Gaston Leroux: The Phantom of the Opera [Le Fantôme de l’Opéra]

Habent sua fata libelli – auch literarische Werke haben ihr Schicksal. So zum Beispiel Das Phantom der Oper von Gaston Leroux. 1909 erblickte die Geschichte des unglücklichen Erik das Licht der literarischen Welt, als Fortsetzungsroman in einer Pariser Zeitung. Leroux war zu jener Zeit Journalist, ein sehr bekannter Journalist. Als Romancier hatte er zwei Jahre…

C. S. Lewis: The Screwtape Letters / Screwtape Proposes a Toast [Dämonen im Angriff. 31 Briefe; a.k.a.: Dienstanweisung für einen Unterteufel / Streng dämokratisch zur Hölle]

Wenn man sich über den Teufel lustig macht, dann verliere er die Macht über den Menschen. So der gläubige Christ Lewis, und er zitiert in seinem Motto gleich zwei Autoritäten dazu: Martin Luther und Thomas Morus. Im Übrigen widmete er die Screwtape Letters seinem Freund J. R. R. Tolkien. Da weiß man wenigstens gleich, woran…

Gustave Flaubert: Bouvard und Pécuchet

Bouvard und Pécuchet war Gustave Flauberts letzter Roman. Er sollte unvollendet bleiben, auch wenn offenbar nicht viel mehr als das Schlusskapitel fehlte. Es ist die Geschichte zweier Pariser Kopisten (eben: Bouvard und Pécuchet), die, durch Erbschaft an ein wenig Geld gekommen, beschliessen, ihre Arbeit aufzugeben und sich aufs Land, in die Normandie, zurückzuziehen, wo sie…

Philip K. Dick: A Scanner Darkly [Der dunkle Schirm]

Anaheim, Kalifornien, im Jahre 1994: Eine neue, hochgradig wirksame und rasch süchtig machende Droge namens Substance D ist auf dem Markt, wobei D in der Terminologie der Süchtigen für ‘Death’ steht, den Tod. Denn auf jeden Benutzer dieser Droge wartet ein sicherer und frühzeitiger Tod. Wir folgen rund einen Monat lang den Geschehnissen rund um…

August von Goethe: Auf einer Reise nach Süden

GOETHE FILIUS PATRI ANTEVERTENS OBIIT ANNOR XL (Goethe der Sohn, seinem Vater vorangehend, starb 40-jährig.) Noch auf seinem Grabstein auf dem Fremdenfriedhof in Rom bekommt August von Goethe von seinem Vater, der den Grabspruch einmeisseln liess, Salz in die Wunden gerieben. Selbst dort sollte dieser Mann, der als Kind von seinem Vater kaum beachtet wurde…

Faust – Der Tragödie dritter Theil. Treu im Geiste des zweiten Theils des Götheschen Faust gedichtet von Deutobold Symbolizetti Allegoriowitsch Mystifizinsky

1862 in erster, 1886 in zweiter umgearbeiteter und vermehrter Auflage erschienen (u.a. wurde ein satirisches Nachspiel hinzugefügt). Hinter dem Pseudonym Deutobold Symbolizetti Allegoriowitsch Mystifizinsky steckt kein Geringerer als der deutsche Literturwissenschafter und Ästhetiker Friedrich Theodor Vischer (1807-1887). Vischer war im 19. Jahrhundert kein Unbekannter. Als Literaturwissenschafter und Philosoph schuf er eine Ästhetik, die ihresgleichen suchte…

Auerbachs Keller

Leipzig ist die Stadt Johann Sebastian Bachs. Er wirkte jahrelang als Thomaskantor an der gleichnamigen Kirche. Dort befindet sich auch sein Grab. Heute kennzeichnet es eine schlichte Metallplatte in der Thomas-Kirche. Als ich dort war, lagen zwei winzige Blumensträusse darauf. Ich bin nicht nahe genug hingegangen, als dass ich das Alter der schon leicht angewelkten…

Karl Leberecht Immermann: Merlin / Gedichte

Weil Die Epgonen zu kurz waren und nur ziemlich genau 1½ Bände im Format der von Harry Maync damals herausgegebenen historisch-kritischen Ausgabe umfassten, musste offenbar die restliche Hälfte von Band IV noch irgendwie gefüllt werden. Und obwohl Maync in seinen einführenden Texten selber die Qualität sowohl von Merlin wie der Gedichte an allen Ecken und…

Guy de Maupassant: Stark wie der Tod [Fort comme la mort]

Olivier Bertin ist Maler. Er war einmal ein guter, ein innovativer Maler. Dann wurde er ein berühmter Maler. Jetzt… Wir treffen ihn zu Beginn des Romans in seinem Atelier. Ruhelos tigert er auf und ab, auf der Suche nach einer Inspiration, nach einem Motiv für sein nächstes Bild. Damit hat Guy de Maupassant ein Grundmotiv…

Hamanns Londoner Schriften

1757/58 hält sich Johann Georg Hamann in London auf. Zuvor war er abgebrochener Theologiestudent und (schon nach kurzer Zeit der Tätigkeit wieder entlassener) Hofmeister gewesen. Es war dann die Übersetzung einer handelspolitischen Schrift, die ihm zu einer Anstellung in einer Handelsgesellschaft verhalf, und so zu einer Reise, die ihn schlussendlich nach London führen sollte. Doch…