Bemerkungen zu “Ian Hacking: Was heißt soziale Konstruktion? Zur Konjunktur einer Kampfvokabel in den Wissenschaften.”

Konstruktivismus, Konstruktionismus, soziale Konstruktion von … tatsächlich entwickelte sich ab den 70ern alles, was “konstrukt” im Namen führte, zu einer Kampfvokabel. Dabei ging es zwar zu Anfang um wissenschaftsmethodologische Überlegungen, später jedoch hat vor allem die Soziologie sich dieses Begriffes bedient und aus dieser Verquickung resultierten häufig abenteuerliche Ideen, deren Seltsamkeiten aus (un-)gewollten Unklarheiten in…

Samuel Lublinski: Die Entstehung des Christentums aus der antiken Kultur

Curiosa In diese Abteilung meiner Bibliothek gehört vorliegendes Buch. Schon als Student las ich sehr gerne Bücher, die die Entstehung von irgendetwas aus irgendetwas anderem mehr oder weniger wissenschaftlich herleiten – sei es der Welt, sei es eines bestimmten Aspekts dieser Welt. Das können systematische Geschichtsentwürfe sein oder sonstige Versuche, Phänomene menschlichen Daseins zu erklären….

Über substanzlose Dinge und immaterielle Wirklichkeiten

Bestimmte philosophische Dummheiten scheinen unausrottbar, wohl auch, weil ihre Ausrottung an den Grundfesten der Philosophie rütteln würde. Manche sind in einer Weise paradigmatisch, dass sie für mich zur Veranlassung werden, meinem Unmut über dergleichen pseudophilosophischem Geschwätz hier Ausdruck zu verleihen. Weil es eben beispielhafte Dummheit ist. Das erste Zitat stammt aus Pascal Boyer – Und…

Gustav Roskoff: Geschichte des Teufels

Bis heute ist, wer etwas über die Geschichte des Teufelsglaubens in Europa erfahren will, auf dieses Buch aus dem Jahre 1869 angewiesen. Keiner hat vor oder nach Roskoff das Thema je halb so erschöpfend bearbeitet, oder auch nur aufgegriffen. (Erschöpfend: Immerhin umfasste die Originalausgabe in 2 Bänden rund 1000 Seiten. Vor mir liegt ein photomechanischer…

Christophe Galfard: Das Universum in deiner Hand

Ich weiß nicht, an welches Publikum sich dieses Buch richtet. Die Anrede mit dem “du” lässt auf eine jugendliche Lesergruppe schließen; allerdings scheinen mir die Ausführungen für unter 14jährige denn doch zu komplex. Damit ist im Prinzip auch schon der Inhalt umrissen: Es ist eine Reiseführer durch die Kosmologie – von seinen Anfängen bis zu…

Manfred Spitzer: Das (un)soziale Gehirn

In diesem Buch sind einige Arbeiten abgedruckt, die sich inhaltlich mit dem Buch “Cyberkrank” überschneiden. Spitzer wiederholt seine Kritik am Umgang mit den neuen Medien – insbesondere mit Blick auf die Erziehung. Und während die sehr polemische Darstellungsweise im erwähnten Buch dasselbe ein wenig abwertet, ist die Kritik hier zumeist fundiert und nicht dem Bemühen…

Richard Rorty: Der Spiegel der Natur. Eine Kritik der Philosophie

Bücher, in denen ein Ende der Philosophie (überhaupt oder in ihrer aktuellen Form) gefordert oder gar vollzogen wird, gibt es immer wieder. Es gehört in der Philosophie sozusagen zum guten Ton, deren Ende zu verkünden. Meist kümmert sich die Philosophie nicht gross darum; ein bisschen Wirbel ist alles, was der Autor zu verursachen in der…

Daniel C. Dennett: Philosophie des menschlichen Bewußtseins

Dennett gehört zu meinen absoluten Lieblingsautoren: Während man bei vielen, den meisten Philosophen mit viel Gerede konfrontiert wird, mit einer Denkweise, die Konsequenz und Genauigkeit vermissen lassen, kann man sich bei ihm sicher sein, dass sich in jedem Kapitel, auf jeder Seite geistreiche verbergen. Und er schreckt keineswegs vor wenig populären Ansichten zurück, bringt etwa…

Gerhard Roth, Nicole Strüber: Wie das Gehirn die Seele macht

Roth und Strüber nähern sich dem, was da als Seele, Geist, Bewusstsein oder Ich bezeichnet zu werden pflegt, aus neurobiologischer Sicht: Allerdings wird die philosophische Seite dieses Problems nur in drei der insgesamt neun Kapitel erläutert bzw. gestreift. So ist das eher ein Buch für all jene, die sich mit den physiologischen Grundlagen des Gehirns…

Michael Pauen, Gerhard Roth: Freiheit, Schuld, Verantwortung. Grundzüge einer naturalistischen Theorie der Willensfreiheit

Die Autoren versuchen sich gewissermaßen an der Quadratur des Kreises: Womit das Scheitern schon vorprogrammiert ist. Der Trick ihrer Beweisführung besteht darin, dass sie den Kreis als Vieleck definieren und damit der Antinomie zu entkommen suchen. Meines Erachtens konnten sie über diesen Ansatz noch nicht einmal die innere Konsistenz ihrer “Theorie” herstellen, da sie vor…