Winfried Schröder: Ursprünge des Atheismus

Es handelt sich hier um die leicht modifizierte Habilitationsschrift des Autors: Das Buch richtet sich also an eine akademische Klientel, selbst Studenten der Geschichte oder der Philosophie werden aufgrund der zahlreichen, lateinischen und französischen Zitate wohl kaum zu den Lesern zählen (außer sie benötigen es als Zitatenquelle für eine Seminar- oder Magisterarbeit*). Schröder analysiert anhand…

Fritz Mauthner: Der Atheismus und seine Geschichte im Abendlande. 1. Band: Einleitung / Erstes Buch: Teufelsfurcht und Aufklärung im sogenannten Mittelalter

Vielleicht wäre es besser gewesen, zumindest Band 1 „Die Wurzeln des europäischen Atheismus“ zu nennen, denn einen eigentlichen Atheismus kann Mauthner in der hier umfassten Periode von den alten Griechen bis zur Renaissance (noch) nicht festmachen. Schon in der Einleitung gibt Mauthner zu, dass von einem eigentlichen Atheismus in Europa erst gesprochen werden kann vom…

Wörterbuch der Philosophie. Neue Beiträge zu einer Kritik der Sprache von Fritz Mauthner. Zweite, vermehrte Auflage. Dritter Band: Rationalismus bis Zweck. Personen- und Sachregister

Implizit gibt Mauthner in diesem Band zu, dass er das Wörterbuch nicht nach Stichworten verfasst hat, sondern linear, von vorne nach hinten. Unter dem Stichwort Uhrengleichnis vermerkt er nämlich, dass er, was er ursprünglich hierhin setzen wollte, unterdessen bereits unter dem Stichwort Okkasionalismus im zweiten Band abgehandelt habe und hier das Stichwort Uhrengleichnis nur noch…

Wörterbuch der Philosophie. Neue Beiträge zu einer Kritik der Sprache von Fritz Mauthner. Zweite, vermehrte Auflage. Zweiter Band: Gott bis Quietiv

Ironie einer Sortierung nach Alphabet: Wenn auf Goethe Gott folgt… Das Stichwort Gott gibt Mauther die Gelegenheit, sich als Atheist zu positionieren. Dass er dabei die Verwendung der Worthülse ‘Gott’ vergleicht mit der von ‘Phlogiston’, die auch noch verwendet worden sei, nachdem Lavoisier nachgewiesen hatte, dass es für eine Erklärung des Verbrennungsprozesses so eine Substanz…

George Berkeley: Eine Abhandlung über die Prinzipien der menschlichen Erkenntnis

Esse est percipi. Sein ist wahrgenommen werden. Das ist der Schluss, den George Berkeley 1710 aus John Lockes An Essay Concerning Human Understandig von 1690 zieht, bzw. Berkeleys Antwort auf Locke. Die Dinge existieren nur, wenn sie von einem Geist wahrgenommen werden. Berkeley geht davon aus, dass ein Geist nur Empfindungen wahrnehmen kann, nicht die…

Erasmus von Rotterdam: De libero arbitrio διατριβή sive collatio / Gespräch oder Unterredung über den freien Willen; Hyperaspistes diatribae adversus servum arbitrium Martini Lutheri. Liber primus / Erstes Buch der Unterredung Hyperaspistes gegen den Unfreien Willen Martin Luthers

Ob sich die paar Millionen Lutheraner dessen bewusst sind, dass sie nach Ansicht des Gründers ihrer Kirche dieser gar nicht freiwillig angehören? Sondern sie vielmehr ihr Gott dazu zwingt? Eigentlich wollte sich Erasmus ja aus den Querelen, die Martin Luther mit seiner Reformation angezettelt hatte, heraushalten. Auch Erasmus war der Meinung, dass so einiges in…

Erasmus von Rotterdam: In novum testamentum praefationes / Vorreden zum Neuen Testament. Ratio / Theologische Methodenlehre

Firmianus Lactantius, bester Leser, dessen Sprache Hieronymus in einzigartiger Weise bewundert, äußert, als er sich eben anschickte, die christliche Religion gegen die Heiden in Schutz zu nehmen, vor allem den Wunsch, daß ihm eine Beredsamkeit verliehen werde, die der des Tullianers nahe komme, wobei er sich, wie ich glaube, dieser Gleichstellung als unwürdig erachtete. (S….

Erasmus von Rotterdam: Μωρίας Εγκώμιον sive Laus Stultitiae / Das Lob der Torheit. Auswahl aus den Gedichten

Band 2 der bei der WBG wieder aufgelegten Auswahl aus des Erasmus Werken enthält den wohl berühmtesten Text des grossen europäischen Humanisten: Das Lob der Torheit. Ich gehe davon aus, dass auch heute noch der Inhalt jedem Leser bekannt ist. Unter dem Deckmantel einer Schrift, die von der Torheit höchstpersönlich abgefasst worden sei, bringt Erasmus…

George H. Smith: Atheism. The Case Against God

Atheismus: Das Verfahren gegen Gott – müsste wohl die deutsche Übersetzung des Titels lauten. Das Buch existiert meines Wissens nicht auf Deutsch. Und das hat seine Gründe, die hoffentlich am Ende meiner Darstellung klar werden. George H. Smith will in diesem Buch eine philosophische Begründung des Atheismus geben. Die Gottesbeweise der Scholastik werden ebenso zerpflückt…

David Hume: Dialoge über natürliche Religion [Dialogues concerning Natural Religion]

Die Dialogform ist eine altehrwürdige Form in der Philosophie. Schon Platon verwendete sie, und – um für einmal nicht nur eurozentrisch zu bleiben – auch die Lehren des Konfuzius wurden in Dialogen überliefert. Beim frühen Platon diente der Dialog dazu, die Aporien seiner Fragestellungen herauszustellen – auf die Frage “Was ist Tugend?” wusste zum Schluss…