William Thomas Beckford (1760-1844) war, wenn man das so sagen darf, von Beruf Sohn. Sein Vater gleichen Namens war ein bekannter englischer Politiker (u.a. zweifacher Lord Mayor von London). Nach dessen Tod 1770 erbte Beckford jr. ein riesiges Vermögen, das ihn zu einem der reichsten Männer des Königreichs (und damit der Welt) machte. Anders als…
Schlagwort: München
Stadt an der Isar
Ingeborg Bachmann / Max Frisch: »Wir haben es nicht gut gemacht.«
Gut editierte und gut kommentierte Ausgaben von Briefwechseln, pflege ich jeweils zu sagen, können eine Biografie ersetzen. Dass ich dabei in erster Linie an Gesamtausgaben von Briefen eines Autors / einer Autorin denke, versteht sich hoffentlich von selbst. Der Briefwechsel nur von zwei Briefpartnern kann zwar eine ähnliche Funktion erfüllen, ist aber problematischer, insbesondere, wenn…
Wieland Schnürch (Hrsg.): Karl May und München
Offen gesagt, habe ich Karl May nie wirklich mit München in Verbindung gebracht. Er war für mich ein Deutscher; manchmal präzisierte er es dahingehend, Sachse zu sein. (Weil ich natürlich, als ich mit 9 oder 10 Jahren zum ersten Mal mit Karl May in Berührung kam, den Unterschied zwischen Erzähl-Ich und Autoren-Ich noch nicht machen…
Johann Kaspar Riesbeck: Briefe eines reisenden Franzosen über Deutschland
Anders, als es der Titel suggeriert, handelt es sich bei den Briefen eines reisenden Franzosen über Deutschland nicht um einen Reisebericht. Dazu passt schon der Name des Verfassers nicht. Der fehlte allerdings in der Originalausgabe, diese erschien anonym, nur mit der Bemerkung: Uebersetzt von K. R. – eine Bemerkung, die zunächst nur Riesbecks Freunde durchschauten….
Georg Hermann: Schnee
Bei Schnee handelt es sich um die Fortsetzung von Die Nacht des Dr. Herzfeld. Es ist eine Fortsetzung mit anderen Mitteln und – das will ich gleich festhalten – bedeutend weniger geglückt als sein Vorgänger. Das erklärt sich vielleicht schon aus dem zeitlichen Abstand, der zwischen den beiden Romanen besteht. Die Nacht des Dr. Herzfeld…
Per Daniel Atterbom: Reisebilder aus dem romantischen Deutschland
Atterbom, geboren 1790 in der schwedischen Provinz, legte sich als junger Mann als dritten Vornamen ‚Amadeus‘ bei – in Verehrung des deutschen Autors E. T. A. Hoffmann. Atterbom war zu diesem Zeitpunkt bereits einer der führenden Vertreter der romantischen Kunstrichtung in Schweden. Im Übrigen zeigt der erste Satz schon die ganze Problematik und das ganze…
Heinrich Laube: Reise durch das Biedermeier
Biedermeier, Junges Deutschland, Vormärz sind alles Bezeichnungen für die Zeit der Restauration, der (versuchten) Wiederherstellung der alten, absolutistischen Weltordnung (zumindest in den mehrheitlich deutschsprachigen Ländern) nach dem Zusammenbruch des napoleonischen Reichs. Dabei ist „Biedermeier“ der Blick auf diese Zeit aus der Sicht des größeren Teils der deutschen Bevölkerung – eines Teils, der es sich, so…
Frances Trollope: Briefe aus der Kaiserstadt [Vienna and the Austrians]
Frances Trollopes Schicksal weist viele Parallelen auf zu dem Johanna Schopenhauers. Beiden schien ursprünglich das übliche Leben einer Frau im 19. Jahrhundert bestimmt: Geburt, Heirat, Kinder, Tod. Jeweilige Einträge im Kirchenregister inklusive – als einzige Spur ihres Erdenlebens. Beide erfüllten denn auch die ersten Teile in der vorgeschriebenen Reihenfolge (auch wenn Frances ein wenig älter…
Carl Spitzweg
Im Moment findet in Winterthur, im Museum Reinhart am Stadtgarten, eine Ausstellung von Werke des Münchner Malers Carl Spitzweg statt. Aus verschiedenen Museen wurden einige seiner bekanntesten Bilder herbeigebracht; einige besitzt das Museum auch selber. Spitzweg changiert irgendwo zwischen Spätromantik und Biedermeier – wobei er allerdings ein äußerst vielseitiger Maler ist, der Erwartungshaltungen im Publikum…
Ernst Toller: Prosa / Briefe / Dramen / Gedichte
Im Oktober 1961 erschien diese Auswahl aus den Texten Ernst Tollers beim Rowohlt-Verlag, ohne Ortsangabe. Sie war Teil einer Reihe namens Rowohlt Paperback, genauer gesagt deren N° 1 (was aber nur aus einer kleinen Nummer auf dem Buchrücken ersichtlich ist). Ein bisschen größer als der Standard der rororo-Taschenbücher, in etwa Oktav. Es zeichnet kein Herausgeber…