Jorge Luis Borges: 25. August 1983 und andere Erzählungen

Normalerweise werden die Bände der Bibliothek von Babel immer mit einem Vorwort des Herausgebers Jorge Luis Borges eingeleitet. Das ist hier nicht der Fall. Hier stammt es von Martin Gregor-Delling; viel wichtiger und interessanter als diese Einleitung ist aber das am Schluss folgende Interview, das María Esther Vázquez mit Borges geführt hat (Borges gleich Borges),…

Jules Verne: Der grüne Blitz [Le Rayon-Vert]

Verne ganz ohne Abenteuer? Ganz ohne Reisen in unerforschte und zu seiner Zeit dem Menschen unzugängliche Gebiete? Doch, gibt es. Nämlich hier, in Jules Vernes einzigem Liebesroman (so der Klappentext). Meine Ausgabe will, dass Jules Vernes Romane zur französischen (Hoch-)Literatur gezählt werden, auf Grund ihrer eleganten Sprache. Ich kann dazu nichts sagen, weil ich nie…

Robert Louis Stevenson: Der Master von Ballantrae

Als junger Student habe ich die Lektüre dieses Romans nach ca. ⅓ abgebrochen; und ich gebe zu, dass ich deshalb vor dem erneuten Versuch einen ziemlichen Bammel hatte. Tatsächlich ging es auch diesmal nicht ohne kleines Stocken, aber ich habe bis zum Schluss durchgehalten. Und im Grunde genommen kann von „Durchhalten“ nicht die Rede sein:…

Dorothy Wordsworth: The Grasmere Journal

1799 bezogen Dorothy Wordsworth und ihr Bruder William ein Haus in Grasmere, einem kleinen Ort im Nordwesten Englands, der zum sog. ‘Lake District’ gehört. Ob Dorothy von Anfang an ein Tagebuch führte, weiss ich nicht. Das sog. Grasmere Journal beginnt am 22. Dezember 1800 und endet am 16. Januar 1803, als Williams frisch geehelichte Frau…

Joseph Sheridan Le Fanu: Uncle Silas. A Tale of Bartram-Haugh

The writer of this Tale ventures, in his own person, to address a very few words, chiefly of explanation, to his readers. A leading situation in this ‘Story of Bartram-Haugh’ is repeated, with a slight variation, from a short magazine tale of some fifteen pages written by him, and published long ago in a periodical…

Gibt es Voraussetzungen dafür, dass für Erwachsene geschriebene Romane zu Kinder- oder Jugendbüchern gemacht werden können? – Versuch einer vorläufigen Antwort, anhand von “Robinson Crusoe”, “Moby-Dick” und “Der letzte Mohikaner”

Robinson Crusoe, Der letzte Mohikaner, Moby-Dick: Sie sind sprichwörtlich geworden, alle drei, wohl weil sie geradezu archetypisch eine Situation darstellen. Und deshalb (und ganz sicher auch, weil Verlag und Bearbeiter sich Profit erhoffen), zu Jugendbüchern umgewandelt worden. Das ist legitim und soll hier nicht weiter diskutiert werden. Ursprünglich wollte ich ja etwas zu James Fennimore…

Walter Scott: The Tapestried Chamber or The Lady in the Sacque [Das Gobelin-Zimmer]

(Auf die Schnelle habe ich nur eine deutsche Übersetzung gefunden, die auf den zweiten Teil des Titels der Kurzgeschichte verzichtet; ein “Sacque” war eine Art Überwurf oder eine Jacke, oben eng, unten weit, die von Frauen getragen wurde, aber schon zur Zeit der Entstehung der Geschichte, 1829, seit mindestens 50 Jahren aus der Mode gekommen….

Bertrand Russell: Einführung in die mathematische Philosophie

Russells Einführung stammt aus dem Jahre 1919. Geschrieben wurde sie, wenn ich mich recht erinnere, als Russell wegen pazifistischer Aktivitäten im Gefängnis sass. Russell schrieb sie, ohne wirklich Zugriff auf Sekundärliteratur zu haben. So ist dieses Buch ohne viele Fussnoten und Querverweise entstanden. Russell erklärt hier die Grundlagen der modernen Logik, einer Logik, die damals…