Wolfgang Schivelbusch: Das Paradies, der Geschmack und die Vernunft

Untertitel: Eine Geschichte der Genußmittel. Schon die Orthografie von ‚Genuss‘ weist darauf hin, dass das Buch noch vor der letzten Rechtschreibreform gedruckt worden sein muss – es stammt tatsächlich aus dem Jahr 1980 (bzw., weil ich die zweite Auflage vor mir habe: 1981) und ist damals im Carl Hanser Verlag erschienen. Meines Wissens ist es…

Wolfgang Hildesheimer: Mozart

Als ‚Essay‘ bezeichnete Wolfgang Hildesheimer den vorliegenden Text über seinen Vornamensvetter Wolfgang Amadeus Mozart. Für einen Essay ist das Buch mit seinen über 400 Seiten etwas lang geraten, und weil Hildesheimer den Ereignissen in Mozarts Leben doch einigermaßen chronologisch folgt, hat man seinen Text auch schon – nicht zu Unrecht, wie ich finde – als…

Pierre-Augustin Caron de Beaumarchais: Briefe ohne Nadeln

Beaumarchais war der Mann zwischen zwei Stühlen. Manchmal setzte er sich absichtlich dazwischen, ebenso oft aber nicht. Aus bürgerlichem Hause (sein Vater war Uhrmacher, ein Beruf, den auch Beaumarchais ausübte) wurde er von Ludwig XV. geadelt. Er war Hofbeamter, fiel in Ungnade, konnte sich rehabilitieren, indem er als französischer Agent in London eine Schmähschrift gegen…

Charles Baudelaire: Sämtliche Werke/Briefe. Band 7: Richard Wagner. Meine Zeitgenossen. Armes Belgien!

Der vorletzte Band der Werkausgabe bietet dem Leser wieder einmal ein wahres Potpourri an Themen. Neben den im Haupttitel erwähnten Aufsätzen finden wir noch weitere Schriften, v.a. zur bildenden Kunst. So ganz nebenbei desavouieren sich die Herausgeber der Ausgabe auch, weil sie zugeben müssen, dass von der Notizensammlung, die Baudelaire als Grundlage hätte dienen sollen…

Johann Heinrich Merck: Briefwechsel. Band 1

Ich mag Briefwechsel. Besonders, wenn die Briefpartner sich auch etwas zu sagen haben. Johann Heinrich Merck (1741-1791) ist einer, der etwas zu sagen hat. Deshalb ist es sehr verdienstvoll von der Technischen Universität Darmstadt, der Herausgeberin Ulrike Leuschner und dem Wallstein-Verlag, im Jahre 2007 eine fünfbändige Gesamtausgabe von Mercks Briefwechsel geliefert zu haben, auf die…

Johann Heinrich Merck: Gesammelte Schriften. Band 3: 1776-1777

Ab 1776 arbeitet der Kritiker und Essayist Merck praktisch nur noch für Wielands Teutschen Merkur. Nachdem sich Wieland und Merck zuerst nicht sehr freundlich gegenüberstanden, lernten sie sich sehr rasch gegenseitig schätzen. Eine echte Freundschaft entwickelte sich, und schon 1776 war Merck so etwas wie der Haus- und Starkritiker von Wielands Teutschem Merkur geworden, der…

Das Wieland-Museum in Biberach an der Riß

Vergangene Woche weilte ich für ein paar Tage im oberschwäbischen Donauland. Da durfte denn auch ein Besuch in Biberach an der Riß nicht fehlen, wo Christoph Martin Wieland (1733-1813) seine Kindheit verbrachte und auch seine erste „feste Anstellung“ als Kanzleiverwalter inne hatte. Biberach, das auch das Modell zu Abdera bildete. Abdera, das schon in der…

Johann Heinrich Merck: Gesammelte Schriften. Band 1: 1760-1775

Erschienen 2012 im Wallstein-Verlag. Johann Heinrich Merck (1741-1791) ist eine jener Gestalten, die heute fast nur noch dem Germanisten bekannt sind. Und wie bei der Göchhausen, ist es Goethes Licht, das auch Merck vor dem kompletten Absinken in die Schattenwelt bewahrte. Merck war der vielleicht am meisten gleichberechtigte unter den Freunden Goethes vor dessen Italienreise;…