Ambrose Bierce: The Devil’s Dictionary [Des Teufels Wörterbuch]

Ambrose Bierce hatte ich hier schon einmal recht summarisch dargestellt. Im letzten Abschnitt jenes Artikels bin ich auch ganz kurz auf Des Teufels Wörterbuch eingegangen. Da ich im Moment den Teufel sowieso gerade in der Mangel habe, dachte ich mir, es könnte nicht schaden, auch Bierce’ Wörterbuch noch einmal zu lesen und ein bisschen genauer…

John Kennedy Toole: A Confederacy of Dunces [[Ignaz oder] Die Verschwörung der Idioten]

Dieses Buch spaltet seine Leserschaft, wie kaum ein zweites. Eine recht große Zahl, denn es gilt als „Kult“, wie man so schön sagt, hält diesen Roman für den besten oder zumindest witzigsten des 20. Jahrhunderts. Andere finden ihn langweilig, weil sich die Figuren – allen voran der Protagonist Ignatius J. Reilly – über die ganzen…

C. S. Lewis: The Screwtape Letters / Screwtape Proposes a Toast [Dämonen im Angriff. 31 Briefe; a.k.a.: Dienstanweisung für einen Unterteufel / Streng dämokratisch zur Hölle]

Wenn man sich über den Teufel lustig macht, dann verliere er die Macht über den Menschen. So der gläubige Christ Lewis, und er zitiert in seinem Motto gleich zwei Autoritäten dazu: Martin Luther und Thomas Morus. Im Übrigen widmete er die Screwtape Letters seinem Freund J. R. R. Tolkien. Da weiß man wenigstens gleich, woran…

Robert Musil: Bücher II

Band 8 der Werkausgabe von Walter Fanta. Der Band ist dieses Jahr bei Jung und Jung in Wien und Salzburg erschienen – und den Titel empfinde ich wie schon bei Bücher I als … nun ja, sagen wir: ungelenk. So hätte mein 10-jähriger Neffe – wenn ich denn überhaupt einen hätte – genannt, was ursprünglich…

Ludwig Ernst Borowski: Darstellung des Lebens und Charakters Immanuel Kants

Kant hatte sich zu Lebzeiten bei seinen Schülern und Freunden eine Veröffentlichung jedweder biografischer Notizen aufs Nachdrücklichste verbeten. Diese hielten sich denn auch an das Verbot des Meisters. Aber schon kurz nach Kants Ableben, noch 1804, erschienen aus diesem Kreis gleich drei Biografien – zusammengefasst in einem Buch unter dem Titel Über Immanuel Kant. Da…

Philip K. Dick / Katia Fouquet: Ach, als Blobbel hat man’s schwer!

Dicks Kurzgeschichte Oh, to be a Blobbel von 1964 in der Übersetzung von Thomas Mohr und als Graphic Novel umgesetzt von Katia Fouquet. Erschienen Juli 2019 als N° 46 der Reihe Tolle Hefte bei der Büchergilde Gutenberg. Inhalt bzw. Interpretation George Munster ist ehemaliger Soldat und Veteran eines Krieges zwischen den Menschen und der fremden…

Evelyn Waugh: Black Mischief [Schwarzes Unheil / auch: Die schwarze Majestät]

Ort der Handlung: Azania, eine fiktive Insel an der Ostküste Afrikas. (Und London.) Zeit der Handlung: Evelyn Waughs Gegenwart. Inhalt der Handlung: Schon vor Jahrhunderten wurde die indigene, schwarze Bevölkerung, bestehend aus zwei miteinander verfeindeten Völkern, zuerst von den Portugiesen, danach von arabischen Kaufleuten von den Küsten der Insel in deren Inneres gedrängt. Lange konnten…

Johann Peter Hebel: Exzerpte und Proteus-Komplex

Exzerpte Johann Peter Hebel hat, wie wohl jeder, der viel schreibt, auch viel gelesen. Er gehörte auch zu jenen, die von ihrer Lektüre kurze Auszüge anlegen – als Gedächtnisstütze, um den Inhalt jederzeit in kurzer Form präsent zu haben. Einige „Exzerptisten“ legen – wie zum Beispiel Arno Schmidt – riesige Zettelkästen an; Hebel benutzte besonders…

Günther Freitag: Mahlers Taktstock

Von einem, der auszog, das Gruseln zu lehren… Konrad möchte gerne Dirigent werden. (Eigentlich wollte er Pianist werden, aber er ist Allergiker, und seine häufigen Niesattacken bewogen ihn dazu umzusatteln.) Zu Beginn des Romans treffen wir ihn, wie er gerade von Wien nach Berlin umgezogen ist, um an der Berliner Universität seine entsprechende Ausbildung weiter…

Philip K. Dick: Ubik

Ubik ist eine Verballhornung des lateinischen Wortes „ubique“, das so viel bedeutet wie „überall“. In der englischen Sprache kennt man den Wortstamm durch den Begriff „ubiquitous“ – „allgegenwärtig“, „universell“. (Auch im deutschen gäbe es das Fremdwort „ubiquitär“ – aber wer kennt das schon?) Ubik wird zu Beginn eines jeden Kapitels in einer Art Überschrift erwähnt…