Hans Frey: Fortschritt und Fiasko / Aufbruch in den Abgrund

Vor mir liegt ein ziemlich großes und entsprechend schweres Trumm von einem Buch: 17x25x5 cm groß und 1300 Gramm schwer. Es handelt sich um einen dieses Jahr (2025) herausgekommenen Sonderband aus der Reihe Utopien in der Science Fiction oder Wiederentdeckte Schätze der deutschsprachigen Science Fiction, die seit ein paar Jahren beim Hirnkost-Verlag in Berlin erscheint, und deren…

Johann Gottfried Herder: Briefe. Achter Band. Januar 1799-November 1803

Herders letzte Jahre waren seine glücklichsten nicht. Er hatte ja schon immer die Begabung, sich unglücklich und missverstanden zu fühlen. Bei jedem Versuch, dem zu entkommen, redete er sich schon bald ein, vom Regen in die Traufe gekommen zu sein. Unglücklich als reisender Hofprediger rettete er sich nach Bückeburg. Vom schlechten Verhältnis zu seinem Landesherren…

Matthias Glaubrecht: Dichter, Naturkundler, Welterforscher. Adelbert von Chamisso und die Suche nach der Nordostpassage

Matthias Glaubrecht hat mir schon mit seiner Biografie des Co-Entdeckers der Evolutionstheorie, Alfred Russell Wallace, Freude bereitet. Ebenfalls Freude bereitet hat er mir als Herausgeber der Folio-Ausgabe von Chamissos Reisebericht in der Anderen Bibliothek. Zwischendurch hat er Weiteres veröffentlicht, das ich nicht gelesen habe, aber als ich sah, dass es nun eine Biografie Adelbert von…

Thomas C. Starnes: Christoph Martin Wieland – Leben und Werk. Band 3: »Der Dekan des deutschen Parnasses«, 1800-1813

Wie ich auf diese Publikation aufmerksam wurde, welches die Intentionen von dessen Autor waren, warum dieser davon als von einer Mischung von Biografie und Tagebuch spricht, weshalb ich die drei Bände, aus denen sie besteht, einzeln vorstelle – das alles habe ich bei der Vorstellung des ersten Teils bereits erklärt. Ich füge hier noch um…

Thomas C. Starnes: Christoph Martin Wieland – Leben und Werk. Band 1: »Vom Seraph zum Sittenverderber«, 1733-1783

Auf diese Publikation hat mich kürzlich Metteur en lumière in seinem Kommentar zur Wieland-Biografie von Jan Philipp Reemtsma hingewiesen. Eines der Antiquariate meines Vertrauens hatte sie sogar im Angebot, also fix bestellt. Sie wurde auch sehr rasch geliefert. Und da ich schon seit langem keine Bücher mehr auf Vorrat kaufe (wie die Bücher-Hortenden zu sagen…

Nikolai Gogol: Die toten Seelen

Ein … ähm … je nun … sagen wir … einigermaßen seltsamer Roman ist das hier ja schon. Und damit meine ich nicht den Titel. Natürlich würden wir heute unter einem solchen Titel eher einen Horror- oder Gruselroman erwarten. Selbst der Moskauer Zensor verweigerte dem Buch die Druckgenehmigung, weil – so argumentierte er – Seelen…

Karl August Böttiger: Literarische Zustände und Zeitgenossen

Karl August Böttiger kam 1791 als Direktor des dortigen Gymnasiums nach Weimar. Geholt hatte ihn Johann Gottfried Herder. Dieser war nicht nur als Superindendent der Leiter Kirche des Herzogtums; er war auch in Personalunion als Ephorus zuständig für die Belange des herzoglichen Gymnasiums. Man war allgemein sehr stolz darauf, dass es gelungen war, Böttiger nach…

+ + + Abgebrochen: August Lafontaines „Quinctius Heymeran von Flaming“ + + +

Haidnische Alterthümer heißt die Reihe, in der dieser Roman 2008 bei Zweitausendeins erschienen ist. Oder vielleicht müsste man im vorstehenden Satz das Präteritum verwenden – Lafontaines Roman ist jedenfalls der bisher letzte in der Reihe erschienene; ein weiterer geplanter (James Fenimore Cooper: Die Monikins) erschien 2010 ausserhalb der Reihe und in einem anderen Verlag. Diese…

Ferdinand Beneke: Die Tagebücher. II/4: Beilagen 1802 bis 1805

Anders als im eigentlichen Tagebuch der Jahre 1802 bis 1805 finden wir in den Beilagen, die als separater Band herausgegeben werden, kaum Spuren der politischen Ereignisse jener Zeit. Keine Zeitungsausschnitte (einzig der völlig unpolitische Bericht über Klopstocks Begräbnis findet Eingang in die Beilagen, sowie die Todesanzeige seines Vaters). Zwei oder drei geschäftliche Akten, die Beneke…

Ferdinand Beneke: Die Tagebücher. II/3: 1808-1810

Wie heisst eigentlich die Funktion jener Person, die verantwortlich ist für die Herstellung der kleinen Schildchen auf dem Buchrücken, mit denen Leinenbände angeschrieben sind, wenn der Verlag nicht auf Prägung zurückgreifen will? Ich meine: Irgend jemand muss doch auch diesen Job machen. Wie dem auch sei: Dieser oder diese Irgend Jemand hat sich bei Band…