Volker Weidermann: Träumer. Als die Dichter die Macht übernahmen.

München nach dem Ersten Weltkrieg, der letzte Wittelsbacher flieht auf das Land, in dem allgemeinen Chaos formieren sich zahlreiche Strömungen, Parteien und es ist der Zufall, der über Aufstieg und Fall entscheidet. Kurt Eisner ist das Schicksal gewogen (obschon das eine gewagte Behauptung ist, wenn man sein Ende bedenkt), er greift nach der Macht und…

›Marginalien… 223. Heft

Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie. Herausgegeben von der Pirckheimer-Gesellschaft im quartus-Verlag, Bucha bei Jena. 223. Heft 2016/4. Neben Vereinsinterna (so z.B. Berichten von bzw. aus dem Umfeld der Jahresversammlung 2016 in München) enthält die Zeitschrift auch Beiträge von und über Buchgestalter. Die ursprüngliche Verankerung des Vereins in der ehemaligen DDR spürt man dem Heft noch…

Bernhard Fischer: Johann Friedrich Cotta. Verleger – Entrepreneur – Politiker

Gefragt nach den Protagonisten der deutschen Klassik, werden einem Goethe in den Sinn kommen, und Schiller natürlich. Dann wahrscheinlich noch Herder. Schon weniger wahrscheinlich Wieland. Wilhelm von Humboldt habe ich auch schon nennen gehört – als Gesprächspartner vor allem Schillers, in Zusammenhang mit Fragen der klassischen Ästhetik. Aber Cotta? Wer ist Cotta? Diese Lücke in…

“München hat mich beinahe umgebracht …”

Tatsächlich, um ein Haar wäre er erschlagen worden, der US-amerikanische Autor mit deutschen Wurzeln Thomas Wolfe, auf der ‘Wiesn’ beim Oktoberfest 1927. Er geriet nämlich – ziemlich betrunken, um nicht zu sagen sturzbesoffen – in eine Schlägerei, an der er selber nicht ganz unschuldig war, hatte er doch die Gegenpartei (deutsche Burschen und ein Mädchen)…

Otto Julius Bierbaum: Die Yankeedoodle-Fahrt und andere Reisegeschichten. Neue Beiträge zur Kunst des Reisens

Otto Julius Bierbaum (1865-1910) gehört zur Gattung jener Literaten, die man mit dem Spitznamen “clair-obscur” bedenken könnte. Nicht völlig in Vergessenheit geraten und doch nicht wirklich bekannt. Neuauflagen von einigen seiner Werke erfolgen von Zeit zu Zeit, aber ich habe den Eindruck, dass sie meist sehr rasch im Neuantiquariat bzw. auf dem Remittenden-Tisch enden. Dabei…

Kuno Raeber: Aus dem Nachlass II

Wie ich schon anlässlich des ersten Nachlassbandes von Kuno Raeber feststellen durfte: Es ist immer so eine Sache um den Nachlass eines Autors. So auch mit dem zweiten Band aus seinem Nachlass, betitelt “Gedichte, Prosa, Aufsätze”. Während mir der erste Nachlassband durchaus behagte, um mich bequem Goethe’sch auszudrücken, bringe ich dem zweiten gemischtere Gefühle entgegen….

Kuno Raeber: Aus dem Nachlass I

Es ist immer so eine Sache um den Nachlass eines Schriftstellers. Ich bin zwar durchaus Arno Schmidts Meinung, dass die Nachkommen keinerlei Rechte am Nachlass eines schriftstellernden Vorfahren haben dürften, schon gar nicht das Recht, diesen Nachlass oder Teile davon zu vernichten. Dennoch bleibt die Tatsache bestehen, dass die Lektüre von Werken aus dem Nachlass…