Francis Bacon: Essays

Francis Bacons Essays erschienen zum ersten Mal 1597. Eine erweiterte Auflage entstand 1612; eine nochmals erweiterte, die letzte zu seinen Lebzeiten, erschien 1625. Francis Bacon gilt als der Mann, der rationales Denken und Logik in die Wissenschaft eingeführt hat. Wenn er selber auch in den Naturwissenschaften auch nichts Neues oder Großes zu entdecken vermochte, war…

Michel de Montaigne: Tagebuch einer Badereise

1580 beschloss Montaigne, der an häufigen, durch Nierensteine verursachten Koliken litt, seinem Leiden durch eine ausgedehnte Badereise ein für alle Mal den Garaus zu machen. Er hatte sich diese Badereise selber verschrieben; Ärzten misstraute er. (In Anbetracht des damaligen medizinischen Wissensstandes und der Ausbildung der sog. „Ärzte“ wohl zu Recht.) Ein weiterer Antrieb dafür, eine…

Thomas Knubben: Hölderlin. Eine Winterreise

Hölderlin nicht erfahren, sondern ergehen: Am 6. Dezember 1801 brach nicht nur Seume zu seinem Spaziergang nach Syrakus auf; an jenem Tag (oder am Tag darauf, ganz genau weiss man es nicht) machte sich auch Friedrich Hölderlin auf. Nicht nach Syrakus zwar, und auch wenn er ebenso zu Fuß unterwegs war wie Seume, war seine…

Anthony Burgess: Shakespeare

Burgess ist im deutschen Sprachraum vor allem bekannt durch seine Dystopie Clockwork Orange (vgl. hier und hier). Wahrscheinlich kennen die meisten sogar nur dieses Werk von ihm – und auch das erst seit der Verfilmung durch Stanley Kubrick. Im englischen Sprachraum, vor allem natürlich in England selber, ist seine Shakespeare-Biografie wohl mindestens ebenso bekannt. Burgess…

Friedrich Heinrich Jacobi: Romane I – Eduard Allwill

Unter dem Titel Eduard Allwill veröffentlichen die Herausgeber der Kritischen Ausgabe von Jacobis Werken zwei Fassungen desselben Textes: Eduard Allwills Papiere von 1776 und Eduard Allwills Briefsammlung von 1792, denen sie jeweils Varianten zuzählen. Die erste Fassung, mit einem (anonymen) Zitat von Goethe einsetzend, Lavater und Shaftesbury zitierend, orientiert sich in Stil und Inhalt stark…

Friedrich Heinrich Jacobi: Kleine Schriften I. 1771-1783

Mit Band I der Kleinen Schriften – also im Großen und Ganzen jener Texte, die es nicht zu eigenem eigenen Buch geschafft haben (eine Ausnahme finden wir) – gewinnt Jacobi an Profil für den heutigen Leser. Während die ersten drei Bände der kritischen Werkausgabe seine philosophischen Auseinandersetzungen mit dem Spinozismus einerseits, dem transzendentalen Idealismus andererseits…

Étienne de la Boétie: Abhandlung über die freiwillige Knechtschaft [Discours de la servitude volontaire]

Eingeleitet wird dieser kurze Text mit einem Zitat aus Homer, in dem dieser den Odysseus zu seinen Männern sagen lässt, dass nur einer die Herrschaft haben könne. Das wird von Étienne de la Boétie schlankweg verneint. Homer und Odysseus spielen dann keine Rolle mehr. Ganz kurz zur Entstehungs- und Überlieferungsgeschichte: Der Discours de la servitude…

Paul-Henri Thiry d’Holbach: La Morale universelle ou Les Devoirs de l’homme fondés sur sa nature

Allgemeine Moral. Oder: Die Pflichten des Menschen, begründet in seiner Natur. Dieser Text enthält den Versuch Holbachs, eine Ethik zu begründen, die nicht auf eine überirdische Kontrollinstanz zurückgreift, wie es die zu seiner Zeit handelsüblichen Ethiken taten: kein Gott, keine Androhung von Bestrafung oder Belohnung in einem jenseitigen Paradies. Holbach weist die ethischen Konstruktionen der…

Wolfgang Hörner: Laurence Sterne. Widersprüche des Menschseins

Falls sich jemand gefragt haben sollte, warum ich bei der Vorstellung von Leben und Meinungen von Tristram Shandy, Gentleman, Band 1 der neuen, kleinen deutschen Werkausgabe von Laurence Sterne, geschrieben habe, dass sie 3½ Bände umfasse (und dieser Jemand muss sich gefragt haben, denn mich hat keiner gefragt): Dies hier ist der halbe Band. Eine…

Sarah Bakewell: Wie soll ich leben?

Zwanzigmal richtet Bakewell die Frage an Montaigne, wie man denn leben solle – und wird in den Essais fündig, um ebensoviele Antworten geben zu können. Jede dieser Antworten wird zu Abschweifungen benutzt, zu weitergehenden Betrachtungen, und so entsteht daraus eine Biographie Montaignes, es wird – soweit möglich – seine Philosophie deduziert und auch eine Rezeptionsgeschichte…