Am 4. Dezember 1875 kam René Karl Wilhelm Johann Josef Maria Rilke in Prag zur Welt. Das bedeutet, dass sich sein Geburtstag dieses Jahr (2025) zum 150. Mal jährt. Auf Anraten seiner Freundin Lou Andreas-Salomé änderte er seinen ersten Vornamen in Rainer – sie fand diesen Namen für einen männlichen Lyriker passender. Da er nun also…
Schlagwort: Pablo Picasso
1881-1973
Adelheid Duvanel: Nah bei Dir
Im Jahr 2021 erschien beim Limmat-Verlag in Zürich das Buch Fern von hier (von uns dann im folgenden Jahr vorgestellt). Es enthält sämtliche Erzählungen der Schweizer Autorin Adelheid Duvanel (1936-1996) – also de facto ihr Gesamtwerk, denn sie hat, von ein paar Gedichten meist für private Anlässe abgesehen, nur Erzählungen geschrieben. Letztes Jahr (2024) erschien…
Witold Gombrowicz: Trans-Atlantik
1939 wird der 34-jährige polnische Schriftsteller Witold Gombrowicz eingeladen, die Jungfernfahrt auf dem neuesten polnischen Transatlantik-Passagierschiff mitzumachen. Ziel der Reise ist Buenos Aires, wo man denn auch wohlbehalten ankommt. Dort aber erreicht Crew und Passagiere die Hiobsbotschaft: Hitler-Deutschland hat Polen überfallen. Fast alle beschließen, sofort zurück zu reisen, um irgendwie nach Polen zu kommen. Gombrowicz…
Jean-Yves Tadié: Marcel Proust II
Jean-Yves Tadié ist der Doyen der französischen Proust-Forschung, und die vorliegende Biografie zu Marcel Proust gilt nach wie vor als Standardwerk. Sie ist mit rund 1400 Taschenbuch-Seiten sehr umfangreich, weshalb sie vom Verlag Gallimard für die Collection Folio auf zwei Bände aufgeteilt wurde, mit den Nummern 3213 und 3214. Erstmals erschien sie 1996, vor mir…
Ernest Hemingway: A Moveable Feast [Paris – Ein Fest fürs Leben]
Meine Einstellung zu Hemingway ist einigermaßen zwiespältig. Er war der große literarische Held meiner Pubertät – nicht Kafka, wie ich leider gestehen muss, aber zum Glück auch nicht Hesse. Er war der erste, der mir zeigte, dass es neben dem konventionellen Erzählen auch anderes gibt. (Dazu muss ich sagen, dass ich bis heute von Hemingway…
Hermann Broch: Der Tod des Vergil
Stilistisch kann man Hermann Broch getrost als das Chamäleon der deutschen Literatur bezeichnen. Wir haben schon in seiner Schlafwandler-Trilogie*) gesehen, wie er von Band zu Band den Stil dem Inhalt anpasst, so, wenn er zum Beispiel in Band 1, der vorwiegend im Berlin des Jahres 1888 spielt, nachgerade wie Fontane klingt. Das gilt auch für…
Ruth Rehmann: Abschied von der Meisterklasse
Konsequenz eines längeren Leselebens ist es unter anderem, dass die ganz großen Leseerlebnisse immer seltener vorkommen. Mit welcher Freude, welchem Erstaunen, welchem Entzücken habe ich früher nicht Seite um Seite umgeblättert in Joyce’ Ulysses, Hugos Elenden oder Melvilles Moby-Dick. Ich lese anders heute (und heute anders als gestern). Es ist immer noch ein Vergnügen, aber…
Richard Katz: Übern Gartenhag
Übern Gartenhag gehört zum ‚Alterswerk‘ von Richard Katz – wenn so ein Ausdruck gestattet ist bei einem Schriftsteller, der nicht zur ‚Hochliteratur‘ gezählt wird (sich auch selber nie dazu zählte) und nicht kanonisiert wurde. Wir können nämlich bei Katz drei verschiedene Werk-Phasen unterscheiden: Die frühen Bücher (1927-1933) des gebürtigen Deutsch-Pragers, der seine Heimatstadt endgültig hatte…
Guillaume Apollinaire: Liebesgedichte
Das vorliegende schmale Bändchen umfasst etwas mehr als 100 Seiten. Es wird darin ein chronologisch geordneter Querschnitt durch Apollinaires Lyrik gegeben, an Hand seiner Liebeslyrik. Apollinaire war ein großer Autor von Liebesgedichten. Meist waren sie an eine bestimmte Frau gerichtet, in die Apollinaire dann auch tatsächlich verliebt war. In vielen Fällen war diese Liebe aber…
André Breton: Die Manifeste des Surrealismus
Das vorliegende Buch erschien zum ersten Mal im Juni 1968 bei Rowohlt. Die vor mir liegende Ausgabe von 1980 erschien in der Reihe das neue buch (als N° 95), die neueste Ausgabe stammt von 1995 und gehört einer anderen Reihe an, Rowohlts Enzykopädie, als N° 434. Auch diese Reihe existiert wohl nicht mehr, jedenfalls gibt…