Stephen Crane: Maggie, das Straßenmädchen. Georges Mutter.

Auf Crane wurde ich durch Sandhofers Besprechung aufmerksam und habe die dort besprochenen Erzählungen mit großem Vergnügen und einigem Erstaunen ob der beeindruckenden Fähigkeiten des Autors gelesen. Die beiden hier vorliegenden Erzählungen (Kurzromane) haben einen anderen thematischen Hintergrund, es sind naturalistische Milieustudien und keine Schilderungen abenteuerlich-spannender Ereignisse. Naturalistische Literatur ist ein zweischneidiges Schwert: Der klassische…

Vernor Vinge: Der Besserwisser

Vinge gehört für mich zu den interessanteren SF-Autoren, zwei – recht umfangreiche – Romane habe ich im Blog gelobt (hier und hier). Der Besserwisser ist kürzer, dadurch zum Teil weniger gut ausgearbeitet, aber trotzdem sehr lesbar. Menschen kolonisieren den Weltraum (die Handlung spielt in einer nicht genauer definierten Zukunft) und landen – ausgehend vom Planeten…

John Burroughs: Von der Kunst, Dinge zu sehen [The Art of Seeing Things] / Von der Heiterkeit der Landstraße [Exhilarations of the Road]

John Burroughs gilt in den USA als der legitime Nachfolger von Henry David Thoreau, zumindest, was die literarische Form des ‘nature writing’ betrifft. Man kann mit Recht behaupten, dass Thoreau diese Literaturform überhaupt erst ins Bewusstsein der Leser gebracht hat, und dass er nirgends so viele Nachfolger und Nachahmer gefunden hat, wie in den USA….

William S. Burroughs: Die alten Filme

Unter dem Titel Die alten Filme hat der Maro-Verlag 13 Kurzgeschichten von William S. Borroughs in der Übersetzung von Carl Weissner veröffentlicht – offenbar nicht ohne Erfolg, liegt doch vor mir die mittlerweile 5. Auflage von 2018. (Die erste, als Neuauflage bezeichnete Ausgabe ist demnach 1995 erschienen; es scheint schon früher, 1979 (?), eine Ausgabe…

Ray Bradbury: Something Wicked this Way Comes [Das Böse kommt auf leisen Sohlen]

By the pricking of my thumbs, Something wicked this way comes. In der Übersetzung von Dorothea Tieck: Ha, mir juckt der Daumen sehr, Etwas Böses kommt hieher! So spricht die zweite Hexe in der ersten Szene des vierten Akts von Macbeth. Bei Shakespeare ist es Macbeth höchstpersönlich, der da gleich anklopfen wird, bei Bradbury ist…

Charles Bukowski: Gedichte die einer schrieb bevor er im 8. Stockwerk aus dem Fenster sprang

Ausgaben wie diese haben unser Bild von Charles Bukowski unwiderruflich geprägt. Damit meine ich nicht nur die Gedichte, die sie enthält, als vielmehr die Beilagen: An Stelle eines Vorworts ein Bericht Dirty Old Man in Los Angeles des Übersetzers Carl Weissner von seinem ersten Besuch und Gespräche bei Bukowski irgendwo in Down-Town-Los-Angeles, sowie ein paar…

Jack Kerouac: Traumtagebuch [Book of Dreams]

Ursprünglich waren diese Texte nicht zur Veröffentlichung gedachte Niederschriften von Träumen, die Kerouac tatsächlich geträumt hatte, und die er jeweils sofort nach dem Erwachen, noch im Halbschlaf, notierte. 1961 dann entschloss er sich doch zur Publikation – wenigstens eines Teils seiner Notizen. Dieser Ausgabe von 1961 (nicht der ungekürzten von 2001!) folgt auch die vorliegende…

Henry Beston: Das Haus am Rand der Welt

Henry David Thoreau wirkte in vieler Hinsicht stilbildend, vor allem in seiner Heimat, den USA. Da ist zum einen seine politische Philosophie, eine Mischung aus Anarchismus und passivem Widerstand, der bis heute dort als Unterströmung im politischen Leben festzustellen ist. So ist u.a. der Libertarismus letzten Endes (auch) auf Thoreau zurückzuführen. Aber selbst sein Lebensstil,…

Henry David Thoreau: Ktaadn

Ktaadn! – Was klingt wie ein klingonisches Schimpfwort ist der indianische Name für Mount Katahdin, der mit 1’606 m höchsten Erhebung im heutigen US-Bundesstaat Maine. Jetzt liegt Mount Katahdin im Zentrum des Baxter State Park, eines über 800 km2 grossen Naturschutzgebiets. Als ihn Thoreau 1846 erstieg, lag er an der Grenze dessen, was man allgemein…

Dorothy Parker: New Yorker Geschichten [The Portable D. P.]

Hemingway war stolz darauf, als seine Stories an Parkers The Big Blonde von 1929 gemessen wurden. Was Dorothy Parker dazu sagte, weiss ich nicht. Die beiden, Parker und Hemingway, waren zwar – trotz unterschiedlicher Meinung, die Stellung der Frau betreffend – befreundet; aber Dorothy war berüchtigt dafür, dass ihre spitze Zunge auch Freunde nicht verschonte,…