Leonardo da Vinci: Wer wenig denkt, irrt viel

Über dieses Büchlein allzu viele Worte zu verlieren, lohnt sich nicht. Es verdankt seine Existenz eindeutig dem Umstand, dass 2019 der 500. Todestag des Leonardo da Vinci begangen wird – ein Umstand, von dem der Verlag ganz offensichtlich auch etwas haben will. 70 Taschenbuch-Seiten mit meist recht kurzen Ausschnitten aus da Vincis Notizbüchern reichen hinten und vorne nicht, um dem Denken des dieses Universalgelehrten und Künstlers irgendwie nahe zu kommen. Auch wenn es verdankenswert ist, dass zumindest eine kleine Bibliographie am Ende angefügt wurde.

Das Büchlein umfasst die fünf Kapitel Vom Zusammenhang und Zusammenspiel der Welt, Von der Natur, der Erfahrung und der Wissenschaft, Vom Punkt, dem Augenblick und dem Nichts, Vom Menschen und Zu den großen Themen – ohne bei jedem Kapitel mehr zu bringen als ein paar unkommentierte Satzfetzen, die in ein Ganzes einzuordnen nicht möglich ist.

Ein Büchlein für welche, die Sprüchlein suchen, um die Poesiealben ihrer Freunde zu füllen. Oder für Hersteller von Abreiß-Kalendern, die für die Rückseite ihrer Kalender-Blätter mehr oder weniger intelligente Sentenzen brauchen. Liebe Büchergilde, du hast mir so manches schöne und wertvolle Buch geliefert. Das hier gehört nicht dazu.


Leonardo da Vinci: Wer wenig denkt, irrt viel. Meisterliche Gedankenblitze. Ausgewählt, aus dem Italienischen übersetzt und mit einem Vorwort von Marianne Schneider. Frankfurt am Main, Wien, Zürich: Büchergilde Gutenberg, 2019.

Zum Hören:
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