Aufklärer Hamann wurde der Christ und Gegner der Aufklärung Hamann, der Magus des Nordens. Seine Freunde Berens und Kant versuchen noch, ihn zurück zu bekehren – erfolglos….

Leibniz zur Logik und zur philosophischen Grundlegung von Mathematik und Naturwissenschaft

Band IV der Studienausgabe, die ich zur Zeit mehr oder weniger intensiv durcharbeite, beschäftigt sich mit dem zu seinen Lebzeiten weniger bekannten Aspekt von Leibniz’ Schaffen: seiner Beschäftigung mit der Logik und der Mathematik, seinen Versuchen, der Naturwissenschaft eine philosophische Basis zu geben. (Diese Studienausgabe erschien zwischen 1965 und 1992 bei der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft. Leider…

Leibniz liest Locke…

… und kommentiert ihn aus. Nämlich Lockes An Essay Concerning Human Understanding. Leibniz’ Text ist auf Französisch verfasst und nennt sich Nouveaux Essais sur l’Entendement Humain, was meine Ausgabe übersetzt als Neue Abhandlungen über den menschlichen Verstand. Da hilft der Übersetzer dem Autor bei einem neckischen kleinen Versteckspiel, indem er Leibniz’ Anspielung auf den Titel…

John Locke: An Essay Concerning Human Understanding / Ein Versuch über den menschlichen Verstand

Mit John Locke wendete sich die Philosophie – zumindest in Grossbritannien – vom Rationalismus eines Descartes ab und dem Empirismus zu. Nicht abstraktes reines Denken bestimmt nach Locke die Wissenschaften, sondern sie haben ihre Grundlage in der Erfahrung. Pierre Gassendis Skeptizismus steht dabei Pate. Gassendi – hierin nicht Aufklärer sondern klassischer Denker der Renaissance –…