Briefe von und an Lessing 1776-1781

Meine Freude war nur kurz. Und ich verlor ihn so ungern, diesen Sohn! denn er hatte so viel Verstand! so viel Verstand! – Glauben Sie nicht, daß die wenigen Stunden meiner Vaterschaft, mich schon zu so einem Affen von Vater gemacht haben! Ich weiss, was ich sage! – War es nicht Verstand, daß man ihn…

Schlüsselbegriffe der Philosophie des 19. Jahrhunderts

herausgegeben von Annika Hand, Christian Bermes und Ulrich Dierse. Hamburg: Felix Meiner, 2015. (=Archiv für Begriffsgeschichte, Sonderheft 11) Das Archiv für Begriffsgeschichte wurde seinerzeit gegründet, um verschiedenste Lemmata für ein philosophisches Wörterbuch in der Nachfolge des veraltenden Wörterbuchs von Rudolf Eisler zu sammeln und aufzubereiten. Dieses Wörterbuch ist seither unter der Federführung von Joachim Ritter…

Briefe von und an Lessing 1770-1776

1770: Lessing wirft das Handtuch. Er gibt auf. Er erklärt seinen Versuch, als freier Schriftsteller nur vom Ertrag seiner Feder zu leben, als gescheitert. Denn, als ihm der Posten eines Bibliothekars an der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel angeboten wird, schlägt er ein. Es ist (wie er sich wohl gesagt hat), von allen Möglichkeiten, die…

Briefe von und an Lessing 1743-1770

Friedrich Schlegel, zitiert vom Herausgeber dieses Briefwechsels im Anhang, meinte in seinem Essay Über Lessing (1797/1801), Lessings Größe habe vor allem in seiner »Individualität« gelegen, und für deren Studium sei der eine oder andere von Lessings Briefen »mehr wert ‹…› als manches seiner berühmtesten Werke«. Eigentlich 1987 als Band 11/I einer Ausgabe von Lessings Werken…

Wilhelm Windelband: Lehrbuch der Geschichte der Philosophie. Mit einem Schlußkapitel Die Philosophie im 20. Jahrhundert und einer Übersicht über den Stand der philosophiegeschichtlichen Forschung herausgegeben von Heinz Heimsoeth, Professor an der Universität Köln. Fünfzehnte, durchgesehene und ergänzte Auflage. Tübingen: J. C. B. Mohr (Paul Siebeck), 1957

Vergleicht man Windelbands Lehrbuch mit Anthony Kennys Geschichte der abendländischen Philosophie (beides Texte, die sich an beginnende Studierende der Philosophie wenden; beides Texte, die einen Überblick über die europäisch-abendländische Philosophie zu geben versprechen; beides Texte von – jeweils zu ihrer Zeit – nicht unbekannten Inhabern universitärer Lehrstühle), wenn man diese Texte also vergleicht, werden einem…

Gottfried August Bürger: Briefwechsel. Band II: 1777 – 1779

Armer Bürger! Da hatte er eine, wie er dachte, blendende Idee. Nachdem sein Freund Voss sich vor ein paar Jahren mit Dieterich in Göttingen, dem Verleger des nach dieser Stadt benannten Musenalmanachs, überworfen und einen eigenen Musenalmanach auf die Beine gestellt hatte, hatte ein anderer Freund Bürgers, Goeckingk, die Redaktion des Göttinger Musenalmanachs übernommen. Anders…

Hans Heinz Holz: Dialektik. Problemgeschichte von der Antike bis zur Gegenwart. Band IV: Einheit und Widerspruch II. Pluralität und Einheit

In Band IV seiner Problemgeschichte der Dialektik widmet sich Hans Heinz Holz dem 18. Jahrhundert – von der Aufklärung bis zum Deutschen Idealismus. Er beschreibt zuerst die gesellschaftliche Entwicklung, die sich ausbildende Idee einer für alle Menschen geltenden Gedankenfreiheit. Ja, selbst den englischen Sensualismus, Locke und Hume, kann er nicht unerwähnt lassen, ist er doch…

Friedhelm Decher: Die rosarote Brille

Friedhelm Decher geht in diesem Buch der Frage nach, inwieweit auf unsere Erkenntnisfähigkeit – sei sie durch die Sinne und/oder den Verstand geprägt – Verlass ist- Das Resultat ist wenig vertrauenserweckend: Sowohl empirische als auch rationale Methoden sind, was ihre Zuverlässigkeit anlangt, höchst fragwürdig. Mit diesem Ergebnis stellt sich dann auch die Frage nach der…

Fritz Mauthner: Der Atheismus und seine Geschichte im Abendlande. 3. Band: Drittes Buch (1. bis 11. Abschnitt): Aufklärung in Frankreich und in Deutschland – Die große Revolution

Für Mauthner ist die Geschichte des Atheismus eine Sammlung von Geschichten atheistischer Persönlichkeiten; und er hat so seine Lieblinge und seine Bêtes noires. Ersteres wie letzteres teilt er mit praktisch allen Philosophiegeschichten seiner Zeit. Mauthner ist allerdings ein Amateur und zelebriert seine Parteilichkeit nachgerade. (Wenn er übrigens den professionellen Philosophiegeschichtsschreibern vorwirft, dass da einer vom…

Wörterbuch der Philosophie. Neue Beiträge zu einer Kritik der Sprache von Fritz Mauthner. Zweite, vermehrte Auflage. Dritter Band: Rationalismus bis Zweck. Personen- und Sachregister

Implizit gibt Mauthner in diesem Band zu, dass er das Wörterbuch nicht nach Stichworten verfasst hat, sondern linear, von vorne nach hinten. Unter dem Stichwort Uhrengleichnis vermerkt er nämlich, dass er, was er ursprünglich hierhin setzen wollte, unterdessen bereits unter dem Stichwort Okkasionalismus im zweiten Band abgehandelt habe und hier das Stichwort Uhrengleichnis nur noch…