Leipziger Buchmesse 2018 – 3

Hiermit erkläre ich für mich meinen diesjährigen Besuch an der Leipziger Buchmesse für beendet.

Ich war am Morgen noch einmal auf dem Messegelände, hatte aber ursprünglich die Absicht, mich am Nachmittag und eventuell am Abend nochmals im Zentrum von Leipzig aufzuhalten. Hier hat mir das Wetter einen Streich gespielt, bzw. die offenbare Unfähigkeit der zuständigen Stellen Leipzigs, mit dem über Nacht gefallenen Schnee fertig zu werden. Eine Zeitlang ging ja gar nichts; auf Twitter konnte man lesen, wie welche stundenlang auf die Abfahrt ihres Zuges warteten, und wie andere auf dem Weg zur Messe am Bahnhof strandeten, weil keine Strassenbahnen fuhren, und sich kleinere Schlachten um die wenigen vorhandenen Taxis lieferten. Die Strassen sind auch in der Innenstadt nicht oder nur schlecht geräumt; die fahrenden Taxis rutschten immer mal wieder. Sicherlich wäre ich problemlos ins Zentrum und von dort später auch wieder ins Hotel gekommen, aber ich hatte keine Lust, mich unnötigen Strapazen, der Kälte und der Nässe auszusetzen.

In Bezug auf Bücher, Verlage oder Buchhandel habe ich heute Morgen nur noch wenig geleistet. Einer Lesung aus einer der vor zwei oder drei Jahren vom Karl-May-Verlag initiierten Fantasy-Bücher mit Figuren aus dem Karl-May-Universum hörte ich zu und gestehe, dass ich diese Fantasay nicht besser und nicht schlechter finde, als das meiste, was sich in diesem Genre aktuell tummelt. Karl May bietet sich durchaus an für Fantasy, denn v.a. seine Bösewichte haben immer etwas Dämonisches an sich – jedenfalls bis sie Kara Ben Nemsi / Old Shatterhand am Ende entzaubert. Gemischt mit (wenn es um Mays Orient-Geschichten geht) ein wenig 1001 Nacht kann man da also schon etwas herausholen, wenn auch vielleicht nicht bahnbrechende oder umwerfende Fantasy.

Das war es dann aber auch schon für heute.

Worauf ich in diesem Jahr verzichtet habe:

– Meine Berichte mit Fotos zu verschönern. Aktuell habe ich keine Kamera zur Verfügug, die mir im Kunstlicht einer Messehalle brauchbare Bilder liefern würde. Ich empfinde das aber nicht als grosses Manko, um offen zu sein.

– Mich mit der Cosplayer-Szene oder überhaupt der Manga-Convention auseinander zu setzen. Natürlich laufen einem die Cosplayer – vor allem am heutigen Samstag, und morgen Sonntag wird es wohl ebenso sein – allerorten über den Weg, und ich finde, dass dieses Jahr die Kostüme noch besser, noch professioneller, gemacht sind, als noch vor zwei oder drei Jahren. Aber, wie immer, wenn sich eine Szene zu sehr spezialisiert, wird sie dadurch auch immer esoterischer – sprich: dem Laien immer weniger zugänglich.

– Mich mit der Antiquariatsmesse auseinander zu setzen. Auch bei dort habe ich zwar kurz hineingeschaut, aber dem in den letzten Jahren Geschriebenen nichts hinzuzufügen. Meines Wissens ist bis jetzt kein Regal umgefallen.

– Last but not least mich mit der Blogger-Szene vor Ort auseinander zu setzen. Ich habe zwar die so genannte Blogger-Lounge fleissig genutzt, aber mir waren die meisten Blogger und Bloggerinnen, die ich dort antraf, unbekannt. Zu speziellen Veranstaltungen für Blogger war ich dieses Jahr weder eingeladen, noch habe ich mich dafür angemeldet. Einerseits habe ich wenig Lust, Gratis-Werbung für einen Verlag zu machen, nur weil ich mit 150 andern Bloggern zu einem Promotion-Event eingeladen bin, andererseits bin ich der gut gemeinten Ratschläge, wie ‹man› zu bloggen habe, leid. Ich werde davon sowieso genug zu hören bekommen, wenn ich am Heidelberger Literaturcamp teilnehme.

Alles in allem war es eine interessante Messe; nur das mit dem Wetter müssen die Leipziger irgendwie und -wann in den Griff bekommen…

1 Reply to “Leipziger Buchmesse 2018 – 3”

  1. Die vier Feinde des Sozialismus (Frühling, Sommer, Herbst und Winter) haben die Wende gut überstanden. 😉
    BTW, die Schweizer kommen mit Schnee auch nicht viel besser zurecht (siehe Genfer Flughafen).

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