Briefe von und an Lessing 1776-1781

Meine Freude war nur kurz. Und ich verlor ihn so ungern, diesen Sohn! denn er hatte so viel Verstand! so viel Verstand! – Glauben Sie nicht, daß die wenigen Stunden meiner Vaterschaft, mich schon zu so einem Affen von Vater gemacht haben! Ich weiss, was ich sage! – War es nicht Verstand, daß man ihn…

Briefe von und an Lessing 1770-1776

1770: Lessing wirft das Handtuch. Er gibt auf. Er erklärt seinen Versuch, als freier Schriftsteller nur vom Ertrag seiner Feder zu leben, als gescheitert. Denn, als ihm der Posten eines Bibliothekars an der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel angeboten wird, schlägt er ein. Es ist (wie er sich wohl gesagt hat), von allen Möglichkeiten, die…

Briefe von und an Lessing 1743-1770

Friedrich Schlegel, zitiert vom Herausgeber dieses Briefwechsels im Anhang, meinte in seinem Essay Über Lessing (1797/1801), Lessings Größe habe vor allem in seiner »Individualität« gelegen, und für deren Studium sei der eine oder andere von Lessings Briefen »mehr wert ‹…› als manches seiner berühmtesten Werke«. Eigentlich 1987 als Band 11/I einer Ausgabe von Lessings Werken…

Fritz Mauthner: Der Atheismus und seine Geschichte im Abendlande. 4. Band: Drittes Buch: Aufklärung – Große Revolution (12. bis 14. Abschnitt) / Viertes Buch: Die letzten hundert Jahre – Reaktion – Materialismus – Gottlose Mystik

Mehr Literatur- als Philosophiegeschichte: der vierte und abschliessende Band von Fritz Mauthners Geschichte des Atheismus. Als allererstes wendet sich der Autor gegen die Vertreter eines stinkenden Lichts (einer pervertierten Aufklärung). Die Dunkelmänner, die er meint, sind vorwiegend Vertreter der Romantik, die sich ebenso auf Voltaire oder Rousseau berufen, wie die Aufklärer selber. Aber auch Mendelssohn…

Fritz Mauthner: Der Atheismus und seine Geschichte im Abendlande. 3. Band: Drittes Buch (1. bis 11. Abschnitt): Aufklärung in Frankreich und in Deutschland – Die große Revolution

Für Mauthner ist die Geschichte des Atheismus eine Sammlung von Geschichten atheistischer Persönlichkeiten; und er hat so seine Lieblinge und seine Bêtes noires. Ersteres wie letzteres teilt er mit praktisch allen Philosophiegeschichten seiner Zeit. Mauthner ist allerdings ein Amateur und zelebriert seine Parteilichkeit nachgerade. (Wenn er übrigens den professionellen Philosophiegeschichtsschreibern vorwirft, dass da einer vom…

Fritz Valjavec: Geschichte der abendländischen Aufklärung

Dem “Gesamtphänomen” der Aufklärung will sich dieses Buch annähern: Indem es sich nicht nur auf die philosophischen Aspekte beschränkt, sondern den gesamten gesellschaftlichen Bereich – von Erziehung über Religion bis zur Kunst – zu untersuchen sich vornimmt. Ein Unternehmen, das man getrost als auf der ganzen Ebene gescheitert ansehen kann. Denn Valjavec ist der Prototyp…

Mose ben Maimon: Acht Kapitel. Eine Abhandlung zur jüdischen Ethik und Gotteserkenntnis

Philosophische Bibliothek 342. Hamburg: Meiner, 21992. Beruht auf einer Übersetzung von Maurice Wolff aus dem Jahr 1903. Maimonides war Philosoph, Rechtsgelehrter und Arzt im damals noch arabisch dominierten Mittelmeerraum des 12. Jahrhunderts u.Z. Sein Denken ist mit arabischem Denken getränkt, ohne allerdings die jüdische Herkunft Maimonides’ zu verbergen, denn mehr im Allgemeinen als im Besonderen…

Edmund Burke: Vom Erhabenen und Schönen

Moses Mendelssohn hielt diesen Text für wichtig genug, dass er noch eine Anzeige / Rezension fürs englische Original verfasste – nicht allerdings ohne darauf hinzuweisen, dass er sich auf die Übersetzung durch einen Freund freue. Dieser Freund war niemand Geringeres als Lessing. Aber auch Herder plante zeitweise, Burkes ästhetische Schrift zu übersetzen. Die beiden, Lessing…

Moses Mendelssohn: Ausgewählte Werke. Studienausgabe. Band II: Schriften zu Aufklärung und Judentum 1770-1786

Glanz und Elend der Berliner Aufklärer lässt sich nirgends so gut feststellen, wie in Mendelssohns Schriften aus den letzten anderthalb Jahrzehnten seines Lebens. Glanz – in seiner Verteidigung des eigenen Glaubens. Elend – in der Theologie, die diesem Glauben zu Grunde lag. Anders, als der Titel des zweiten Bandes der Werkauswahl suggeriert, beginnt unsere Lektüre…

Moses Mendelssohn: Ausgewählte Werke. Studienausgabe. Band I: Schriften zur Metaphysik und Ästhetik 1755-1771

Überschneidungen mit den Ästhetischen Schriften in Auswahl sind vorhanden, aber vernachlässigbar, auch deswegen, weil der Herausgeber dieser Auswahl, Christoph Schulte, in seinen einleitenden Bemerkungen jeweils leicht andere Akzente von Mendelssohns Schriften herausstreicht, als Otto F. Best in den seinen. Die Berliner Aufklärung, zu der Mendelssohn gerechnet werden kann (er hat viele seiner Schriften bei Nicolai…