Dirk Stermann: Der Hammer

Geneigte Leserin, geneigter Leser, ich will Dich nicht mit den Assoziationen und Wortspielen belästigen, die der Titel dieses Buchs evoziert. Es ist ganz klar, dass der Autor diese Assoziationen beabsichtigt hat, und wer mag, kann sie in diversen Rezensionen des professionellen Feuilletons nachlesen. Für meinen Teil möchte ich nur darauf hinweisen, dass es in der…

Johann Peter Hebel: Briefe 1810-1826

Ich denke zwar, dass die Aufteilung der Briefe einfach dem Umstand geschuldet war, dass ungefähr zwei gleich dicke Bände entstehen sollten, aber sie folgt auch inhaltlichen-biografischen Kriterien. So ungefähr ab 1810 verschwindet nämlich das Spielerische praktisch völlig aus Hebels Briefen, auch aus denen an seine Freunde. Er schreibt nicht mehr in Versen (schon gar nicht…

Gioachino Rossini: Il turco in Italia

Kann man, darf man im 21. Jahrhundert Rossinis Oper Il turco in Italia überhaupt noch aufführen? Seit ihrer Uraufführung an der Mailänder Scala sind über 200 Jahre vergangen, und wir sind heute bedeutend sensibler, wenn es um Themen geht wie: „Es kommt ein Fremder in unser Land und verführt uns unsere Frauen.“ Was heute als…

Fritz Mauthner: Der Atheismus und seine Geschichte im Abendlande. 4. Band: Drittes Buch: Aufklärung – Große Revolution (12. bis 14. Abschnitt) / Viertes Buch: Die letzten hundert Jahre – Reaktion – Materialismus – Gottlose Mystik

Mehr Literatur- als Philosophiegeschichte: der vierte und abschliessende Band von Fritz Mauthners Geschichte des Atheismus. Als allererstes wendet sich der Autor gegen die Vertreter eines stinkenden Lichts (einer pervertierten Aufklärung). Die Dunkelmänner, die er meint, sind vorwiegend Vertreter der Romantik, die sich ebenso auf Voltaire oder Rousseau berufen, wie die Aufklärer selber. Aber auch Mendelssohn…

Ferdinand Beneke: Die Tagebücher. III/5: Beilagen 1814

III/5 fängt an mit Benekes Kassenbuch, das er vom 1. Juni 1814 bis zum 24. Februar 1816 führt, und in dem er fein säuberlich alle Einnahmen und Ausgaben seines Haushaltes notiert. Damit ist zugleich eines der Leitmotive des Jahres 1814 in Benekes Leben gegeben: Geld (bzw. eben dessen Mangel). Es mangelt Beneke einerseits privat daran,…

Ferdinand Beneke: Die Tagebücher. III/2: 1814-1816

Obwohl er ebenso drei Jahre umfasst wie III/1, ist III/2 nur etwa halb so dick. Das liegt wohl daran, dass sich die politischen Ereignisse beruhigen. Zwar wird Hamburg erst einige Zeit nach dem Einmarsch der Verbündeten in Paris von den französischen Truppen verlassen, aber danach können die Hamburger, kann Beneke, wieder daran denken, sich in…

Bernhard Fischer: Johann Friedrich Cotta. Verleger – Entrepreneur – Politiker

Gefragt nach den Protagonisten der deutschen Klassik, werden einem Goethe in den Sinn kommen, und Schiller natürlich. Dann wahrscheinlich noch Herder. Schon weniger wahrscheinlich Wieland. Wilhelm von Humboldt habe ich auch schon nennen gehört – als Gesprächspartner vor allem Schillers, in Zusammenhang mit Fragen der klassischen Ästhetik. Aber Cotta? Wer ist Cotta? Diese Lücke in…