Ernst Mayr: Das ist Evolution

Ernst Mayr gehört zu den wohl bekanntesten Biologen des 20. Jahrhunderts und war einer der Begründer der synthetischen Theorie der Evolution. Und er war auch bekannt für seine Auseinandersetzungen mit Kladisten oder jenen Biologen, die in ihrer Forschungsarbeit einen stark durch die Mathematik geprägten Ansatz vertraten. Das hier vorliegende Buch verdient es in jeder Bibliothek…

J. Craig Venter: Leben aus dem Labor

John Craig Venter ist der Öffentlichkeit durch die von ihm erstmals erfolgreiche durchgeführte Sequenzierung des menschlichen Genoms bekannt geworden. Und durch die Vermarktung seiner Forschungsergebnisse (er dürfte mindestens so viel vom Unternehmer wie vom Wissenschaftler haben), wobei er u. a. Patente auf die Sequenzierungen anmeldete, um die gewonnenen Erkenntnisse für die Medikamentenherstellung ökonomisch zu nutzen….

Frans de Waal: Der Affe und der Sushimeister

Die Bemühungen, das Besondere des Menschseins zu definieren haben immer auch damit zu tun, ihn, den Menschen, aus dem Tierreich herauszuheben, mit einem göttlichen, später einem kulturellen Funken auszustatten. Denn wenn die Geschichte vom Ebenbild Gottes mittlerweile auch lächerlich anmutet, so ist das Bedürfnis nach dem Besonderen keineswegs verschwunden und es müssen abstrakte Dinge wie…

David Bodanis: Bis Einstein kam

E = mc² ist die wohl berühmteste Formel der Welt. Ihre Geschichte und Konsequenzen zu dokumentieren hat sich der Autor vorgenommen: Daraus wurde ein sehr leicht lesbares Buch, das auf physikalische oder mathematische Details vollkommen verzichtet, dagegen reich an Anekdoten ist. Eine mehr als leichtfassliche Lektüre mit einigem Unterhaltungswert, aber ohne jeden Tiefgang. Bodanis lässt…

Simon Singh: Codes. Die Kunst der Verschlüsselung

Dieses Buch ist die Jugendausgabe von “Geheime Botschaften”, bereitet also kryptographische Erkenntnisse für ein jüngeres Publikum auf. Die Empfehlung liegt mit “ab 12” nach meinem Dafürhalten knapp an der Grenze des Verstehbaren für diese Altersgruppe: 15 schiene mir besser geeignet. Was aber das Besondere dieses Buches ausmacht: Nach oben gibt es keine Grenze und es…

Robin Dunbar: Klatsch und Tratsch. Wie der Mensch zur Sprache fand

Schon seit Aristoteles zerbrechen sich Philosophen den Kopf über Ursprung und Entstehung der Sprache – aber erst seit sich Anthropologen und Ethologen dieses Themas angenommen haben, sind die Überlegungen auch substantiell: Ansonsten hatte zumeist der liebe Gott seine Finger im Spiel oder aber die Sprache war der Spiegel der Seele (was immer das auch sei)….

Schiefenhövel, Vogel, Vollmer, Opolka (Hrsg.): Vom Affen zum Halbgott

Der erste Band einer auf drei Bände ausgelegten Serie “Anthropologie heute” – allerdings von 1994. Dadurch leidet die Aktualität mancher Beiträge (wie etwa jener über Gentechnik als auch der über Ökologie), andere hinwiederum (über Reproduktionsmedizin) habe ich in diesem Zusammenhang schlicht nicht erwartet (die moralisch-ethischen Belange wurden ohnehin im Beitrag über Gentechnik abgehandelt). Die mit…

Lars Jaeger: Supermacht Wissenschaft

Lars Jaeger, Wissenschaftsjournalist, schreibt über wahrscheinliche und unwahrscheinliche Zukunftsszenarien: Den Cyborg, dessen Zellerneuerung über kleine Nano-Roboter gesteuert wird, die Möglichkeiten der Gentechnik (insbesondere jene, die durch CRISPR/Cas9 entstanden sind), künstliche Intelligenz, die den Menschen in Entscheidungsprozessen (auch ethisch-moralischer Natur) überflüssig machen könnte bzw. ganz allgemein über eine Welt, deren materielle Probleme der Vergangenheit angehören und…

Thomas Rid: Maschinendämmerung

Die “kurze” Geschichte der Kybernetik entpuppt sich als ein doch recht umfängliches Werk von 450 Seiten, wobei meine Erwartung einer eher “technischen” Darstellung nicht erfüllt wurde. Zugegeben – da steht auch “Geschichte” und insofern darf ich mich nicht darüber beklagen, dass ein Buch genau das enthält, was es ankündigt. Ich habe mit vergleichbaren Büchern (die…

Eve-Marie Engels: Erkenntnis als Anpassung?

Eigentlich ein Buch, dessen Thematik ich großes Interesse entgegenbringe und das zu lesen ich mir schon lange vorgenommen hatte. Es ist die leicht abgeänderte Version der Habilitationsschrift von Engels, im Untertitel als eine “Studie zur Evolutionären Erkenntnistheorie (EE)” bezeichnet. Aber die Enttäuschung war groß. Zum einen ist da der Fußnotenwahnsinn, der sich in diesem Buch…