William Blake: Songs of Innocence & of Experience

William Blake (1757-1827) ist der englische Romantiker par excellence. Schon als Kind will er Visionen von Engeln gehabt haben, die er dann in Gedichten verarbeitete. Tiefreligiös, lehnte er das etablierte Christentum mit seinem autoritären und durch Gesetze hier und dort und überall einschränkenden Gott ab. Satan war für ihn primär nicht der Böse Geist, sondern…

Christoph Martin Wieland: Schriften zur deutschen Sprache und Literatur II

Band II der von Remtsmaa und andern herausgegebenen Schriften zur deutschen Sprache und Literatur bringt vorwiegend Äusserungen Wielands zur Literatur – also Literaturkritik im weitesten Sinn. Der Band beginnt mit der ungeheuerlichen Kritik Wielands an Uz und mit ihm an den Anakreontikern (von 1752), wo Wieland – noch völlig der bigotte Christ – Uz nicht…

Die Horen. Jahrgang 1796. Sechstes Stück

Merkwürdig genug ist’s: Wenn man nur die Namen der Beiträger zu dieser Nummer liest, und mit denen aus dem Jahrgang 1795 vergleicht (vielleicht nicht gerade mit der Star-Nummer von vor einem Jahr), kann man sich den Verlust an Qualität eigentlich gar nicht vorstellen. Denn auch im Juni 1796 schreiben grosse Namen mit. Das Gefühl, dass…

Christoph Martin Wielands „Die Abenteuer des Don Sylvio von Rosalva“ – Romantik avant la lettre

Was erhalten wir, wenn wir Cervantes‘ Don Quijote in eine arkadisch-anakreontische Schäferlandschaft versetzen? Genau – das „missing link“, das den Spanier mit dem Taugenichts der Romantik verbindet: Don Sylvio von Rosalva. Die Ausgangslage von Wielands Roman nämlich ist ähnlich der des Don Quijote. Don Sylvio ist ein Waisenkind, das bei seiner Tante aufwächst. Diese ist…

Christoph Martin Wielands sämmtliche Werke. Neunter Band

Dieser Band erschien 1795 und enthält Gedichte und verschiedene kleinere Verserzählungen Wielands: Musarion Aspasia Gedichte an Olympia Die erste Liebe Der Mönch und die Nonne Das Leben ein Traum Bruchstücke von Psyche Mit Musarion steht die wohl bekannteste der kurzen Verserzählungen Wielands gleich zu Beginn. Schon in den ersten Versen lernen wir Fanias kennen. Früher…

Christoph Martin Wielands sämmtliche Werke. Zehnter Band

(Wenn ich schon nicht in einer Reihenfolge lese, dann richtig…) Im zehnten Band seiner Werkausgabe vereinigt Wieland einige seiner kleineren und älteren Schriften: Die Grazien. Komische Erzählungen [Diana und Endymion / Das Urtheil des Paris / Aurora und Cefalus] Kombabus. Schach Lolo. Wieland wurde bekanntlich vom Göttinger Hainbund, unter Klopstocks Federführung, hart angegriffen ob der…

Peter von Matt: Das Kalb vor der Gotthardpost

„Man kann als Jury nicht viel falsch machen, wenn man einem 75-jährigen emiritierten Professor für Germanistik an der Uni Zürich einen Schweizer Literaturpreis zuerkennt. […] Man kann nicht viel falsch machen. Ausser natürlich: Genau das.“, habe ich damals bei der Verkündigung der Preisverleihung des Schweizer Buchpreises 2012 drüben im Forum geschrieben. Ich bin mir meiner…

Wein

„Haben Sie auch trockenen Wein? Wir trinken nämlich nur trockenen!“ – mit diesen Worten (mit starkem norddeutschen Akzent gesprochen) hat mich gestern eine ältere Dame mit ihrem Mann im Schlepptau aus meiner Meditiation über den Abgang eines sardinischen Weissweins geschreckt. Ich war auf einen Sprung an der lokalen Weinmesse, um die Weine der beiden Gastinseln,…

»Es ward als ein Wochenblatt zum Scherze angefangen« – Das Journal von Tiefurt

Am 15. August 1781 wurde ein „Avertissement“ in einer Kleinauflage von 50 Ex. in Weimar gedruckt und verteilt bzw. verschickt. Darin hiess es u.a.: „Es ist eine Gesellschaft von Gelehrten, Künstlern, Poeten und Staatsleuten, beyderley Geschlechtes, zusammengetreten, und hat sich vorgenommen alles was Politick, Witz, Talente und Verstand, in unsern dermaligen so merkwürdigen Zeiten, hervorbringen,…

Barthold Heinrich Brockes: Verdeutschter Bethlehemitischer Kindermord des Ritters Marino nebst des Herrn Uebersetzers eigenen Werken

1715 zum ersten Mal erschienen, das letzte Mal zu Lebzeiten des Verfassers (in 5. Auflage) 1742. Dieser 5. Auflage folgt auch Band 1 der Werkausgabe, die Jürgen Rathje seit 2012 im Wallstein-Verlag herausgibt. (Mehr als dieser Band 1 ist noch nicht erschienen …) Brockes ist dem weiteren Lesepublikum wohl am ehesten in Erinnerung durch Arno…