Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher: Ästhetik (1832/33) / Über den Begriff der Kunst (1831-33)

Er hat – auch parallel zu Hegels Ästhetik-Vorlesungen – immer mal wieder an der Universität Berlin über dieses Thema gelesen. Aber obwohl er ein paar Mal über Ästhetik las, hat Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher zu Lebzeiten nichts davon veröffentlicht. Im vorliegenden Buch haben wir seine Notizen zu einer kleinen Vortragsreihe Über den Begriff der Kunst…

Ferdinand Beneke: Die Tagebücher. II/4: Beilagen 1802 bis 1805

Anders als im eigentlichen Tagebuch der Jahre 1802 bis 1805 finden wir in den Beilagen, die als separater Band herausgegeben werden, kaum Spuren der politischen Ereignisse jener Zeit. Keine Zeitungsausschnitte (einzig der völlig unpolitische Bericht über Klopstocks Begräbnis findet Eingang in die Beilagen, sowie die Todesanzeige seines Vaters). Zwei oder drei geschäftliche Akten, die Beneke…

Ferdinand Beneke: Die Tagebücher. II/3: 1808-1810

Wie heisst eigentlich die Funktion jener Person, die verantwortlich ist für die Herstellung der kleinen Schildchen auf dem Buchrücken, mit denen Leinenbände angeschrieben sind, wenn der Verlag nicht auf Prägung zurückgreifen will? Ich meine: Irgend jemand muss doch auch diesen Job machen. Wie dem auch sei: Dieser oder diese Irgend Jemand hat sich bei Band…

Wilhelm Waiblinger: Friedrich Hölderlins Leben, Dichtung und Wahnsinn

Gelesen in folgender Ausgabe: Wilhelm Waiblinger: Friedrich Hölderlins Leben, Dichtung und Wahnsinn. Mit einer Einleitung von Kurt Oesterle sowie zusätzlichen Quellen und Materialien. Tübingen: Klöpfel & Meyer, 2017 Die zusätzlichen Quellen und Materialien bestehen vor allem aus Tagebucheinträgen Waiblingers, die er anlässlich seiner Besuche bei Hölderlin niedergeschrieben hat. Verlag und Herausgeber taten gut daran, den…

Ferdinand Beneke: Die Tagebücher. II/1: 1802-1804

Abteilung II der Beneke-Tagebücher schließt die Lücke zwischen den Jahren 1802 und 1811, die Verlag und Herausgeber aufgerissen haben, als sie 2016 beschlossen, nach der ersten Abteilung gleich die dritte zu veröffentlichen, weil damit der Jahrestag der Befreiung Hamburgs von Napoléon begangen werden konnte. Dass nun erst Abteilung II erscheint, hat für den Leser den…

Reinhard Horowski: Hölderlin war nicht verrückt

Eigentlich hatte ich den französischen Germanisten Pierre Bertaux schon wieder vergessen. Vor allem dessen zweites Werk zu Hölderlin – das auf Deutsch ganz simpel Friedrich Hölderlin hieß und hierzulande 1978 zum ersten Mal erschienen war – vor allem dieses Werk also hatte seinerzeit doch einiges Rumoren in der germanistischen Landschaft verursacht. Bertaux behauptete doch nichts…

Friedrich Heinrich Jacobi: Kleine Schriften II. 1787-1817

Bedeutend disparater, und auch bedeutend weniger interessant, sind die Kleinen Schriften aus den späteren Jahren, wenn man sie mit denen aus den früheren vergleicht, die wir in Band I gefunden haben. Umso mehr schätzt der Leser die erklärenden Anmerkungen der Herausgeber, ohne die man zum Teil kaum versteht, worum es Jacobi in diesem oder jenem…

Jewdokija Rostoptschina: Die Menschenfeindin

Übersetzer und Herausgeber Alexander Nitzberg will mit der vorliegenden Werkauswahl – erschienen dieses Jahr (2019) bei Klever in Wien – eine seiner Meinung nach im deutschen Sprachraum zu Unrecht unbekannte russische Autorin ins Bewusstsein des Publikums rufen. Ja, er nennt Jewdokija Rostoptschina im Klappentext gar die bedeutendste russische Dichterin des 19. Jahrhunderts. Rostoptschina lebte von…

Adolf Muschg: Der weiße Freitag

Biografie oder Roman? Essay oder Autobiografie? Im Untertitel nennt Muschg dieses Werk eine Erzählung vom Entgegenkommen. Das macht die Sache nicht besser, im Gegenteil. Abgesehen von der sicher bewusst gewählten Schwammigkeit, die sich hinter der literarischen Pseudo-Form Erzählung versteckt, und die meine Eingangsfragen bewusst nicht beantwortet, stellt der Untertitel ein weitere, zusätzliche Frage in den…