Harald Kretzschmar: Stets erlebe ich das Falsche. Der alternative Künstlerreport

Noch bin ich ja Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft. Und als solches habe ich vor ein paar Wochen nicht nur die neueste Nummer der Vereins-Zeitschrift erhalten (allerdings beschlossen, dass ich sie hier nicht mehr speziell vorstellen werde), sondern auch praktisch gleichzeitig das hier vorliegende Buch des Pirckheimers Harald Kretzschmar – als eine Art Bonus wohl. Man wird…

Antoine de Rivarol: Vom Menschen. Gedanken und Maximen, Portraits und Bonmots

Rivarol: Das ist der Mann, der für die Aufklärung zu spät gekommen ist; der Mann, der um einer Pointe willen auch seinen Freund (seinen Vater, seinen Bruder, seinen Sekretär) bloss stellte; der Mann, der zwischen Stuhl und Bank fiel und darauf hin beschloss, daraus eine Tugend zu machen. Man kennt ihn heute vor allem als…

Gustave Flaubert: Universalenzyklopädie der menschlichen Dummheit. Ein Sottisier

Materialiensammlungen, Zettelkästen und Ähnliches kennen wir von so manchem Autor. Arno Schmidt und Jean Paul, um nur die zwei bekanntesten deutschen zu nennen. Auch einigermassen sinnlose Listen und Aufzählungen haben es in die Weltliteratur geschafft – man lese z.B. das Kopfkissenbuch der Sei Shōnagon. Mit all diesem ist Gustave Flauberts Sottisier verwandt. (Während, wenn ich…

Sarah Bakewell: Das Café der Existenzialisten. Freiheit, Sein und Aprikosencocktails

Halb Philosophiegeschichte, halb (Mehrfach-)Biografie, stellt Sarah Bakewells Buch das Entstehen und Vergehen der existenzialistischen Bewegung dar. Es fehlen auch romanhaft-reisserische Momente nicht, so, wenn zum Beispiel die Rettung (fast des ganzen) Nachlasses von Edmund Husserl durch die Universität Löwen geschildert wird. Im Zentrum der Darstellung stehen die französischen Existenzialisten, allen voran Jean-Paul Sartre und Simone…

Anton Kuh: Werke. Band 7: Kommentar

Nicht als historisch-kritische Ausgabe seien die Werke konzipiert, sondern als kritische Studionausgabe, so der Herausgeber Walter Schübler in der Editorischen Notiz gleich zu Beginn von Band 7: Eine historisch-kritische Edition, in der die Textgenese dokumentiert und Überarbeitungsspuren im einzelnen vermerkt würden, verbat sich aufgrund der Materiallage von vornherein. Die nämlich sei so, dass nur wenig…

Anton Kuh: Werke. Band 4: 1926 – 1930

Noch weniger politische Beiträge als in der von Band 3 umfassten Periode: Das mag u.a. daran liegen, dass Kuh seit einiger Zeit vorwiegend in Berlin lebt und arbeitet. Kuh muss den Berlinern, hat man den Eindruck, seine österreichische Herkunft und Eigenart erklären. Das führt zu einigen recht nostalgisch gehaltenen Artikeln. Der Übergang Österreichs von einer…