Friedrich Heinrich Jacobi: Romane I – Eduard Allwill

Unter dem Titel Eduard Allwill veröffentlichen die Herausgeber der Kritischen Ausgabe von Jacobis Werken zwei Fassungen desselben Textes: Eduard Allwills Papiere von 1776 und Eduard Allwills Briefsammlung von 1792, denen sie jeweils Varianten zuzählen. Die erste Fassung, mit einem (anonymen) Zitat von Goethe einsetzend, Lavater und Shaftesbury zitierend, orientiert sich in Stil und Inhalt stark…

Friedrich Heinrich Jacobi: Kleine Schriften I. 1771-1783

Mit Band I der Kleinen Schriften – also im Großen und Ganzen jener Texte, die es nicht zu eigenem eigenen Buch geschafft haben (eine Ausnahme finden wir) – gewinnt Jacobi an Profil für den heutigen Leser. Während die ersten drei Bände der kritischen Werkausgabe seine philosophischen Auseinandersetzungen mit dem Spinozismus einerseits, dem transzendentalen Idealismus andererseits…

Cassius Dio: Römische Geschichte. Band III: Bücher 44-50

2 (1) Demokratie hat ja zwar einen schönklingenden Namen und erweckt den Eindruck, als bringe sie allen durch gleiche Gesetze auch gleiche Rechte, in ihren Ergebnissen aber zeigt sich, daß sie mit ihrem Namen nichts zu tun hat. Im Gegensatz dazu hat Alleinherrschaft einen bösen Klang, sie ist aber eine sehr geeignete Staatsform, um darunter…

Friedrich Heinrich Jacobi: Schriften zum Streit um die göttlichen Dinge und ihrer Offenbarung

Selbst einem Profi kann eine Rezension mal aus dem Ruder laufen. Ein Beispiel ist der vorliegende Text: Eigentlich wollte und sollte Jacobi nur für eine Zeitschrift des Verlegers Perthes eine Rezension schreiben zum gerade erschienenen Band VI seiner Gesammelten Werke, die Mathias Claudius veranstaltete. Doch Jacobi kam vom Hundertsten ins Tausendste und schrieb schließlich einen…

Cassius Dio: Römische Geschichte. Band II: Bücher 36-43

Von den im zweiten Band meiner Ausgabe abgedruckten originalen Büchern sind nur noch die ersten beiden (36 und 37) nicht vollständig erhalten. Aber die fehlenden Fragmente sind vernachlässigbar, z.T. sogar noch bei den schon erwähnten byzantinischen Nach- und Ausschreibern zu finden. Somit kann ab Buch 36 zum ersten Mal nachvollzogen werden, inwiefern sich Cassius Dio…

Michaela Masek: Geschichte der antiken Philosophie

Eine weitere antike Philosophiegeschichte – aber eine weitgehend gelungene. Während die von Wulff Rehfuss (ebenfalls unter der Ägide von UTB erschienen) schlicht zu kurz ist und dadurch noch nicht einmal einen Überblick bietet, gelingt es Masek genau das zu vermitteln. Eine kurze Zusammenschau von den Vorsokratikern bis zum Neuplatonismus, auch wenn die Gewichtung der einzelnen…

Paul-Henri Thiry d’Holbach: La Morale universelle ou Les Devoirs de l’homme fondés sur sa nature

Allgemeine Moral. Oder: Die Pflichten des Menschen, begründet in seiner Natur. Dieser Text enthält den Versuch Holbachs, eine Ethik zu begründen, die nicht auf eine überirdische Kontrollinstanz zurückgreift, wie es die zu seiner Zeit handelsüblichen Ethiken taten: kein Gott, keine Androhung von Bestrafung oder Belohnung in einem jenseitigen Paradies. Holbach weist die ethischen Konstruktionen der…

Paul-Henri Thiry d’Holbach: Système social ou Principes naturels de la Morale & de la Politique avec un examen de l’Influence du Gouvernement sur les Mœurs

Système social – Gesellschaftssystem. Wie viele Schriften Holbachs ist auch diese (1773) anonym erschienen. Ich weiss nicht, auf Grund welcher Argumente sie ihm von wem zugeschrieben worden ist; m.W. hat man in Holbachs Nachlass keine Liste gefunden mit den von ihm veröffentlichten Werken. Système social beginnt in einem einigermassen ‘philosophischen’ Ton, indem Holbach im ersten…

Plautus: Stichus – Trinummus – Truculentus – Vidularia

Ganz am Ende des Alphabets finden sich kaum mehr Komödien, die den Weg in die allgemeine Überlieferung der Literaturgeschichte geschafft hätten. Das liegt nur zum Teil an der Qualität dieser Stücke (ähnlich mediokre sind durchaus aufgenommen worden). Zum Teil ist meiner Meinung nach die Tatsache schuld, dass jene, die die antiken Komödien plünderten, ganz einfach…

William of Malmesbury: The Deeds of the English Kings [dt.: Die Taten der englischen Könige / OT: Gesta regum anglorum]

Hier stimmt schon der Titel in der englischen Übersetzung nicht, wie die Übersetzer R. A. B. Mynors, R. M. Thomson und M. Winterbottom in ihrem Vorwort auch zugeben. Aber “Die Taten der Könige der Engländer” (bzw. eben “The Deeds of the Kings of the English”) klingt mit einem doppelten Genitiv weder im Deutschen noch im…