Gottfried August Bürger: Des Freiherrn von Münchhausen wunderbare Reisen und Abenteuer

Münchhausens Lügengeschichten waren fester Bestandteil meiner Lesesozialisation, zusammen mit den Kalendergeschichten Johann Peter Hebels. Dass bei der Ausgabe, die ich damals las, kein Autor angegeben war, störte mich dabei nicht im Mindesten. Was mich, ähnlich wie bei den Kalendergeschichten, faszinierte, war das bunte Panorama an Themen und Situationen, das in den Münchhausen-Geschichten aufgetischt wurde. Bei…

Heinrich Schmidinger (Hrsg.): Wege zur Toleranz. Geschichte einer europäischen Idee in Quellen

Gemäß Klappentext handelt es sich hier um ein Projekt von „Graz 2003 Kulturhauptstadt Europas“. Darauf, warum für dieses Projekt ausgerechnet das Thema „Toleranz“ gewählt wurde, finde ich keine Hinweise. Und warum Graz – das ja über eine eigene Universität verfügt, die auch keine schlechten Professoren ihr eigen nennt (jedenfalls war das so zu meiner Zeit)…

Olga Tokarczuk: Die Jakobsbücher

Oder – so der Untertitel – Eine große Reise über sieben Grenzen, durch fünf Sprachen und drei große Religionen, die kleinen nicht mitgerechnet. Eine Reise, erzählt von den Toten und von der Autorin ergänzt mit der Methode der Konjektur, aus mancherlei Büchern geschöpft und bereichert durch die Imagination, die größte natürliche Gabe des Menschen. Den…

Hugo von Hofmannsthal: Gedichte und Prosa

Gedichte und Prosa liefert einen Querschnitt durch Hugo von Hofmannsthals nicht-dramatisches Werk, angefangen bei den Gedichten des Gymnasiasten Loris bis zu den späten Essays und Reden. Dazu kommt ein Anhang mit – unter anderem – Anmerkungen, einem Nachwort der Herausgeber und Ausgewählter Forschungsliteratur. Zielpublikum ist demnach eindeutig der Student oder die Studentin der Literaturwissenschaft. In…

Élisabeth Badinter: Maria Theresia

Laut Klappentext und Wikipedia handelt es sich bei der Autorin Élisabeth Badinter (*1944) um eine ehemalige Professorin für Philosophie an der École polytechnique in Paris. Sie hat offenbar schon früh den (ich zitiere Wikipedia) Beauvoir’schen Feminismus für sich entdeckt. Diese Informationen sind nicht unwichtig für das hier besprochene Buch. Nämlich: 1. Diese Biografie wurde ursprünglich…

»Einen Spiegel hast gefunden, der in allem Dich reflectiert« – Johannes von Müllers Liebesbriefe an ‘Graf Louis Batthyány Szent-Iványi’ von 1802-1803

Neun Monate lang, von Juni 1802 bis März 1803, schrieb der Wiener Bibliothekar mit Schweizer Wurzeln, Johannes von Müller, feurige Liebesbriefe an einen ungarischen Grafen. Dann brach der Skandal aus. Was war genau geschehen? Johannes (später: von) Müller wurde 1752 in Schaffhausen in der Schweiz geboren. Er starb 1809 in Kassel. Schon früh war dem…