Christophe Galfard: Das Universum in deiner Hand

Ich weiß nicht, an welches Publikum sich dieses Buch richtet. Die Anrede mit dem “du” lässt auf eine jugendliche Lesergruppe schließen; allerdings scheinen mir die Ausführungen für unter 14jährige denn doch zu komplex. Damit ist im Prinzip auch schon der Inhalt umrissen: Es ist eine Reiseführer durch die Kosmologie – von seinen Anfängen bis zu…

Daniel C. Dennett: Von den Bakterien zu Bach – und zurück

Dennetts neuestes Buch ist eine Art Zusammenfassung (mit Neuerungen) seiner bisherigen Forschungen zum Thema Bewusstsein. Und ich kenne niemanden unter den heutigen Philosophen, der eine solche Analyse besser, eindringlicher formulieren könnte, der ähnlich geistreich und kreativ an dieses Problem herangeht bzw. mehr zu seiner Lösung beiträgt. Der Autor geht auch hier von einem naturalistischen Paradigma…

Maria Sybilla Merian: Metamorphosis insectorum Surinamensium

Maria Sybilla Merian stammte aus der jüngeren Frankfurter Linie des ursprünglich Basler Geschlechts der Merian. Die Merian gehörten in Basel zum sogenannten „Daigg“ – der sozialen und ökonomischen Führungsschicht der Stadt. Einige davon waren auch als Künstler bekannt geworden, als Maler, Kupferstecher und Verleger. Die Frankfurter Linie war begründet worden durch Maria Sybillas Vater Matthäus…

Ralf W. Schmitz, Jürgen Thissen: Neandertal: Die Geschichte geht weiter

Bücher mit paläoanthropologischen Inhalt haben eine recht kurze Halbwertszeit: Was man auch diesem Buch anmerkt. Vor allem Zeitangaben sind mit Vorsicht zu genießen und jeder weitere Fund kann bisherige Einschätzungen umstoßen. Dies ist auch hier so, allerdings erzählen die Autoren im zweiten Teil des Buches vor allem ihre eigene Forschungsgeschichte, die mit den Grabungen im…

Dick Swaab: Unser kreatives Gehirn. +++abgebrochen+++

Es passiert mir äußerst selten, dass ich Bücher nach über 400 Seiten (ca. zwei Drittel des Gesamtumfangs) noch abbreche, da sich die Sinnlosigkeit der Lektüre im Regelfall schon sehr viel früher erweist. Hier habe ich gewartet, gehofft, der Autor möge endlich irgendetwas Substanzielles über sein Thema zu sagen haben – aber vergeblich. Das Buch liest…

Herbert Pietschmann: Die Spitze des Eisbergs +++abgebrochen+++

Ein Buch von Pietschmann habe ich bereits besprochen, dieses vorliegende scheint eine etwas trivialere Kopie zu sein. Und diesmal habe ich auch widerstanden und das Buch aus zeithygienischen Gründen nicht zu Ende gelesen. Da das Buch offenkundig für eine breitere Leserschaft konzipiert wurde, sind auch die metaphysischen Anwandlungen leichter als solche identifizierbar. Aber der Ansatz…

Bauer, Gigerenzer, Krämer: Warum dick nicht doof macht und Genmais nicht tötet

Alle drei Autoren sind von Berufs wegen mit Statistiken befasst und insbesondere Gerd Gigerenzer ist bereits mit mehreren Publikationen zum Thema an die Öffentlichkeit getreten. Und sie sind auch Co-Autoren der “Unstatistik des Monats”, die auf zahlreichen Universitäts-Webseiten präsentiert wird (hier ein Überblick der TU-Dortmund). Allen gemeinsam ist das Bemühen, gegen den “Analphabetismus im Umgang…

David Lindley: Die Unbestimmbarkeit der Welt

Lindley erzählt die Geschichte der Physik von etwa 1800 bis zur Etablierung der Quantenmechanik in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Es ist die Geschichte, in der der Laplace’sche Dämon einer allgemeinen Unbestimmtheit weichen musste, in der der Traum von einer bis in die kleinsten Bereiche der Natur erforschbaren und vorherbestimmbaren Welt aufgegeben werden musste….

Günther Stoll, Rüdiger Vaas: Spurensuche im Indianerland

Eine umfangreiche Studie über das indianische Leben in Nord- und Südamerika, die den Anspruch erhebt, sich nur an Fakten zu orientieren und einen rein naturwissenschaftlichen Zugang verspricht: Bedenklich, dass es einer solchen Versicherung überhaupt bedarf. Doch das Faktenbasierte des Buches steht sich manchmal selbst im Weg: Wenn es etwa um die historische Aufarbeitung der verschiedenen…

Richard Dawkins: Forscher aus Leidenschaft

Dieses Buch gibt einen Überblick über das “literarische” Schaffen von Richard Dawkins: Es finden sich hier Aufsätze zur Wissenschaftstheorie, Philosophiekritik, natürlich zu Evolution und Darwinismus, Gesellschaftskritisches (wobei Dawkins nicht müde wird, die Religion – zu Recht – als eines der verderblichsten Systeme der Menschheit anzuprangern), aber auch Satirisches (von der Qualität der an P. G….