Marcel Reich-Ranicki: Meine deutsche Literatur seit 1945

Kritik eines Kritikers… Der vorliegende Band, 2015 bei der Deutschen Verlags-Anstalt erschienen und von Thomas Anz herausgegeben (und wohl auch zusammengestellt) ist, enthält Essays und Kritiken aus dem Zeitraum von 1960 bis 2008. Es fehlen also Reich-Ranickis ganz frühen, noch polnisch geschriebenen Artikel; und man muss sich immer vor Augen halten, dass Auswahl ebenso wie…

»Und nun auf, zum Postauto!« – Briefe von Arno Schmidt

Unter Arno-Schmidt-Aficionados gilt es als ausgemacht, dass ein grosses Desideratum eine valable Ausgabe des gesamten Briefwechsels des Meisters wäre. In der Zwischenzeit müssen sie sich mit Ausgaben wie dieser behelfen – deren Zielpublikum allerdings offenbar das breite Publikum war und nicht der Aficionado. Chronologisch geordnet finden wir Briefe von Arno Schmidt an verschiedenste Empfänger. Leider…

Albert Vigoleis Thelen: Die Insel des zweiten Gesichts. Aus den angewandten Erinnerungen des Vigoleis

Thelens Werk gilt als Schibboleth der Kenner neuerer deutscher Literatur, der Literatur der Nachkriegszeit. Leider, denn dem Werk wäre ein grösseres Publikum zu wünschen. Vor allem auch: zu wünschen gewesen zu Lebzeiten des Autors. Doch Thelen hatte das Unglück der damals tonangebenden Gruppe 47 zu missfallen. Roman? Autobiografie? Autobiografischer Roman? Wohl am ehesten letzteres. Wir…

Kuno Raeber

Kuno Raeber (1922-1992) ist für mich die literarische Entdeckung des Jahres. Einer der grossen Vergessenen der deutschen Literatur, ähnlich wie Thelen oder Wense, allerdings bereits einer jüngeren Generation angehörend. Ähnlich wie Thelen auch sein Schicksal, von der Gruppe 47 abgelehnt zu werden. (Was nur zeigt, wie wenig zeitgenössische Kritik oft erkennt.) Raeber ist in Luzern…