Steve Brusatte: Aufstieg und Fall der Dinosaurier

Es ist schwierig, einigermaßen lesbare Literatur zum Thema Dinosaurier zu finden: Entweder sind es Kinder- oder Jugendbücher – oder aber reißerisch geschriebene Sachbücher, die dem Verkaufserfolg schon mal das eine oder andere Faktum opfern. Ganz ist auch das vorliegende Buch von solchen Verfehlungen nicht freizusprechen: Vor allem T. rex muss sich Epitheta wie “Schlächter” oder…

Über substanzlose Dinge und immaterielle Wirklichkeiten

Bestimmte philosophische Dummheiten scheinen unausrottbar, wohl auch, weil ihre Ausrottung an den Grundfesten der Philosophie rütteln würde. Manche sind in einer Weise paradigmatisch, dass sie für mich zur Veranlassung werden, meinem Unmut über dergleichen pseudophilosophischem Geschwätz hier Ausdruck zu verleihen. Weil es eben beispielhafte Dummheit ist. Das erste Zitat stammt aus Pascal Boyer – Und…

Max Tegmark: Unser mathematisches Universum

Tegmark gehört mittlerweile zu den prominentesten Physikern auf diesem Planeten – und das verdankt er nicht unwesentlich seinen populärwissenschaftlichen Büchern, in denen er das tun kann, was ihm als Professor des MIT versagt bleibt: Spekulieren, Phantastisches ersinnen, sich in die Welt der SF begeben. Das ist in diesem Buch nicht anders (im Gegenteil, hier scheint…

Richard Wrangham: Die Zähmung des Menschen. Warum Gewalt uns friedlicher gemacht hat.

Was ist der Mensch, ein edler Rousseauscher Wilder, den erst die Zivilisation verdorben hat oder ein Hobbescher Wolf, der den anderen nach Möglichkeit übervorteilen, besiegen will und der erst durch eine Reihe von Regeln und Konventionen gezwungen werden kann, sich einigermaßen friedlich zu verhalten? Oder nichts von beiden? Dieser Frage geht im vorliegenden Buch Richard…

Alexander von Humboldt: Zentral-Asien

Wenn es nach den meisten Biografen geht, besteht Alexander von Humboldts Leben eigentlich nur aus seiner Expedition nach Süd- und Mittelamerika, sowie der nachfolgenden Aufarbeitung in verschiedenen Aufsätzen und Büchern. Dass Humboldt im Alter von 60 Jahren noch einmal eine Expedition unternommen hat, wird allenfalls marginal erwähnt. Dafür gibt es durchaus Gründe. Einer davon ist,…

Plinius: Botanik • Medizin und Pharmakologie

Urheberrecht bzw. Copyright waren in der Antike unbekannt. So kommt es, dass wir in den Büchern zur Botanik und zur Pharmakologie der Naturgeschichte des Plinius immer wieder Passagen finden, in denen der Autor – so, wie man später ihn selber ebenfalls aus- und abschreiben sollte, ohne ihn jedes Mal beim Namen zu nennen – in…

Richard Leakey, Roger Lewin: Die sechste Auslöschung

Dieses Buch war eine Art Vorübung für den aktuellen und umfangreichen Band zum Thema Artenvielfalt von Matthias Glaubrecht: “Das Ende der Evolution. Der Mensch und die Vernichtung der Arten”. Richard Leakey ist der Sohn von Louis und Mary Leakey, die beide zu den Großen der Paläoanthropologie gehörten. Richard folgte den Spuren seiner Eltern, ohne eine…

Plinius: Anthropologie • Zoologie

Plinius geht in seiner Naturkunde sehr systematisch vor. Er arbeitet sich sozusagen „von oben nach unten“ durch die Welt, von groß nach klein. Begonnen hat er mit dem Weltall und dessen Aufbau, den Planeten und ihren Bahnen etc. Danach widmete er sich dem Planeten, auf dem wir leben. (Nur, dass die Erde für ihn kein…

Plinius: Geographie

Mit der Geografie als Wissenschaft war es in der Antike so eine Sache. Mangels auch nur halbwegs geeigneter Instrumente zu einer präzisen Erfassung von Distanzen – geschweige denn von Längen- und Breitengraden – war vieles, zu vieles, nur Schätzung und Augenmaß. So differieren die verschiedenen Quellen des Plinius immer wieder, wenn es um die Distanz…

Plinius: Kosmologie

Noch bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts galt Plinius als Autorität in den Naturwissenschaften, vor allem den beschreibenden wie der Botanik, der Zoologie oder auch der Geografie. Er verdankte das seinem 37 Bücher starken Werk Naturalis historia, das er ab 77 zu veröffentlichen begonnen hatte, und das bei seinem Tod im Jahre 79 – Plinius…