Karl May in Leipzig: Happy Birthday! Kapitän Nemo wird 150 und Kara Ben Nemsi feiert mit.

Herausgegeben vom Freundeskreis Karl May Leipzig, unter der Redaktion von Jenny Florstedt und Martin Schulz, erscheint seit nunmehr 30 Jahren eine Zeitschrift, die sich mit Karl May und der zugehörenden ‘Szene’ befasst. Dass jetzt die Nummer 116, das Heft vom März 2019, vor mir liegt, ist dem Umstand zu verdanken, dass in dieser Nummer mein…

Leipziger Buchmesse 2019, Freitag. Oder: Wenn Kara Ben Nemsi auf Kapitän Nemo trifft und Theodor Fontane aufs 21. Jahrhundert

Ich wiederhole mich ungern, aber es ist so: Man wird alt. So habe ich bisher noch kein einziges Mal das Bedürfnis verspürt, das Zentrum von Leipzig anders als für den Besuch einer Messe-Veranstaltung zu betreten. Auch heute war ich nicht dort; die beiden einzigen Veranstaltungen, die ich auf meiner Agenda hatte, fanden direkt auf dem…

Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abul Abbas Ibn Hadschi Dawuhd al Gossarah

Heute vor 175 Jahren kam in Ernstthal, das damals noch nicht durch den Sachsenring bekannt war, sondern nur ein verhältnismässig kleines Kaff in Sachsen, ein gewisser Karl May zur Welt – und mit ihm eines der seltsamsten Phänomene der Literaturgeschichte. Sofern man ihn zur Literatur zählen will, was oft nicht der Fall ist. May war…

Johann David Wyss: Der Schweizerische Robinson

Zwei Originalversionen? Man ist versucht, beim Schweizerischen Robinson von zwei Originalversionen zu sprechen. Da ist einerseits das handschriftliche, eigentliche Original, von Johann David Wyss verfasst zwecks pädagogischer Belehrung seiner vier Söhne. In diesem Original tragen die vier Söhne des schiffbrüchigen Schweizer Predigers denn auch dieselben Namen wie die vier Söhne Johann David Wyss’. Dann ist…

Hans Wollschläger: Annäherung an den Silbernen Löwen

Lesensarten zu Karl Mays Spätwerk. Wollschläger hat sich Zeit seines Lebens, und immer mal wieder, mit Karl Mays Spätwerk auseinander gesetzt. Zusammen mit seinem zeitweiligen literarischen Mentor Arno Schmidt darf er dafür verantwortlich gemacht werden, dass May wenigstens ein bisschen, wenigstens für sein Spätwerk, heute nicht mehr als die leicht anrüchige Figur aus Kinder- und…

Deine drei liebsten Liebesromane

Frank Duwald hat mich netterweise eingeladen, zu diesem Thema, für das er in seinem Blog diverse andere Blogger eingeladen hat, etwas zu schreiben. Dabei bin ich so gar kein Leser von Liebesromanen – jedenfalls, wenn man darunter jene nachgerade “klassischen” Trivialromane versteht, die tonnenweise in Heftchen namens Cora oder ähnlich an den Kiosken zum Verkauf…

Reisen und Entdeckungen in Nord⸗ und Central⸗Afrika in den Jahren 1849 bis 1855 von Dr. Heinrich Barth. Im Auszuge bearbeitet.

Diese Reise machte Dr. Heinrich Barth vorübergehend zu einer Weltberühmtheit. Er konnte allerdings aus dieser seiner verübergehenden Berühmtheit keinerlei Kapital schlagen – weder finanziell, noch literarisch noch für seine berufliche Karriere. Wer seinen Reisebericht liest, 1859 und 1860 im Verlag von Justus Perthes zum ersten Mal erschienen, mir in einem Reprint des Melchior Verlags von…

Karl Mays Friedenswege: Zwischen Völkerstereotyp und Pazifismus

Unter diesem Titel wurde kürzlich ein Sonderband in der grün-goldenen Reihe des Karl-May-Verlags veröffentlicht. Herausgegeben von Holger Kuße enthält er Beiträge von verschiedenen Autoren, die sich mal mehr, mal weniger wissenschaftlich mit Karl Mays Pazifismus beschäftigen. Karl May ein Pazifist? Ja, sicher. Allerdings … Um zu erklären, was ich meine, muss ich kurz ausholen. Karl…

Richard Burton: A Secret Pilgrimage to Mecca and Medina

Richard Francis Burton (1821-1890) war in der Realität vieles von dem, was Karl May zu sein sich nur erträumen konnte. Burton war tatsächlich ein Sprachentalent und hatte mehrere vorderorientalische Sprachen gelernt, Indien, Ägypten, Arabien und Brasilien bereist und nach den Quellen des Nils gesucht. Kara Ben Nemsi verwendete aus Reiseführern und Lexika abgeschriebene Phrasen. Während…

Fürst der Philosophen, der:

So wurde in der Scholastik Aristoteles genannt. Noch die Logik von Port-Royal verwendet den Titel. Nicht ohne allerdings süffisant darauf hinzuweisen, dass er “früher” Platon zugekommen sei. Der “Fürst der Philosophen” ist dann zusammen mit der Scholastik verschwunden. Der Titel eines ‘Fürsten von irgend etwas’ allerdings ist, wie so vieles, in die Trivialkultur abgesunken. Denn,…