Walter Schübler: Anton Kuh. Biographie

Biographie. Nicht: Eine Biographie. Nicht: Die Biographie. Obwohl vor allem letzteres durchaus zutrifft, denn die vorliegenden 575 Seiten Walter Schüblers stellen tatsächlich die Kuh-Biographie dar – nur schon weil sie die einzige Biographie darstellen, die bisher über Anton Kuh geschrieben wurde. Erschienen ist diese Biografie 2018 im Wallstein-Verlag. Anton Kuh existiert meist nur als Fussnote…

Die österreichische Provinz

Anton Kuh mochte sie nicht, die österreichische Provinz. Anton Kuh aber war ein Grossstadt-Mensch: Prag, Wien, Berlin, Paris, London, New York – das war seine Welt. Die österreichische Provinz hielt er für den Humus, in dem die faschistoiden, völkischen Elemente Wurzeln geschlagen hatten, die von da in das weltoffene Wien eindrangen und nicht nur Wien,…

Anton Kuh: Werke. Band 7: Kommentar

Nicht als historisch-kritische Ausgabe seien die Werke konzipiert, sondern als kritische Studionausgabe, so der Herausgeber Walter Schübler in der Editorischen Notiz gleich zu Beginn von Band 7: Eine historisch-kritische Edition, in der die Textgenese dokumentiert und Überarbeitungsspuren im einzelnen vermerkt würden, verbat sich aufgrund der Materiallage von vornherein. Die nämlich sei so, dass nur wenig…

Anton Kuh: Werke. Band 6: 1933 – 1941

Bürger Brunneisel tritt noch zweimal auf; die Salzburger Festspiele werden noche einmal besprochen; auch sein ‘ewiger Widersacher’ Karl Kraus wird noch zwei oder drei Mal hart kritisiert. Aber dann verlagern sich die Themen von Kuhs Essays radikal. Dass er unter den Schriftstellern einen neuen Liebling gefunden hat, nämlich Stendhal (und zwar Stendhal den politischen Autor,…

Anton Kuh: Werke. Band 5: 1930 – 1933

1930 bis 1933 ist definitiv die Zeit, in der Kuh seinen deutschen Lesern seine österreichische Heimat näher zu bringen versucht. Er schreibt sogar ein Buch: Der unsterbliche Österreicher. Das heisst: Aktuell neu geschrieben wird nur eine Einleitung; im Übrigen besteht das Buch aus recycelten Texten. Aber es fällt auf, dass Kuh seine Landsleute nun bedeutend…

Anton Kuh: Werke. Band 4: 1926 – 1930

Noch weniger politische Beiträge als in der von Band 3 umfassten Periode: Das mag u.a. daran liegen, dass Kuh seit einiger Zeit vorwiegend in Berlin lebt und arbeitet. Kuh muss den Berlinern, hat man den Eindruck, seine österreichische Herkunft und Eigenart erklären. Das führt zu einigen recht nostalgisch gehaltenen Artikeln. Der Übergang Österreichs von einer…

Robert Müller: Tropen

Auf Robert Müllers Namen bin ich zum ersten Mal bei der Lektüre von Hans Wollschlägers Essays zu Karl May gestossen. Müllers Bericht über Karl Mays Vortrag in Wien (den zu organisieren er mitgeholfen hatte) war der bei weitem beste Text in der Annäherung an den Silbernen Löwen und machte mich neugierig auf mehr von Müller….

Anton Kuh: Werke. Band 3: 1923 – 1926

In der von Band 3 abgedeckten Periode scheint sich Kuh etwas weniger politisch geäussert zu haben als in der des vorhergehenden Bandes. Nicht, dass er nun schweigen würde. Kuh ist immer noch als politischer Publizist auf der linken Seite des politischen Spektrums tätig. Aber er verbeisst sich weniger in konkrete Ereignisse als in allgemeine Phänomene,…

Anton Kuh: Werke. Band 2: 1918 – 1923

Mit dem Ende des Ersten Weltkriegs war auch das Ende der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie gekommen. Und der Beginn von Anton Kuhs Laufbahn als ebenso scharfsichtiger wie scharfzüngiger Beobachter und Beschreiber der Ereignisse rund um die Geburt der neuen europäischen Staatenordnung. Kuhs Analysen (im Sinne einer Erforschung der Ursachen der von ihm festgestellten Phänomene) sind zwar oft…

Anton Kuh: Werke. Band 1: 1908 – 1918

Zugegeben: Ich habe ein nicht unbeträchtliches Risiko auf mich genommen, als ich die Werke Anton Kuhs bestellt habe. Ich kannte von Kuh bisher nichts, wusste einzig von ihm, dass er sich bei Gelegenheit einmal mit Karl Kraus angelegt hatte. Der wiederum ist einer der grossen Fixsterne meines literarischen Himmels: In jedem Forum, in dem ich…