Hans Heinz Holz: Dialektik. Problemgeschichte von der Antike bis zur Gegenwart. Band III: Einheit und Widerspruch I. Die Signatur der Neuzeit

Holla! Nun aber! Jetzt will er’s wissen! – Das waren so die ersten Gedanken, die durch meinen Kopf schossen, nachdem ich das einleitende Kapitel Dialektik – was ist das überhaupt? gelesen hatte. Aber der Reihe nach: Die Bände III bis V von Holz’ Problemgeschichte der Dialektik sind bereits 1997 bei Metzler als eigenständige Produktion unter…

Thomas Leinkauf: Grundriss Philosophie des Humanismus und der Renaissance (1350 – 1600). Band 2

Band 2 schliesst unmittelbar an Band 1 an. Kein Vorwort, keine Einleitung, sogar die Paginierung wird weitergeführt. (Hingegen finden wir zum Schluss einen Epilog.) Die Aufteilung des Grundrisses scheint also mehr praktische, der Handhabung dienende, als innerliche, inhaltliche Gründe gehabt zu haben. (Leider gilt dieser unmittelbare Anschluss auch für das nach wie vor häufige Auftreten…

Thomas Leinkauf: Grundriss Philosophie des Humanismus und der Renaissance (1350 – 1600). Band 1

Leinkaufs Grundriss erfüllt alle Bedingungen, um für den von ihm behandelten Zeitraum ähnlich epochemachend zu werden, wie es Zellers Philosophie der Griechen in ihrer geschichtlichen Entwicklung vor 100 Jahren für die Philosophiegeschichte des antiken Griechenland war. Leinkaufs Darstellung ist fakten- und von daher auch umfangreich (rund 2’000 Seiten). Sie richtet sich an ein Fachpublikum, das…

Erasmus von Rotterdam: De conscribendi epistolis / Anleitung zum Briefschreiben

Anleitungen zum korrekten Verfassen von Briefen sind nicht neu, und Erasmus war keineswegs der erste, so etwas zu verfassen. Im Gegenteil: Schon die Antike kannte die Literaturgattung ‘Brief’ und schrieb darüber. Im Mittelalter waren Briefsteller vor allem Anleitungen für die Schreiber in den Kanzleien von Fürsten und Bischöfen, Königen, Kaiser und Papst. Entsprechend ‘degenerierte’ die…

T. S. Eliot: The Poems. Volume I: Collected and Uncollected Poems

Herausgegeben von Christopher Ricks und Jim McCue. London: Faber & Faber, 2015. Thomas Stearns Eliot gehört zu denen, die den Namen ‘poeta doctus’ wahrlich verdient haben. Und das nicht nur, weil er John Donne und die metaphyischen Poeten des alten England wieder ins Bewusstsein der Literaturkritik und -wissenschaft gerückt hat. Sein Lesevolumen war offenbar riesig….

Die Horen 12/1797 – mit einem Rückblick auf 3 Jahre “Horen”-Lektüre

Ich mag Die Horen, ehrlich gesagt, nicht mehr mit ins neue Jahr schleppen, und da die letzte Nummer des Jahres 1797 (und allerletzte Horen-Nummer überhaupt) erst im Juni 1798 in Jena ausgeliefert wurde, bin ich so oder so zu früh dran. Und da an der letzten Horen-Nummer auch nicht viel dran ist, kann ich gleich…

Dante Alighieri: Vita Nuova

Beim Gedicht-Zyklus Vita Nuova (1292-1295) handelt es sich um jenes Werk Dantes, das ihm rund 10 Jahre später Anlass geben würde für sein philosophisches Werk Convivio. Formal gesehen, haben wir eine Mischform aus Lyrik und Epik vor uns: Die einzelnen Gedichte werden jeweils in Prosa eingeleitet bzw. kommentiert. Inhaltlich ist Vita Nuova quasi-autobiografisch gehalten: Dante…

Alexander von Humboldt: Kosmos

Werke. Darmstädter Ausgabe. Band VII (in 2 Teilbänden). Herausgegeben und kommentiert von Hanno Beck. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 22008. Kosmos ist Alexander von Humboldts grosses Alterswerk. Noch einmal – um ein abgedroschenes Bild zu verwenden – steigt der alte Mann in den Ring, um die Ergebnisse seiner Reisen, seiner Forschungen festzuhalten. Nicht nur seiner Reisen und…

Alain de Libera: Denken im Mittelalter

De Libera will einen “neuen” Intellektuellen des Mittelalters ausfindig machen und findet ihn in Dante und – überraschenderweise – Meister Eckhart. Mit diesen beiden sieht er eine außeruniversitäre Denkkultur sich etablieren, die sich des Averroismus und des Aristotelismus bedient. Für Dante mag das hingehen (auch wenn ich nicht erkennen kann, wie und wo sich diese…

Dante Alighieri: Das Gastmahl. Viertes Buch

Warum Dante Alighieri Das Gastmahl nach dem Vierten Buch abbricht, weiss ich nicht. Weder im Vorwort meiner Ausgabe (Philosophische Werke 4/IV, herausgegeben unter der Leitung von Ruedi Imbach, Hamburg: Felix Meiner, 2004), noch im Internet, noch im Text selber, finden sich Hinweise. Im Gegenteil: Gerade im Vierten Buch bringt Dante Alighieri den einen oder andern…