Frank Holl: Alexander von Humboldt. Mein vielbewegtes Leben

Etwas zwiegespalten stehe ich diesem biogafischen Portrait Humboldts schon gegenüber. Da ist einerseits die wunderschöne Gestaltung, die in vielerlei Hinsicht interessanten Illustrationen. Dazu gleich. Da ist andererseits der Text. Holl folgt Humboldts Leben sehr getreu. Er bringt auch immer wieder Auszüge aus Humboldts Werken, Briefen, Tagebüchern. Aber mit wenigen Ausnahmen enthält er sich jeglicher Interpretation…

Stefano D’Arrigo: Horcynus Orca

Offen gesagt, kann ich nicht nachvollziehen, wie es all den Feuilletons möglich war, schon kürzeste Zeit nach dem Erscheinen der deutschen Übersetzung von Horcynus Orca das Buch zu besprechen. Ich halte mich für keinen unerfahrenen Leser; um von den Romanen und Epen früherer Zeiten, von Homer und Dante, von Firdausi bis Luo Guanzhong, von Cervantes…

Mervyn Peake: Titus Groan [Der junge Titus]

Ich muss gestehen, dass mich dieses Jahr noch keine Lektüre so fasziniert, interessiert und intrigiert hat, wie die von Titus Groan – selbst Les Fleurs du Mal nicht. Das mag daran liegen, dass ich vor der Lektüre der Fleurs du Mal genau wusste, was mich erwartet, vor Titus Groan nicht. Denn Titus Groan ist meiner…

Luo Guanzhong: Die Geschichte der Drei Reiche

Über 1’330 Seiten Text, über 1’000 namentlich genannte Charaktere (und über 300 Seiten gelehrte Anmerkungen) – dieser chinesische Roman lässt selbst die diesbezüglich viel geschmähten Russen problemlos hinter sich… Und dabei gilt Die Geschichte der Drei Reiche den Chinesen als einer ihrer vier klassischen Romane. Lange stand ich vor der Frage, ob ich hier nun…