Marie Darrieussecq: Unser Leben in den Wäldern [Notre vie dans les forêts]

Marie: so heißt die Ich-Erzählerin dieses kleinen Romans, und so heißt auch die Autorin. Die Ich-Erzählerin hat keinen Familiennamen. Dafür hat sie denselben Beruf ausgeübt wie die Autorin: Psychoanalytikerin. Beide haben diesen Beruf aufgegeben; beide haben ihn fürs Schreiben aufgegeben. Viel mehr, als dass sie bis 2017, also bis zu dem Erscheinungsjahr von Notre vie…

Samuel Butler: Erewhon

Sandhofer hat dem Buch schon einige lobende Zeilen gewidmet, aber auch auf Längen hingewiesen und auf die – von mir unterschriebene – Tatsache, dass Butler wohl nicht als großer Romancier bezeichnet werden kann. Die Figuren sind hölzern, sie dienen dazu, bestimmten Eigenschaften eine Stimme zu verleihen, sind Instrument für theoretische Ausführungen. Butler schreibt keine Utopie…

H. G. Wells: Wenn der Schläfer erwacht [When the Sleeper Wakes]

Genealogisches Jewgeni Samjatins Roman Wir gilt als Vater der beiden grossen dystopischen Romane des 20. Jahrhunderts: George Orwells 1984 und Aldous Huxleys Brave New World. Huxley allerdings behauptete, Wir erst ein paar Jahre gelesen zu haben, nachdem er seinen eigenen Roman geschrieben hatte. Das würde darauf hinweisen, dass Brave New World ein direkter Nachfahre des…

Yevgeny Zamyatin: We [dt.: Wir / OT: Мы]

Vorbild dieses dystopischen Romans in Tagebuchform war When the Sleeper Awakes, H. G. Wells’ dystopischer Roman von 1899. Wir wurde selber dann zum Vorbild der berühmten Dystopie 1984 von George Orwell und – in geringerem Masse – von Ray Bradburys Fahrenheit 451. Aldous Huxley behauptet, Wir erst gelesen zu haben, nachdem er Brave New World…

John Brunner: Der Schockwellenreiter

21. Jahrhundert in den USA: Die Regierung überwacht das Leben ihrer Bürger durch ein Datennetz, Korruption und wissenschaftliche Experimente am Menschen werden geheimgehalten, die Bürger sind ausnehmend mobil (im Sinne des Staates), sodass sie nirgendwo heimisch werden können. Psychische Probleme (insbesondere bei Kindern) werden durch Trauma-Kliniken behandelt, ansonsten gibt es Glückspillen. Einzig einige Ortschaften in…

J. G. Ballard: Kristallwelt

Dr. Sanders bekommt von der Kollegin einer Leprastation in Kamerun einen seltsamen Brief: Von Kristallen und einem Wald voller Edelsteine ist da die Rede. Der Arzt macht sich auf den Weg zu Suzanne, mit der ihn auch ein Verhältnis verbindet (und mit deren Mann er befreundet ist). Schon auf dem Weg dorthin begegnen ihm am…

Philip K. Dick: A Scanner Darkly [Der dunkle Schirm]

Anaheim, Kalifornien, im Jahre 1994: Eine neue, hochgradig wirksame und rasch süchtig machende Droge namens Substance D ist auf dem Markt, wobei D in der Terminologie der Süchtigen für ‘Death’ steht, den Tod. Denn auf jeden Benutzer dieser Droge wartet ein sicherer und frühzeitiger Tod. Wir folgen rund einen Monat lang den Geschehnissen rund um…

Sinclair Lewis: It Can’t Happen Here [Das ist bei uns nicht möglich]

George Orwells Nineteen Eighty-Four hat nach dem Wahlsieg und der Inauguration von Donald Trump als Präsident der USA die Bestseller-Listen erneut erklommen. Das ist zu einem grossen Teil ein kolossales Missverständnis (worauf implizit schon Kollege Köllerer hingewiesen hat). Orwells Roman ist eine Abrechnung mit dem stalinistischen System der UdSSR im Kalten Krieg. Das Tertium comparationis…

E. M. Forster: Die Maschine steht still [The Machine Stops]

Klappentext kann man es eigentlich nicht nennen, denn meine Ausgabe des kurzen Texts Die Maschine steht still von Edward Morgan Forster1) ist zwar Hardcover (Leinen), aber hat keinen Schutzumschlag, a fortiori also keine Klappen. Der ‘Klappentext’, den ich meine (und auf den schon andere hingewiesen haben), ist auf dem hinteren, äusseren Buchdeckel zu finden: Die…

Karel Čapek: Der Krieg mit den Molchen

Illustration: Hans Ticha. Typografie: Hans Ticha und Peter Birmele. Übersetzung: Eliška Glaserovà. In dieser Form ursprünglich erschienen 1987 im Aufbau-Verlag, Berlin und Weimar. Heute (2016) in einer redigitalisierten Lizenzausgabe bei der Büchergilde Gutenberg erhältlich. (Vor allem der Name des Illustrators Hans Ticha darf für einmal nicht unerwähnt bleiben. Seine Tätigkeit ging bei diesem Buch weit…