Kurd Laßwitz: Geschichte der Atomistik von Mittelalter bis Newton II

Band II von Laßwitz’ Geschichte des Atomismus (den er konsequent Atomistik nennt) ist mir unerwartet rasch in die Hände gekommen. Er hält im Grossen und Ganzen die hohe Qualität, der Darstellung, die ich schon beim ersten Band rühmen konnte. Es sind Laßwitz grob zusammengefasst folgende Punkte massgebend für die Entwicklung der ‘modernen’ (i.e. Newton’schen!) Auffassung…

Stiftsbibliothek St. Gallen

Da ich sowieso schon in der Gegend war, habe ich die Gelegenheit genutzt, mir endlich einmal die berühmte Stiftsbibliothek in St. Gallen anzuschauen. Diese Bibliothek hat eine lange Geschichte. Es war um 610, als Gallus (später „heiliger Gallus“), ein Wandermönch und Missionar, mit der Truppe um Kolumban von den Vogesen her den Rhein hoch in…

Stefan Weinfurter u. a.: Die Welt der Rituale: Von der Antike bis heute

Dieser Band ist – wie ich dem Vorwort entnehme – das Resultat der Zusammenarbeit unterschiedlicher Disziplinen zum Thema “Ritualdynamik: Soziokulturelle Prozesse in historischer und kulturvergleichender Perspektive”. Dabei wurden die einzelnen Aufsätze unter verschiedene Themenbereiche subsumiert, wobei diese Einteilung ziemlich willkürlich erscheint: Man hätte die meisten Beiträge – ohne den Leser zu verwirren – ohne weiteres…

Kurd Laßwitz: Geschichte der Atomistik von Mittelalter bis Newton I

(Leider konnte ich auf die Schnelle nur den ersten Band von Laßwitz’ Geschichte der Atomistik in die Hände kriegen; ich werde mir Band 2 sicher noch besorgen – es könnte allerdings eine Weile dauern, bis ich ihn hier vorstelle.) Kurd Laßwitz’ Name hat das 21. Jahrhundert – wenn überhaupt – ‘nur’ als Autor von phantastischen…

Stockholm

Nun befinden wir uns in Dänemarks Nachbarland Schweden, genauer gesagt, in Stockholm. Als erstes fällt auf, dass der durchschnittliche Stockholmer bedeutend freundlicher ist als der durchschnittliche Einwohner von Kopenhagen. Das mag dem Zufall geschuldet sein, wen man denn angetroffen hat; aber die Statistik spricht dagegen.. Den ersten Tag in Stockholm verbrachten wir mit Erkundungstouren rund…

Ernst Schubert: Essen und Trinken im Mittelalter

Dies ist kein Buch für jemanden, der sich mal schnell über alltagsgeschichtliche Gepflogenheiten des Mittelalters informieren will. Schubert schreibt für ein akademisches Publikum, was sich nicht in einem abgehobenen Sprachstil, hingegen in einer sehr peniblen Darstellung nebst unzähligen Quellenangaben äußert. (Ein Geschichtswerk ohne den Verweis auf die verwendeten Quellen ist – wie trivial es immer…

Peter Ackroyd: The Life of Thomas More

Thomas Morus ist der Furunkel am Gesäss der englischen Kultur. Jedesmal, wenn sie sich bequem hinsetzen und sich ihrer (zweifellos vorhandenen) grossen Verdienste erfreuen will, wird sie unangenehm daran erinnert, dass da einmal einer war, der bis heute zu den ganz grossen ‘Kulturschaffenden’ gezählt wird, dem aber ein König aus Machtgier und Geilheit den Kopf…

Fritz Mauthner: Der Atheismus und seine Geschichte im Abendlande. 1. Band: Einleitung / Erstes Buch: Teufelsfurcht und Aufklärung im sogenannten Mittelalter

Vielleicht wäre es besser gewesen, zumindest Band 1 „Die Wurzeln des europäischen Atheismus“ zu nennen, denn einen eigentlichen Atheismus kann Mauthner in der hier umfassten Periode von den alten Griechen bis zur Renaissance (noch) nicht festmachen. Schon in der Einleitung gibt Mauthner zu, dass von einem eigentlichen Atheismus in Europa erst gesprochen werden kann vom…

Ernst Schubert: Räuber, Henker, arme Sünder

Schubert schreibt mit diesem Buch eine Art Kriminal- und Strafgeschichte vom Mittelalter bis zum Jahr 1800, wobei er besonders auf die unterschiedlichen Strafkonzeptionen von Mittelalter und Neuzeit hinweist. Das Mittelalter kennt noch weitgehend ein “Bußrecht”, das Vergehen kann (und soll) gesühnt werden, wobei der Einfluss der Menschen auf das Urteil noch wesentlich größer ist als…

Erasmus von Rotterdam: De conscribendi epistolis / Anleitung zum Briefschreiben

Anleitungen zum korrekten Verfassen von Briefen sind nicht neu, und Erasmus war keineswegs der erste, so etwas zu verfassen. Im Gegenteil: Schon die Antike kannte die Literaturgattung ‘Brief’ und schrieb darüber. Im Mittelalter waren Briefsteller vor allem Anleitungen für die Schreiber in den Kanzleien von Fürsten und Bischöfen, Königen, Kaiser und Papst. Entsprechend ‘degenerierte’ die…