Johann Wolfgang Goethe: West-östlicher Divan

Bei seinem Erscheinen in der ersten Fassung von 1819 begegnete Goethes West-östlicher Divan im Publikum größtenteils Unverständnis. Zwar war der Vordere Orient – auch und gerade durch die Übersetzungsarbeiten Joseph von Hammer-Purgstalls und (später) Friedrich Rückerts – seit ein paar Jahren schon in Mode gekommen, eine Mode, die weit über die eigentliche Literatur hinausging. Aber…

Robert Musil: Bücher II

Band 8 der Werkausgabe von Walter Fanta. Der Band ist dieses Jahr bei Jung und Jung in Wien und Salzburg erschienen – und den Titel empfinde ich wie schon bei Bücher I als … nun ja, sagen wir: ungelenk. So hätte mein 10-jähriger Neffe – wenn ich denn überhaupt einen hätte – genannt, was ursprünglich…

Johann Peter Hebel: Briefe 1810-1826

Ich denke zwar, dass die Aufteilung der Briefe einfach dem Umstand geschuldet war, dass ungefähr zwei gleich dicke Bände entstehen sollten, aber sie folgt auch inhaltlichen-biografischen Kriterien. So ungefähr ab 1810 verschwindet nämlich das Spielerische praktisch völlig aus Hebels Briefen, auch aus denen an seine Freunde. Er schreibt nicht mehr in Versen (schon gar nicht…

Hugo von Hofmannsthal: Gedichte und Prosa

Gedichte und Prosa liefert einen Querschnitt durch Hugo von Hofmannsthals nicht-dramatisches Werk, angefangen bei den Gedichten des Gymnasiasten Loris bis zu den späten Essays und Reden. Dazu kommt ein Anhang mit – unter anderem – Anmerkungen, einem Nachwort der Herausgeber und Ausgewählter Forschungsliteratur. Zielpublikum ist demnach eindeutig der Student oder die Studentin der Literaturwissenschaft. In…

Johann Peter Hebel: Briefe 1784-1809

Von den Herausgebern werden die beiden die Leseausgabe der Werke Johann Peter Hebels abschließenden Briefbände als Einheit betrachtet. Der erste Briefband (= Band 5 der Ausgabe) enthält also keine Anmerkungen, kein Register. Dennoch habe ich beschlossen, den hier separat vorzustellen. Er enthält, wie ich finde, einige wichtige bzw. interessante Briefe Hebels, und so lohnt es…

Johann Peter Hebel: Schriften in chronologischer Folge (1787-1826) und Biblische Geschichten

Schriften Dieser Teil enthält alle Schriften Johann Peter Hebels, sofern sie nicht schon in den frühen Schriften von Band 2 der Werkausgabe enthalten sind. Darunter sind Gebete und Formulare für die eine oder andere kirchliche Situation; Exegesen einiger Bibelstellen; Gedanken zur Einrichtung der Schule, an der Hebel eine Zeitlang unterrichtete; ein Tagebuch einer Reise in…

Johann Peter Hebel: Kalenderbeiträge

Ja, da sind sie nun: Hebels berühmte Kalendergeschichten, auf denen damals wie heute seine ganze Bekanntheit in der deutschen Literatur beruht. (Die ebenfalls großartigen Allemannischen Gedichte werden zwar in der Literaturgeschichte immer wieder erwähnt, sind aber selbst im deutschen Sprachraum nicht jedem so einfach zugänglich wie die Kalendergeschichten.) Sogar Goethe ließ sich die Kalender mit…

Johann Peter Hebel: Exzerpte und Proteus-Komplex

Exzerpte Johann Peter Hebel hat, wie wohl jeder, der viel schreibt, auch viel gelesen. Er gehörte auch zu jenen, die von ihrer Lektüre kurze Auszüge anlegen – als Gedächtnisstütze, um den Inhalt jederzeit in kurzer Form präsent zu haben. Einige „Exzerptisten“ legen – wie zum Beispiel Arno Schmidt – riesige Zettelkästen an; Hebel benutzte besonders…

Johann Peter Hebel: Gedichte und frühe Schriften (1776-1801)

Für Johann Peter Hebel habe ich eine eiserne Regel meiner kleinen Bibliothek gebrochen, die da lautet: Wenn du bereits eine brauchbare und einigermaßen gut aussehende Ausgabe eines Autors oder eines Werks hast, kaufe keine zweite! (Und falls du es doch tust, entsorge zumindest die erste!) Denn als ich gesehen habe, dass bei Wallstein eine Hebel-Werkausgabe…

Friedrich Heinrich Jacobi: Romane II – Woldemar

Mme de Staël hielt Jacobi für den größten lebenden deutschen Philosophen – auch und gerade wegen seines Woldemar. Goethe hingegen soll sich über dieses Werk lustig gemacht haben. Nun sind beider literaturkritischen oder gar philosophischen Fähigkeiten nicht über jeden Zweifel erhaben. Im vorliegenden Fall tendiere ich eindeutig dazu, dem Deutschen Recht zu geben. Frau von…