Ernst Cassirer: Philosophie der symbolischen Formen. Dritter Teil: Phänomenologie der Erkenntnis

Zwischen dem hier vorliegenden dritten Teil der Philosophie der symbolischen Formen und dem zweiten liegen 4 Jahre, der erste ist gar 6 Jahre früher erschienen (1929 – 1925 – 1923). Diese lange Entstehungszeit merkt man vor allem dem dritten Teil an – im Grossen und Ganzen zu dessen Vorteil. Allerdings könnte man sagen, dass die…

Lars Jaeger: Supermacht Wissenschaft

Lars Jaeger, Wissenschaftsjournalist, schreibt über wahrscheinliche und unwahrscheinliche Zukunftsszenarien: Den Cyborg, dessen Zellerneuerung über kleine Nano-Roboter gesteuert wird, die Möglichkeiten der Gentechnik (insbesondere jene, die durch CRISPR/Cas9 entstanden sind), künstliche Intelligenz, die den Menschen in Entscheidungsprozessen (auch ethisch-moralischer Natur) überflüssig machen könnte bzw. ganz allgemein über eine Welt, deren materielle Probleme der Vergangenheit angehören und…

Andreas Bartels: Grundprobleme der modernen Naturphilosophie

Grundsätzlich halte ich es für eine glänzende Idee, wissenschaftliche Erkenntnisse dem Philosophen nahezubringen. Denn Philosophie ohne naturwissenschaftlichen Hintergrund ist zumeist verstiegen, weltfremd und ohne Relevanz für Denken und Leben. Ein Mathematiker, Physiker und Philosoph wie Bartels scheint für diese Aufgabe glänzend geeignet: Aber dieses Unternehmen ist leider weitgehend misslungen. Weder versteht es der Autor, naturwissenschaftliche…

Stephen Hawking: Die illustrierte kurze Geschichte der Zeit

Dies ist wohl eines der bekanntesten populärwissenschaftlichen Bücher über Kosmologie (und vielleicht das meistverkaufte). Ganz habe ich die Begeisterung schon bei seinem Erscheinen nicht verstanden: Unterscheidet es sich doch nicht wirklich von anderen Werken dieses Genres. Allerdings kann die illustrierte Ausgabe auf eine wirkliche Besonderheit verweisen: Sehr gelungene und ansprechende Abbildungen. Der Grund für das…

Ulrich Schnabel: Die Vermessung des Glaubens

Das, was Schnabel hier als eine umfassende “Vermessung des Glaubens” präsentiert, ist eine eher seltsame Auswahl von spezifisch religiösen Elementen, die auf ihre Nützlichkeit untersucht werden. Abgeschlossen werden die einzelne Kapitel durch Interviews mit diversen Personen, die – direkt oder indirekt – von den Auswirkungen dieses Glaubens betroffen sind. Schon im ersten Abschnitt “Medizin des…

Brian Greene: Die verborgene Wirklichkeit

Als Kopernikus vor 500 Jahren das geozentrische Weltbild entsorgte, war man sich nicht ansatzweise bewusst, wie unwiderruflich der Mensch aus dem Zentrum des Kosmos verbannt werden würde: Denn weder Sonne noch unsere Galaxie können irgendeine Form eines Sonderstatus für sich beanspruchen. Ein durchschnittlicher Stern und eine Milchstraße, deren Zukunft darin besteht, ein Teil des Andromedanebels…

Herbert Pietschmann: Phänomenologie der Naturwissenschaft

Der Titel klingt irgendwie vielversprechend (mit der Betonung auf irgendwie): Aber es dauert sehr lange, bis dem Leser auch nur einigermaßen klar wird, worauf Pietschmann in diesem Buch abzielt. Eine irgendwie neue, andere, wissenschaftstheoretische Konzeption des Fortschrittes der Naturwissenschaften, die sich eine Versöhnung der Kuhnschen Paradigmen mit den Popperschen Falsifikationen vorgenommen hat und diese mit…

Gerhard Hennemann: Grundzüge einer Geschichte der Naturphilosophie und ihrer Hauptprobleme

Gerhard Hennemann war mir bislang völlig unbekannt, auch im Netz war wenig zu finden bis auf einen Hinweis, dass er von der SS 1938 als Professor in Jena vorgeschlagen worden war (ob der dort erwähnte Hennemann tatsächlich mit dem Autor des Buches ident ist, konnte ich nicht feststellen, scheint mir aber wahrscheinlich, da aus zahlreichen…

Mario Bunge / Martin Mahner: Über die Natur der Dinge

Nicht zufällig erinnert der Titel an das antike naturphilosophische Werk des Lukrez. Die beiden Autoren, Bunge und Mahner, wollen nämlich eben so wie ihre beiden antiken Vorbilder Lukrez und Epikur die ‘Welt’ beschreiben, ohne auf Götter Rekurs zu nehmen. Und anders als die beiden Antiken gestehen sie Gott oder den Göttern auch nicht eine Existenz…

Michael Esfeld: Naturphilosophie als Metaphysik der Natur

Esfeld versucht Metaphysik und neueste naturwissenschaftliche Erkenntnisse zu verbinden – und das alles auf der Basis eines wissenschaftlichen Realismus, der auf drei Grundvoraussetzungen beruht: 1. Die Welt an sich ist unabhängig von wissenschaftlichen Theorien – sowohl in ontologischer als auch kausaler Hinsicht. Das ist eine Absage an idealistische Programme jedweder Art. 2. Die Beschaffenheit der…